Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit bedeutet für viele Betroffene nicht nur den Verlust des Einkommens, sondern auch psychische und sozialen Herausforderungen.

Hier ein paar Tipps rund um Arbeitslosigkeit, Arbeitslosengeld und Jobsuche!

Plötzlich arbeitslos – Was machen?

Du wurdest unfreiwillig arbeitslos? Das kann ein Schock und belastend sein! Aber: Arbeitslosigkeit ist oft nur eine vorübergehende Phase!

Hier ein paar Tipps wie du gut mit der Situation umgehen kannst:

  • 🧘 Ruhe bewahren: Arbeitslosigkeit kann emotional belastend sein, aber auch eine Gelegenheit, sich neu zu orientieren. Versuche positiv und lösungsorientiert zu bleiben und nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

  • 💸 Finanzen im Blick behalten: Überprüfe deine finanziellen Mittel und erstelle einen Budgetplan. Reduziere unnötige Ausgaben und priorisiere lebenswichtige Ausgaben, damit du deine Finanzen im Griff behältst.

  • 💶 Arbeitslosengeld und Unterstützung beantragen: Informiere dich über die verfügbaren staatlichen Unterstützungen, wie Arbeitslosengeld und andere Sozialleistungen (mehr dazu im nächsten Abschnitt)

  • 🔎 Jobsuche: Erstelle oder aktualisiere deinen Lebenslauf und dein Bewerbungsschreiben. Nutze Online-Jobbörsen, soziale Netzwerke wie LinkedIn und persönliche Kontakte, um nach Stellenangeboten zu suchen.
  • 📝 Tagesstruktur beibehalten: Strukturiere und organisiere deinen Tag, um produktiv zu bleiben. Setze dir tägliche Ziele, wie das Bewerben auf eine bestimmte Anzahl von Stellen, einen Kurs machen…

  • 📚 Bilde dich weiter: Nutze die Zeit, um neue Fähigkeiten zu erlernen oder bestehende zu verbessern. Online-Kurse, Workshops und Weiterbildungen können dir helfen, deine Qualifikationen zu erweitern. Die Arbeitsvermittlungszentren informieren dich über WeiterbildungBerufsbildung oder Sprachkurse.

  • 🥰 Achte auf dich: Achte auf deine körperliche und geistige Gesundheit. Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichender Schlaf sind wichtig. Nimm dir Zeit für Aktivitäten, die dir Freude bereiten und dich entspannen.

  • 👩‍⚕️ Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Wenn die Arbeitssuche schwer fällt oder du dich überfordert fühlst, hole dir professionelle Unterstützung. Karriereberater*innen, Coaches oder Therapeut*innen können dich unterstützen.

Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld ist ein zentrales Instrument der sozialen Sicherheit, das Arbeitslose finanziell unterstützt und ihnen hilft, während der Suche nach einer neuen Beschäftigung über die Runden zu kommen.

Falls du unfreiwillig arbeitslos geworden bist, kannst du um Arbeitslosengeld ansuchen (über ein Patronat oder online über das Nationalfürsorgeinstitut INPS). Mit dem Ansuchen erklärst du außerdem für die unmittelbare Aufnahme einer Arbeitstätigkeit und für Maßnahmen zur aktiven Arbeitssuche zur Verfügung stehen.

Dabei gibt es zwei verschiedene Arten von Arbeitslosengeld:

Arbeitslosengeld NASPI
Bist du ein lohnabhängiger Arbeitnehmer, der gerade seinen Job verloren hat? Dann kannst du das Arbeitslosengeld NASPI beantragen. Dieses bekommst du monatlich für maximal 24 Monate und nur, wenn du entlassen wurdest – in Ausnahmefällen, auch wenn du gekündigt hast. Allgemeine Informationen und Bedingungen findest du in dieser Broschüre von der Abteilung der Provinz.

Arbeitslosengeld DIS-COLL
Bist du ein*e koordinierte*r Mitarbeiter*in, Doktorand*in oder Projektarbeiter*in, der/die seine Beschäftigung unfreiwillig verloren hat? Dann kannst du das Arbeitslosengeld DIS-COLL beantragen. Allgemeine Informationen findest du in dieser Broschüre von der Abteilung der Provinz.

Wie kann ich mich arbeitslos melden?
In diesem Video wird dir erklärt, wie du dich arbeitslos melden kannst.

Arbeitslosenstatus
Informationen zum Arbeitslosenstatus findest du hier.

In diesem Video bekommst du einen allgemeinen Überblick darüber, was du tun kannst, während du arbeitslos bist.

Finanzielle Unterstützung

Dir geht es finanziell gerade nicht so gut? Dann versteck dich nicht, lass dir helfen, denn es gibt Einrichtungen, die für dich da sind:

  • 👩‍💼 Die Finanzielle Sozialhilfe des Sozialsprengels unterstützt und berät Familien und Einzelpersonen bei finanziellen Schwierigkeiten.

  • 💸 Die Caritas Schuldenberatung berät dich kostenlos und vertraulich bei finanziellen Fragen, Geldsorgen oder Schulden.

  • 👨‍💼 Die Patronate informieren über soziale Vor- und Fürsorge, unterstützen bei Arbeitslosigkeit und erledigen steuerliche Angelegenheiten.

Jobsuche

Ein passendes Jobangebot zu finden ist manchmal gar nicht so einfach! Schau mal auf unserer Jobbörse nach, vielleicht findest du ja das passende für dich!

Wie du dich richtig bewirbst, kannst du hier herausfinden. Solltest du kein passendes Angebot in unserer Jobbörse, anderen Jobbörsen, Zeitungen und Co. finden, kannst du natürlich auch selbst Initiative ergreifen und dich bei Firmen deiner Wahl bewerben.

Außerdem gibt es verschiedenen Anlaufstellen in Südtirol, die dich bei der Jobsuche unterstützen z.B. die Arbeitsvermittlungszentren oder speziell für Jugendliche und junge Erwachsene das JugendCoachingGiovani.

ESF geförderte Ausbildungen

Kostenlose, vom ESF geförderte Ausbildungen speziell für junge Menschen, die als nicht beschäftigt eingestuft sind (d.h. auf der Suche nach der ersten Anstellung, arbeitslos und auf der Suche nach einer neuen Anstellung oder in einer Mobilitätsliste eingetragen, Schüler/Studenten oder inaktive Personen):

  • ESF1_a1_0037 Ausbildung zum Music Business Managers

  • ESF1_a1_0026 Fachperson für Nachhaltigkeit im Unternehmen und ESG

  • ESF1_a1_0082 Digital Marketing

  • ESF1_a1_0060 Weinbau und Verkostungstechnik

  • ESF1_a1_0032 Fachperson in CAD/CAM

 Antrag auf Einschreibung/Teilnahme an den ESF+ Maßnahmen 2021-2027 – FSE (civis.bz.it)

ANLAUFSTELLE: Arbeitsvermittlungszentrum

In Südtirol gibt es sechs Arbeitsvermittlungszentren, an die du dich bei Arbeitslosigkeit wenden kannst.

Sie erkennen den Arbeitslosenstatus an und unterstützen dich bei der Jobsuche!

Bozen0471 418620
avz-bozen@provinz.bz.it
Kanonikus-Michael-Gamper-Str. 1, Bozen
Meran
0473 252300
avz-meran@provinz.bz.itSandplatz 10, Meran
Brixen – Sterzing
0472 821260

avz-brixen@provinz.bz.it
Regensburger Allee 18, Brixen
Bruneck0474 582360
avz-bruneck@provinz.bz.it
Rathausplatz 10, Bruneck
Schlanders0473 736190
avz-schlanders@provinz.bz.it
Schlandersburg 6, Schlanders
Neumarkt0471 824100avz-neumarkt@provinz.bz.itFranz-Bonatti-Platz 2/3, Neumarkt

ANLAUFSTELLE: JugendCoachingGiovani

Die Jugendcoachs begleiten Jugendliche und junge Erwachsene (15-25 Jahren) dabei eine Arbeit, eine Lehrstelle oder einen für sie geeigneten Bildungsweg zu finden. Gemeinsam können aber auch alternative Wege eingeschlagen werden. 

Das Angebot ist kostenlos!

Telefonnummer und WhatsApp324 7781356
E-Mailcoaching@netz.bz.it
AdresseGoethestraße 42, 39100 Bozen
Webseitewww.netz.bz.it/jugendcoachinggiovani

Let’s talk about Sex!

Das Erste Mal ist immer aufregend. Die meisten machen sich sehr viele Gedanken, bevor es dazu kommt und dabei kommen so einige Fragen auf.

Einige davon wollen wir in diesem Artikel beantworten!

Wie „funktioniert“ Sex?

Der Begriff „Sex“ ist mittlerweile allgegenwärtig, aber was bedeutet er eigentlich genau?

Sex beschreibt, dass zwei oder mehrere Menschen miteinander intim werden. Das kann auf vielen verschiedenen Arten stattfinden – Petting, Oralsex, Penetration …:

  • 💞 Petting: kommt aus dem englischen, bedeutet soviel wie „streicheln“ oder „liebkosen“ und bezeichnet „Rummachen“, aber ohne Geschlechtsverkehr.

  • 👄 Oralsex: Dabei werden die Genitalien mit dem Mund oder der Zunge liebkost.

  • 🍆 Penetration: Beschreibt allgemein den Geschlechtsverkehr, wenn der Penis in die Vagina oder anal eingeführt wird.

Sex ist also ein sehr weiter Begriff und umfasst viele Formen von Intimität. Die verschiedenen Arten von Sex können auch ineinander übergehen oder zugleich stattfinden, und können abhängig von Genitalien und Geschlechtern in allen Kombinationen praktiziert werden (Frau und Frau, Mann und Mann…).

Übrigens ist aus Solo-Sex, also Masturbation, eine Art von Sex. Das bedeutet du wirst intim mit dir selbst, berührst dich dort, wo es dir gefällt und kannst dich dadurch alleine zum Höhepunkt bringen.

Welche Form von Sex die Richtige für dich ist, was einem gefällt und was nicht, gilt es mit der Zeit, alleine oder mit dem Sexualpartner oder Sexualpartnerin herauszufinden.

Wichtig ist, dass du immer kommunizierst, was dir gefällt und wo du deine persönlichen Grenzen ziehen möchtest. Auch die Grenzen deines Partners/deiner Partnerin müssen natürlich respektiert werden.

Grundsätzlich ist alles erlaubt, was (allen Beteiligten) gefällt 😉

Wie man weiß, wann man für Sex bereit ist

Eine eindeutige Antwort auf die Frage „Wann weiß ich, ob ich für Sex bereit bin?“ zu geben, ist nicht einfach. Es müssen verschiedene Aspekte betrachtet werden, das sich am besten mit dem Ampelmodell erklären lässt.

Dein Körper wird in drei Teile eingeteilt –Kopf, Herz und Genitalien – und für alle diese Teile gibt es eine Ampel, die auf Grün schalten muss, damit man bereit ist. Wie?

  • 🤯 Kopf: Du hast dir schon einmal vorgestellt, Sex zu haben, und diese Vorstellung hat sich gut angefühlt. Außerdem hast du dich über Themen wie Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten informiert. Du kennst Gefahren und Risiken und weißt genau, wie du dich davor schützen möchtest. Der Gang zum Frauenarzt muss nicht, aber kann auf jeden Fall dazugehören, um dich zu informieren.

  • ❤️ Herz: Das Gefühl, das du verspürst, wenn du daran denkst, mit einer bestimmten Person Sex zu haben, fühlt sich gut an. Du weißt, dass du dich fallen lassen kannst und dich wohlfühlst. Dein Partner oder deine Partnerin nimmt deine Wünsche ernst und akzeptiert deine Grenzen. Um Sex zu haben, musst du nicht zwangsläufig verliebt sein, aber es ist auf jeden Fall eine sehr intime Sache, bei der es wichtig ist, ein gutes Gefühl zu haben.

  • 🍑 Genitalien: deine Genitalien sollten auf jeden Fall bereit sein, um Sex zu haben. Die Geschlechtsorgane reifen im Laufe der Pubertät aus (bei Mädchen ca. von 9 bis 14, bei Jungs von 11 bis 16 Jahren). Aber auch wenn deine Geschlechtsreife bereits abgeschlossen ist, müssen deine Genitalien in der jeweiligen Situation bereit für Sex sein. Dazu braucht es eine ganz unterschiedliche „Vorbereitungszeit“.
    Männliche Geschlechtsorgane: die Schwellkörper im Inneren des Penis saugen sich mit Blut voll und der Penis wird steif und wesentlich größer als im schlaffen/unerregten Zustand.
    Weibliche Geschlechtsorgane: besitzen in ihrem Inneren auch Schwellkörper, die zur Klitoris gehören und zur Erregung beitragen. Außerdem färben sich die Inneren Vulvalippen dunkelrot und die Klitorisspitze tritt mehr hervor. Die Vulva produziert dabei auch ein durchsichtiges Sekret, ein sogenanntes natürliches Gleitmittel, welches das Eindringen eines Gegenstandes oder eines Penis in die Vagina ermöglicht.

Wichtig ist, dass du bedenkst, dass nicht nur du drei Ampeln besitzt, sondern auch dein Partner/deine Partnerin. Diese Ampeln sind genauso wichtig, wie deine eigenen.

Kopf und Herz stehen auf Grün, aber die Genitalien spielen nicht mit? Don’t worry! Beim ersten Mal geht das vielen so, was vielleicht auch mit der Aufregung zusammenhängt.

Es kann auch passieren, dass eine deiner Ampeln oder deines Partners/deiner Partnerin während dem Sex auf Rot oder Orange schaltet. Zum Beispiel, wenn ein Genital nicht mehr erregt ist oder es sich einfach nicht mehr richtig anfühlt. Wichtig ist, dass ihr darüber sprecht und gemeinsam eine Lösung findet.

Tut das erste Mal weh?

Das ist eine Frage, die sich vor allem Mädchen stellen. Leider kann dir dazu niemand eine allgemeingültige Antwort geben, da das von Frau zu Frau sehr verschieden sein kann.

Der Grund, warum das erste Mal schmerzen kann, ist das sogenannte Jungfernhäutchen, oder in der Fachsprache auch „Hymen“. Dieses umschließt den Eingang deiner Vagina – vorstellen kannst du dir das wie ein Hair – Scrunchie.

Es hat Falten, ist dehnbar und bei jeder Frau unterschiedlich ausgeprägt, verschließt aber so gut wie nie komplett den Eingang der Vagina, wie es fälschlicherweise in einigen Naturkundebüchern bis heute gelehrt wird. Wenn die ersten Male etwas in die Vagina eindringt, kann es sein, dass sich das Hymen etwas dehnt und deshalb schmerzen oder sogar ein kleines bisschen bluten kann.

Dabei ist es sehr wichtig, dass du Schmerzen mit deinem Partner oder deiner Partnerin mitteilst und die Farben deiner Ampel (siehe oben) kommunizierst!

Es kann aber auch sein, dass du gar keine Schmerzen spürst.

„Ich bin noch nicht soweit“ – Wie ansprechen?

Wie bei so vielem im (Sex)Leben, ist es enorm wichtig über solche Gefühle, Bedenken oder Sorgen zu reden.

Wenn du dich also noch nicht bereit fühlst, sprich das an! Erkläre deinem Partner oder deiner Partnerin, wie du dich fühlst und warum. Vielleicht hilft euch auch das oben beschriebene Ampelmodell, um das Ganze besser einordnen zu können.

Nur du alleine hast das Recht auf deinen Körper! Du darfst jederzeit bestimmen, was mit deinem Körper gemacht werden darf und was nicht!

Eine gesunde und funktionierende Beziehung zeichnet sich durch Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit und dadurch aus Probleme besprechen zu können. Wenn ihr so eine Beziehung habt und du Sorgen gut mit ihm oder ihr teilen kannst, wird er oder sie deine Bedenken um das erste Mal sicher verstehen und auch akzeptieren.

Sollte dein Partner oder deine Partnerin deine Entscheidung absolut nicht akzeptieren wollen, dann ist es vielleicht besser, wenn ihr getrennte Wege geht. Lass dich auf keinen Fall erpressen oder dich zu Dingen überreden, die sich für dich falsch anfühlen!

ANLAUFSTELLE: young+direct

Solltest du Fragen rund um das Thema Sexualität und das erste Mal haben gibt es in Südtirol die Anlaufstelle „young and direct“, dort ist rund um die Uhr jemand telefonisch oder auch über Whatsapp für Fragen und Sorgen erreichbar.

WhatsApp345 0817 056
Jugendtelefon0471 155 1 551
Webseitehttps://www.young-direct.it/de/
E-Mail-Adresseonline@young-direct.it
AdresseJohann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42 Bozen

ANLAUFSTELLEN: Frauenhäuser

Solltest du in deinem Leben einmal etwas erleben, was deine Grenzen überschreitet und dich körperlich und emotional belastet, kannst du dir jederzeit Hilfe holen. Entweder bei der oben genannten Anlaufstelle „young and direct“ oder besonders für Frauen und jungen Mädchen auch bei einem der fünf Frauenhäusern in Südtirol:

Bozen: 800 276433, frau.gea@virgilio.it oder 800892828 info@hdgw.it

Brixen: 800 601330, frauenhaus.brixen@bzgeis.org

Bruneck: 800310303, frauenhausdienst@bzgpust.it

Meran: 800 014008, info@donnecontrolaviolenza.org

Hier findest du Infos und Hilfsangebote im Fall von Gewalt an Frauen.

Menstruation und Zyklus

Falls du dich schon mal gefragt hast, wie der weibliche Zyklus eigentlich genau funktioniert, warum Frauen die Tage bekommen und was fruchtbare Tage sind, dann bist du hier genau richtig!

Periode, Menstruation, Tage, Regel …

Für die weibliche Monatsblutung, gibt es viele Bezeichnungen – sie beschreiben alle den körperlichen Vorgang, durch den Mädchen und Frauen ca. 1 Mal im Monat aus ihrer Vagina bluten.

Aber warum eigentlich?

Die meisten Mädchen bekommen ihre erste Menstruationsblutung zwischen 11 und 14 Jahren (aber keine Panik, auch wenn man sie früher oder später bekommt, ist das total normal).

Das bedeutet, dass man nun geschlechtsreif ist und somit auch schwanger werden kann. Und genau deshalb kommt es auch zur Regelblutung:

Jeden Monat bereitet sich der Körper einer Frau nämlich auf eine mögliche Schwangerschaft vor, indem sich in der Gebärmutter eine stark durchblutete Schleimhaut aufbaut (im Falle einer Schwangerschaft würde sich hier das befruchtete Ei einnisten). Wenn es aber zu keiner Befruchtung, also Schwangerschaft, kommt, wird die Schleimhaut abgestoßen und als Menstruationsblut ausgeschieden.

Der weibliche Zyklus

Von einer Blutung zur nächsten passieren im weiblichen Körper verschiedene Sachen, die sich ca. jeden Monat wiederholen, deshalb wird das ganze auch Zyklus genannt. Bis der ganze Zyklus durchlaufen wurde, kann (von Körper zu Körper unterschiedlich) 24 bis 38 Tage dauern.

Jede Frau, jeder Körper ist unterschiedlich: Manche haben kürzere Blutungen, andere längere. Bei manchen dauert der Zyklus länger, bei anderen kürzer.

Der Zyklus kann in vier Phasen eingeteilt werden:

  • 🩸 Menstruarionsphase: Der Zyklus beginnt mit der Monatsblutung, die ca. 5-7 Tage dauert (aber auch kürzere und längere Blutungsphasen sind möglich).

  • 🟣 Follikelphase: In der ersten Hälfte des Zyklus reift in den Eierstöcken eine Eizelle heran (diese könnte bei ungeschütztem Sex befruchtet werden, was zur Schwangerschaft führt), außerdem baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder auf. Ausfluss: wird heller.

  • 🥚 Eisprung bzw. Ovulationsphase: Etwa in der Mitte des Zyklus, am 14. Tag, wird die reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt (= Eisprung) und bewegt sich durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Diese Phase dauert nur etwa 24 Stunden.
    Manche Frauen können den Eisprung spüren z.B. durch leichtes Zwicken, Druck oder auch Schmerzen. Ausfluss: dünnfädig und durchsichtig.

  • 🟡 Gelbkörperphase: Nach dem Eisprung (Tag 15 – 28) bildet sich aus dem Rest des Follikels im Eierstock der sogenannte Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut darauf vor, ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Wenn das Ei nicht befruchtet wird, beginnt der Zyklus von vorne. Ausfluss: gummiartig und krümelig
Was ist dieser Ausfluss?

Während des ganzen Zyklus ist ein weißlich/durchsichtiger, wässrig/schleimartiger Ausfluss normal. Dieser verändert sich je nach Zyklusphase (siehe oben).

Dieser Ausfluss enthält gute Bakterien (Milchsäurebakterien), die die Vagina reinigen.

Jeder Mensch mit Vagina hat am Ende des Tages einen weißlichen Fleck in der Unterhose.

Nicht normal ist: wenn der Ausfluss unangenehm riecht, körnig ist oder grün wird und vor allem, wenn er brennt und juckt. Dann sollte man sich gynäkologisch untersuchen lassen, da das auf eine Infektion oder eine Geschlechtskrankheit hinweisen kann.

Die fruchtbaren Tage

Eine Frau hat innerhalb eines Zyklus ca. 6 fruchtbare Tage, und zwar 3-5 Tage vor dem Eisprung und bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung.

Das ist so, weil die Eizelle nur ca. 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden kann. Wenn man ungeschützten Sex hatte, können die Spermien im weiblichen Körper, aber bis zu 5 Tage überleben und dort auf den Eisprung „warten“. So ergeben sich 6 fruchtbare Tage.


Um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden, sollte man allerdings immer verhüten, da man nie mit Sicherheit voraussagen kann, wann der Eisprung stattfinden wird.

Binden, Tampons und Co.

Während der Periode, gibt es verschiedene Produkte, die verwendet werden können.

Alle haben Vor- und Nachteile. Man sollte am besten selbst austesten, was einem am besten passt.

Hier ein kurzer Überblick über die gängigsten Periodenprodukte:

  • 🩸 Binden: Werden in die Unterhosen geklebt und saugen das Blut auf. Gibt es in unterschiedlichen Stärken und Formen, mit und ohne Seitenflügel (damit kann man die Binde um die Unterhose befestigen).

  • 🩸 Tampon: Werden in die Vagina eingeführt und saugen dort das Blut auf. Mit dem befestigten Faden, kann der Tampon herausgezogen werden, wenn er voll ist oder spätestens nach 8h. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen.

  • 🩸 Menstruationstasse: Kleiner, flexibler Becher, der in die Vagina eingeführt wird und das Blut auffängt. Gibt es in verschiedenen Größen und kann bis zu 12h in der Scheide bleiben. Durch den kleinen Nippel an der Unterseite kann die Tasse herausgezogen werden. Sie kann gewaschen und mehrfach verwendet werden.

  • 🩸 Menstruationsunterwäsche: Spezielle Unterwäsche, die das Menstruationsblut auffängt. Gibt es in unterschiedlichen Stärken. Bei schwachen Tagen kann die Periodenunterwäsche wie eine normale Unterwäsche verwendet werden. Bei stärkeren Tagen sollte sie ca. nach 6h gewechselt oder ein zusätzliches Produkt verwendet werden.

Menstruationsbeschwerden: Schmerzen und Stimmungsschwankungen

Während der Menstruation haben manche Mädchen und Frauen Schmerzen im Unterbauch, Rücken oder auch in den Beinen. Diese Menstruationsbeschwerden können manchmal auch schon einige Tage vor oder nach Zyklusbeginn auftreten.

Solche Schmerzen entstehen durch die Kontraktionen (= Zusammenziehen) der Gebärmutter, die das Blut und die Schleimhaut ausstößt.

Die Schmerzen können von leicht bis stark variieren und mit Schmerzmitteln, Wärme oder Entspannungstechniken gelindert werden.

Eine Ursache für starke Scherzen kann auch Endometriose sein. Das ist eine Krankheit, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst, z.B. im Bauch- oder Beckenraum, am Darm oder Bauchfell. Mehr Infos hier.

Während der Menstruation passiert sehr viel im weiblichen Körper. Dadurch kann es zu Hormonschwankungen kommen, welche auch die Stimmung beeinflussen können: Der Anstieg und Abfall von Hormonen wie Östrogen und Progesteron kann Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und emotionaler Sensibilität führen.

ANLAUFSTELLEN

GYNÄKOLOGISCHE UNTERSUCHUNGEN IM KRANKENHAUS, IM GESUNDHEITSSPRENGEL, IN DEN FAMILIENBERATUNGSSTELLEN ODER PRIVAT

Falls du medizinische Fragen zu deinem Zyklus oder Geschlechtsorganen hast, Symptome auftreten oder dich einfach gynäkologisch untersuchen lassen möchtest, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • 🧑‍⚕️ In den Gesundheitssprengeln gibt es Beratungsstellen für Gynäkologie, welche bestimmte gynäkologische Leistungen anbieten (oftmals auch ohne Verschreibung). Wo es diese Beratungsstellen sind, findest du hier.

  • 👨‍⚕️ Außerdem gibt es zahlreiche private Gynäkolog*innen, an die du dich wenden kannst.

VEREIN ENDOMETRIOSE

Der Verein berät und unterstützt Personen mit Endometriose und ähnlichen Erkrankungen.

Webseitewww.endometriosialtoadigenoiconvoi.it
E-Mailinfo@endometriosialtoadigenoiconvoi.it
Telefonnummer+39 3460842164

YOUNG+DIRECT

Bei Fragen rund um Sexualität, Liebe und Körper, kannst du dich anonym und kostenlos an die Jugendberatungsstelle wenden.

WhatsApp345 0817 056
Jugendtelefon0471 155 1 551
Webseitehttps://www.young-direct.it/de/
E-Mail-Adresseonline@young-direct.it
AdresseJohann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42 Bozen

Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten, sind Krankheiten, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können.

Die aller, allermeisten sind gut behandel- und heilbar. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, wie man Geschlechtskrankheiten erkennt und sich davor schützen kann.

Die wichtigsten Infos bekommst du hier!

Geschlechtskrankheiten – Wie infiziert man sich?

Ausgelöst werden Geschlechtskrankheiten von Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Eine infizierte Person trägt diese Erreger in sich, unter anderem auch in den Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalsekret.

Beim Sex entstehen oft unbemerkt kleinste Schleimhautverletzungen. Dort können diese Erreger, dann in den Körper eindringen, wodurch sich auch die andere Person infizieren kann.

Die meisten Geschlechtskrankheiten werden so bei genitalem, oralem und analem Verkehr übertragen.

Grundsätzlich kann sich jeder und jede anstecken. Bei manchen Sexualpraktiken ist die Ansteckungsgefahr allerdings größer z.B. bei Analverkehr, da es dabei leichter zu kleinen Verletzungen kommen kann.

Welche Geschlechtskrankheiten gibt es und wie gefährlich sind sie?

Bei Geschlechtskrankheiten denkt man schnell an schwerwiegende Krankheiten wie AIDS, es gibt aber sehr viele verschiedene Geschlechtskrankheiten, mit unterschiedlichen Symptomen, Häufigkeiten usw. Manche sind ansteckender als andere. Aber fast alle sind gut behandel- und heilbar.

Bei vielen verläuft eine Infektion ohne Symptome. Was zunächst gut klingt, ist es allerdings nicht, denn:

  1. Können Krankheiten so unbemerkt weitergegeben werden
  2. Manche Krankheiten können unbemerkt und damit auch unbehandelt zu schweren Folgeschäden wie Unfruchtbarkeit führen

Zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten zählen:

Chlamydien

Die Chlamydien-Infektion gehört weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten.

  • 🦠 Übertragung: Bakterien werden vor allem beim ungeschützten Sex über die Schleimhäute weitergegeben – nicht nur durch penetrativen Geschlechtsverkehr, sondern auch durch Oralverkehr, Fingern und Sexspielzeug ist eine Übertragung möglich. 

  • 😣 Symptome: Zwei bis sechs Wochen nach Infektion Schmerzen beim Wasserlassen und Sex, Ausfluss aus der Harnröhre, bei Frauen Zwischenblutungen.

  • 💊 Behandlung: Antibiotika. Oft heilen Symptome von alleine aus. Da es allerdings auch zu schweren Verläufen kommen kann, sollte eine Infektion immer untersucht und behandelt werden.

  • 🚨 Schwerer Verlauf: Bei Frauen: Beckenentzündung, Unfruchtbarkeit. Bei Männern: Entzündung der Nebenhoden, Unfruchtbarkeit möglich.

Gonorrhoe/Tripper

Der Tripper ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen, die häufiger Männer betrifft.. Medizinisch wird er auch Gonorrhoe genannt.

  • 🦠 Übertragung: Bakterien sind sehr leicht übertragbar, vor allem bei ungeschützem Vaginal-, Anal- und Oralsex.

  • 😣 Symptome: Ungewöhnlicher, eitriger Ausfluss, Brennen oder Schmerzen beim Urinieren und beim Sex, Juckreiz an Vulva, Penis und/oder Po, Rötung und Schwellung im Mund-Rachen-Raum oder Analbereich.

  • 💊 Behandlung: Antibiotika. Oft heilen Symptome von alleine aus. Da es allerdings auch zu schweren Verläufen kommen kann, sollte eine Infektion immer untersucht und behandelt werden.

🚨 Schwerer Verlauf: Beckenentzündung, Unfruchtbarkeit; Entzündungen an Gelenken, Haut und Herz.

Syphilis

Generell sind in Italien häufiger Männer infiziert als Frauen. Früher war die Krankheit sehr gefährlich, mittlerweile lässt sie sich sehr gut heilen.

  • 🦠 Übertragung: Über kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut (im Mund, Analbereich, am Penis oder in der Vagina) können die Bakterien in den Körper eindringen. Meistens passiert das beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr, aber auch beim Oralverkehr.
  • 😣 Symptome: Die Krankheit entwickelt sich in drei Phasen, welche unterschiedlich lange dauern können:
    1. Rote Flecken, Knoten an infizierter Stelle, welches zu einem flachen Geschwür wird und innerhalb weniger Tage wieder ab.
    2. Nässender Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Auch diese Krankheitszeichen klingen von alleine wieder ab. Meist macht sich die Syphilis danach nicht mehr bemerkbar.
    3. Nach 3-5 Jahren gummiartig verhärtete Geschwüre, die im und am ganzen Körper auftreten können. Organe wie Herz, Gehirn, Knochen oder Haut und das Nervensystem können geschädigt werden.
  • 💊 Behandlung: Antibiotika

HIV/Aids

Seit es die Medikamenten-Therapie gibt, ist die HIV-Infektion zwar nicht heilbar, aber nicht mehr tödlich. Bei konsequenter Medikamenten-Einnahme kann die Weitergabe des HI-Virus verhindert werden.

  • 🦠 Übertragung: Über Blut, Sperma, Vaginalsekret, Flüssigkeitsfilm auf Darmschleimhaut bei ungeschütztem Sex, kontaminierte Spritzen und mögliche Übertragung während der Geburt.

  • 😣 Symptome: Sechs Tage bis sechs Wochen nach Infektion leichte grippeähnliche Erkrankung z.B. Fieber, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen, Durchfall, Hautausschläge, Lymphknotenschwellung und Schweißausbrüche.

  • 💊 Behandlung: Kombinationstherapie

  • 🚨 Schwerer Verlauf: Bei unentdeckter Infektion Ausbreitung der Viren im ganzen Körper, Schädigung des Immunsystems bis zu Aids (Infektionen und/oder Tumor aufgrund HI-Viren).

Humane Papillomaviren HPV

Humane Papilomaviren sind weit verbreitet: Bis zu 80 Prozent aller Menschen infizieren sich im Lauf ihres Lebens mit HPV. 67 Prozent haben keine Symptome.

  • 🦠 Übertragung: Viren werden über Kontakt mit der Schleimhaut von chronisch Infizierten über kleine, oft nicht sichtbare Verletzungen bei ungeschützter Vaginal-, Anal- und Oralsex übertragen

  • 😣 Symptome: Oft symptomlos, manchmal Genitalwarten/Feigwarzen

  • 💊 Behandlung: Keine. Infektion klingt in der Regel ohne Einwirkung ab. 

  • 🚨 Schwerer Verlauf: Gebärmutterhalskrebs und andere Formen von Genitalkrebs

  • 💉 Vorbeugung: Impfung senkt das Risiko für Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs, PAP-Abstrich hilft abnormales Zellwachstum frühzeitig zu erkennen.

Hepatitis B und C

Hepatitis ist eine Leberentzündung. Im Unterschied zu Hepatitis A, der am wenigsten bedrohlichen Form, kann Hepatitis B und C durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, chronisch werden und langfristig schwere gesundheitliche Folgen haben.

  • 🦠 Übertragung: Virale Weitergabe bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr, Verletzungen (Eindringen von Viren über auch kleine Hautdefekte, Blut-zu-Blut-Kontakt), durch Bluttransfusionen bzw. Drogenkonsum.
  • 😣 Symptome: Sehr unterschiedlich. Klassisch ist Leberentzündung mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit und evtl. Gelbfärbung der Skleren und der Haut einhergeht.
  • 💊 Behandlung: spezifische Therapie. Können spontan ausheilen, aber auch chronisch werden.
  • 🚨 Schwerer, chronischer Verlauf: Vor allem bei Hepatits C besteht die Gefahr auf eine chronische Erkrankung, sie heilt also nicht selbst ab. Das verursacht zunächst keine Beschwerden. Die Viren schädigen jedoch die Leber so, dass sich nach einigen Jahren schwere Folgen (Leberzirrhose, Leberzellkrebs) entwickeln können.

Genitale Pilzinfektion

Ein Pilz ist zwar nicht unbedingt (nur) sexuell übertragbar, kann jedoch Symptome auslösen, die daran erinnern. Schätzungen zufolge machen bis zu 75 Prozent aller Personen mit Vagina zumindest einmal im Leben eine Scheidenpilzinfektion durch.

  • 🍄‍🟫 Ursache: Pilzinfektionen der Vagina und des Penis werden in den meisten Fällen durch den Hefepilz Candida albicans verursacht. Dieser kommt in der normalen Flora der Haut und Schleimhaut vor, kann sich bei bestimmten Umständen allerdings stark vermehren und zur Infektion führen. Pilze können durch ungeschützten Geschlechtsverkehr von einem*r Partner*in auf den*die andere*n übertragen werden.
  • 😣 Symptome: Beim Penis sind meist Eichel und Vorhaut betroffen. Bei der Vulva kommt es häufig zu Brennen, Juckreiz und einem weißlichen cremigen bis bröckeligen Ausfluss aus der Vagina. Die Haut an der Vulva kann sich röten. Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs können ebenfalls auftreten.
  • 💊 Behandlung: Antipilzmittel in Form von Zäpfchen, Cremes oder Tabletten

Wie schützt man sich vor Geschlechtskrankheiten?

Hier ein paar Tipps, mit denen du dich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen kannst:

  • 🍌 Kondome verwenden! Kondome sind zwar keine 100%ige Garantie dafür, dass du dich nicht mit einer Geschlechtskrankheit ansteckst, allerdings minimieren sie das Risiko stark und sind eines der wenigen Mittel, wie man sich schützen kann. Sie helfen bei richtiger Anwendung insbesondere gegen HIV und Hepatitis C – zwei unheilbare und verhältnismäßig aggressive Krankheiten. Schutz bietet auch das Femidom, eine Variante des Kondoms, welches in die Vagina eingeführt wird.

  • 👄 Bei Oralsex können Krankheiten über die Mundschleimhaut weitergegeben werden. Kondome schützen bei Personen mit Penis, bei Frauen bieten Dental Dam Schutz. Das sind hauchdünne Tücher, die über die Vulva gelegt werden können.

  • 👩‍⚕️ Manche Krankheiten sind sehr ansteckend und können trotz „Aufpassen“ übertragen werden. Wichtig ist, dass du, sobald du Symptome verspürst, dir umgehend ärztliche Hilfe holst. Einerseits, weil sich die Krankheiten dann leichter behandeln lassen, und andererseits, damit du niemanden anderen ansteckst.

  • 📃 Wenn du häufiger Sexpartner*innen wechselst, solltest du dich präventiv testen lassen (z.B. in Südtirol gratis bei Propositiv oder in den Krankenhäusern). Eine Faustregel besagt, dass ein Test nach 3-4 Sexualpartner*innen sinnvoll ist.

  • 🧽 Sexspielzeug muss vor allem bei wechselnden Sexualpartner*innen gründlich mit Seife und Wasser gereinigt bzw. mit Kondom verwendet werden.

  • 💉 Für manche Geschlechtskrankheiten gibt es Impfungen – konkret für Hepatitis A und B und für HPV. Die Hepatitis B Impfung ist in Italien verpflichtend. Die HPV-Impfung wird allen Geschlechtern empfohlen.

  • 💬 Falls du infiziert bist, gibt deinem/deiner Sexualpartner*in Bescheid, damit er/sie sich untersuchen und behandeln lassen und damit niemanden anstecken kann.

Was soll ich machen, wenn ich vermute, eine Geschlechtskrankheit zu haben?

Du verspürst Symptome oder möchtest einfach auch Nummer sicher gehen? Das kannst du machen:

  • 👨‍⚕️ Wende dich an eine Vertrauensperson und mache einen Untersuchungstermin bei einem Arzt oder einer Ärztin deines Vertrauens.

  • 🧑‍🔬 Die meisten Krankheiten können anhand einer Blutuntersuchung, eines gynäkologischen Abstrichs oder mittels Urin- und Stuhlproben diagnostiziert werden. Neben Ärzt*innen bieten Aidshilfen, in Südtirol zum Beispiel Pro Positiv (Schnelltest HIV, Hepatitis C und Syphilis – anonym, sicher, schnell und kostenlos), und Gesundheitsämter Tests auf Geschlechtskrankheiten an.

  • 💬 Informiere deine Sexpartner*innen und schick sie ebenfalls zur Untersuchung. Sonst besteht die Gefahr, dass du dich wieder ansteckst, oder er/sie andere Personen ansteckt. Keine Sorge, dafür musst du dich nicht schämen. Das Wichtigste ist, dass du wieder gesund wirst und sich niemand ansteckt.

Hier findest du eine tolle Broschüre mit vielen weiteren Informationen zum „Ersten Sex und der großen Liebe“

ANLAUFSTELLE: Pro Positiv

Der Verein Propositiv Südtiroler AIDS-Hilfe hat das Ziel Information und Sensibilisierung zur Prävention von Infektionskrankheiten zu leisten, sowie AIDS-Betroffene und ihre Angehörigen zu unterstützen.

Propositiv bietet Informationen, Beratung, Begleitung von Betroffenen und die kostenlose und anoyme Druchführung von Schnelltest für HIV, HCV und Syphilis.

E-Mail Adresseinfo@propositiv.bz.it
Telefonnummer0471 932200
Adresse Baristraße 14/c, 39100 Bozen
Webseitewww.propositiv.bz.it

Beim Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit, kannst und solltest du dich natürlich an deinen Arzt/Ärztin wenden, entweder an deinen Hausarzt/Hausärztin, oder an eine*n Gynäkologe*in oder Urolog*in.

Die Kampagne Check your X senisbilisiert und informiert über Gesundheit und Krankheit der männlichen Geschlechtsorgane.

Was passiert bei einer gynäkologischen Visite?

Früher oder später steht er für jede weibliche Person an – der Besuch beim Frauenarzt bzw. bei dem/der Gynäkolog*in.

Für viele stellen sich vorher die Fragen: Wann muss ich eigentlich hin? Und was passiert bei der Untersuchung?

Wir klären einige dieser Unsicherheiten.

Wann muss ich zum Gynäkologen bzw. zur Gynäkologin?

Der Zeitpunkt, wann man zum ersten Mal zur frauenärztlichen Visite geht, ist für jeden Menschen individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig:

Viele gehen das erste Mal hin, sobald sie ein Verhütungsmittel brauchen. Dieses muss in den meisten Fällen, von einem Arzt/einer Ärztin verschrieben werden.

Andere gehen zur Untersuchung, sobald die erste Regelblutung eintritt.

Auf jeden Fall zum Gynäkologen bzw. zur Gynäkologin solltest du, wenn du Veränderungen an deinem Körper wahrnimmst, oder Symptome hast wie:

  • 🪢 Knoten in der Brust (schmerzhaft oder auch nicht)

  • 😖 Schmerzen/Schwellungen/Juckreiz/Rötungen/Ausschlag im Genitalbereich

  • 💧 Unangenehm riechender Ausfluss mit grüner oder gräulicher Farbe

  • 😣 Schmerzen beim Sex

  • 🩸 Deine Regelblutung bleibt für mehrere Zyklen aus, kommt viel zu stark oder viel zu schwach

  • 🫄 Du vermutest schwanger zu sein oder hast einen positiven Schwangerschaftstest gemacht

Prinzipiell ist es wichtig, regelmäßig (ca. 1x pro Jahr) zur Kontrollvisite zu gehen, um abzuchecken, ob alles ok ist!

Aber auch wenn du keine Symptome hast, ist es sinnvoll zur Routinekontrolle zu gehen. z.B. wenn du deine Regelblutung schon hast und bereits Geschlechtsverkehr hattest.

Wie läuft eine Untersuchung ab?

Die gynäkologische Untersuchung kann je nach Arzt/Ärztin und je nachdem, warum du zur Untersuchung gehst, unterschiedlich sein. Damit du dir ein Bild machen kannst, hier ein allgemeiner Ablauf:

  • ❓Zu Beginn werden ein paar Fragen gestellt, z.B. ob du schon einmal Geschlechtsverkehr hattest, ob du ein Verhütungsmittel nimmst oder ob du Beschwerden hast. Außerdem wirst du wahrscheinlich gefragt, wann deine letzten Regelblutungen waren TIPP: Notiere dir, wann du deine Regelblutung hast und wie lange diese geht. Das ist nicht nur für dich wichtig, um deinen Körper kennenzulernen, sondern auch für den Termin beim/bei der Gynäkologen/Gynäkologin! Hierfür gibt es sehr tolle und kostenlose Apps.

  • 🩲 Im Anschluss wird dich der Arzt/die Ärztin bitten, dich untenrum freizumachen. Dafür ist meistens ein separater Raum (oder ein abgetrennter Bereich) vorgesehen.

  • 👩‍⚕️ Dann wirst du gebeten, auf einem speziellen Stuhl Platz zu nehmen. Der Arzt/die Ärztin wird deine Vagina abtasten und/oder einen Ultraschall von deinem Uterus (deiner Gebärmutter) machen. Dabei wird ein längliches Gerät in deine Vagina eingeführt. Keine Angst – das schmerzt im Normalfall nicht! Auf dem Bildschirm kannst du mitschauen und dir wird erklärt, was zu erkennen ist!

  • 🦠 Einmal jährlich wird dir außerdem empfohlen einen sogenannten Pap-Test zu machen, dabei wird der Arzt/die Ärztin einen Abstrich aus deiner Vagina nehmen und diesen ins Labor schicken, um abzuklären, ob Bakterien vorhanden sind, die nicht dorthin gehören.
Was ist ein Pap-Test?

Das ist eine mikroskopische Untersuchung von Zellen im Gebärmutterhals, damit Krebs und dessen Vorstadien rechtzeitig erkannt werden können.

Je früher erkannt wird, dass etwas nicht ok ist, umso höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung.

Sollte der Test einmal positiv ausfallen, heißt das jedoch noch nicht gleich, dass Krebszellen in deiner Vagina gefunden wurden. Manchmal kann es sich auch um harmlose Bakterien o.ä. handeln. Du wirst einen Anruf von deiner Ärztin/deinem Arzt erhalten und zu einer weiteren Untersuchung eingeladen.

Den Test sollten alle Menschen mit Uterus zwischen 25 bis 65 Jahren regelmäßig machen. Bis 30 erhältst du vom Südtiroler Sanitätsbetrieb alle drei Jahre eine Einladung, danach alle fünf Jahre. Wenn du diese Einladung vorlegst, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Auf dieser Website vom Südtiroler Sanitätsbetrieb kannst du mehr zu dem Thema lesen.

  • 🖐️ Darauf wird der Arzt/die Ärztin noch deine Brust auf Knötchen abtasten.

  • 👖 Und dann darfst du dich schon wieder anziehen.

  • 💬 Zum Schluss wird noch ein Abschlussgespräch geführt, bei dem dir dein Arzt/deine Ärztin erklärt, ob alles ok ist, ob Medikamente oder weitere Untersuchungen nötig sind…

Falls du möchtest, kannst du deinen Partner/deine Partnerin oder auch eine Freundin oder Elternteil zum Termin mitnehmen. Keine Sorge! Die Ärzt*innen bitten die Angehörigen raus, sobald du dich zur Untersuchung ausziehen musst!

Müssen meine Eltern dabei sein, wenn ich noch minderjährig bin?

Nein!

Du kannst jederzeit einen Gynäkologen/eine Gynäkologin aufsuchen ohne das Einverständnis deiner Eltern und ohne dass diese dabei sein müssen.

Auch für ein Verhütungsmittel brauchst du ab 14 oder 16 Jahren (hängt von dem Arzt/der Ärztin ab) kein Einverständnis deiner Eltern.

Wenn du jedoch einen medizinischen Eingriff benötigst und minderjährig bist, müssen deine Eltern einwilligen.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden und wo mache ich einen Termin?

ANLAUFSTELLE: Gesundheitssprengel, Krankenhaus oder private*r Gynäkolog*in

Du kannst dich bei Fragen jederzeit an den Gesundheitssprengel oder dein/e persönliche/n Gynäkologen/Gynäkologin wenden.

In Südtirol gibt es in fast allen Krankenhäusern ein gynäkologisches Ambulatorium. Mehrere Infos zu Erstuntersuchungen und weitere Infos findest du auf der Internetseite des südtiroler Sanitätsbetriebes.

Auf dieser Website kannst du online einen Termin für deine Visite machen, indem du deine Steuernummer und wenn vorhanden, die Nummer deines Rezeptes für die Visite eintippen kannst.

Listen und Kandidat*innen Wahlkreis Nord-Ost

Im Wahlkreis Nord-Ost, zu dem auch Südtirol gehört, stehen diese Listen und Kandidat*innen zur Wahl.

Facsimile Stimmzettel Wahlkreis Nord Ost

Reminder: Man kann eine Liste wählen und bis zu drei Vorzugsstimmen vergeben (außer bei Minderheitenlisten, da nur eine Vorzugsstimme)

Hinweis: Südtiroler Kandidat*innen sind in der Liste fett markiert.

  • Antonio Tajani
  • Sandra Savino
  • Flavio Tosi
  • Matteo Gazzini
  • Rosaria Tassinari
  • Cristina Andretta
  • Giampiero Avruscio
  • Antonio Cenini
  • Francesco Coppi
  • Arianna Corroppoli
  • Isabella Dotto
  • Bruno Molea
  • Deborah Onisto
  • Antonio Platis
  • Alessandra Servidori
  • Herbert Dorfmann
  • Roberta Bergamo (PATT)
  • Felix Nagler 
  • Franca Padovan (Slovenksa Skupnost)
  • Otto von Dellemann 
  • Ursula Thaler
  • Graham Robert Watson
  • Antonella Soldo
  • Giulia Pigoni
  • Davide Bendinelli
  • Gabriella Chiellino
  • Muharem Saljihu (detto Marco)
  • Maria Laura Moretti
  • Giorgio Pasetto
  • Francesco Bragagni
  • Marina Sorina
  • Luigi Giordani
  • Fabio Valcanover
  • Aurora Pezzuto
  • Nicola Cesari
  • Katerina Shmorhav (detta Katya)
  • Stefano Bandecchi
  • Lucrezia Chermaz
  • Alberto Bosi
  • Sabine Gruber
  • Filippo Bruschi
  • Miriam Nardelli
  • Marco Schenardi
  • Silvia Pilati
  • Paolo Alli
  • Barbara Previati
  • Raniero Luigi La Valle
  • Benedetta Sabene
  • Michele Santoro
  • Khaled Al Zeer
  • Valeria Allocati
  • Pier-Giorgo Ardeni
  • Ginevra Roberta Bompiani
  • Fiammetta Cucurnia
  • Francesco Di Matteo
  • Dario Dongo
  • Luigi Gallo
  • Alessandra Guerra
  • Paolo Rossi
  • Electra Stamboulis
  • Elisa Tavaglini
  • Sabrina Pignedoli
  • Ugo Biggeri
  • Martina Pluda
  • Cinzia Morsiani
  • Paola Gori
  • Maria Angela Ferri
  • Giacomo Zattini
  • Paolo Bernini
  • Mohamad Kamel Malak
  • Stefania Braghetta
  • Rada Bolognesi
  • Fulvia Panza
  • Diego Nicolini
  • Andrea Bardin
  • Cesidio Antidormi
  • Cateno De Luca
  • Laura Castelli
  • Vito Comencini
  • Francesco Amodeo
  • Mauro Beccari
  • Sara Cunial
  • Mirko De Carli
  • Rehana Kausar
  • Meryem Khaioui (Maria)
  • Chiara Vanessa Michelon
  • Cinzia Pasi
  • Ugo Rossi
  • Enrico Rizzi
  • Paolo Silvagni (Valleverde)
  • Giorgia Tripoli
  • Cristina Guarda
  • Domenico Lucano (detto Mimmo)
  • Brigitte Foppa
  • Nicola Dall’Olio
  • Jessica Veronica Cugini
  • Alessandro Franceschini
  • Francesca Caprini
  • Stefano Dall’Agata
  • Alessandra Filippi
  • Giulia Giorgi
  • Alessandra Mion
  • Emanuel Oian
  • Jessica Todaro (detta Jessica Todaro Bellinati)
  • Paolo Trande
  • Francesco Gonella
  • Stefano Bonaccini
  • Annalisa Corrado
  • Ivan Pedretti
  • Elisabetta Gualmini
  • Alessandro Zan
  • Alessandra Moretti
  • Sara Vito
  • Sara Ferrari
  • Antonio Mumolo
  • Giuditta Pini
  • Marcello Saltarelli
  • Silvia Panini
  • Lorenzo Gennari
  • Paola Gazzolo
  • Andrea Zanoni
  • Giorgia Meloni
  • Sergio Antonio Berlato
  • Alessia Ambrosi
  • Antonella Argenti
  • Silvia Bolla
  • Stefano Cavedagna detto Cavedania
  • Alessandro Ciriani
  • Elena Donazzan
  • Guglielmo Garagnani
  • Valeria Mantovan
  • Maddalena Morgante
  • Anna Olivetti
  • Lucas Pavanetto
  • Daniele Polato
  • Piergiacomo Sibiano (Piga)
  • Carlo Calenda
  • Elena Bonetti
  • Federico Pizzarotti
  • Lara Bisin
  • Mario Raffaelli
  • Stefania Cargioli
  • Giovanni Poggiali
  • Silvia Fattore
  • Carlo Pasqualetto
  • Valeriana Maria Masperi
  • Riccardo Mortandello
  • Giuditta Righetti
  • Paul Köllensperger
  • Federica Sabbati
  • Umberto Costantini
  • Paolo Borchia
  • Elena Lizzi
  • Alessandra Basso
  • Rosanna Conte
  • Anna Cisint
  • Stefano Bargi
  • Roberta Conti
  • Arianna Lazzarini
  • Alessandro Manera
  • Morena Martini
  • Emiliano Occhi
  • Roberto Paccher
  • Roberto Pizzoli
  • Roberto Vannacci
  • Stefano Zannier

Kandidat*innen aus Südtirol

Obwohl du natürlich alle oben genannten Kandidat*innen wählen kannst, möchten wir dir hier nochmals kurz die Spitzenkandidat*innen unseres Wahlkreises aus Südtirol vorstellen:

Alle Infos findest du auf deinewahl.it

Wie wird gewählt?

Wann: Samstag, 8. Juni 2024, von 15:00 bis 23:00 Uhr & Sonntag, 9. Juni 2024, von 7:00 bis 23:00 Uhr

Was: Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments

Wer: Die Bevölkerung aller Mitgliedsstaaten der EU, in Italien Bürger*innen ab 18 Jahren

Wie: Eine Parteienliste und bis zu drei Vorzugsstimmen, bei Minderheitenparteien nur eine Vorzugsstimme

Wo: In deiner Gemeinde, Wahlsektion findest du auf deinem Wahlausweis

Was brauche ich? Wahlausweis und Personalausweis

Was wird gewählt?

Die 27 Mitgliedsstaaten der EU wählen insgesamt 720 Abgeordnete des Europäischen Parlaments für die nächsten 5 Jahre.

Die Wahlen finden auf nationaler Ebene statt, das heißt jedes Mitgliedsland wählt Vertreter*innen aus dem eigenen Land.

Welcher Staat wie viele Sitze hat, hängt von der Bevölkerungszahl des Mitgliedslandes ab. Aus Italien werden 76 Abgeordnete gewählt.

Die Kandidat*innen die sich für Italien zur Wahl stellen, schließen sich in Listen mit unterschiedlichen Zielen und Programmen zusammen.

Bei der Wahl am 8. und 9. Juni geht es also darum eine Liste zu wählen. Außerdem kann man bis zu drei Vorzugsstimmen für Kandidat*innen dieser Liste abgeben (außer bei Minderheitenlisten. Mehr dazu bei Besonderheiten Südtirol).

Wie läuft die Wahl ab?

Am 8. und 9. Juni finden in ganz Italien die EU-Wahlen statt. Italien wird dabei in 5 Wahlkreise (=Zonen) eingeteilt. Je nach Einwohnerzahl des Wahlkreises, wir eine Anzahl an Sitzen zugewiesen. Südtirol gehört zum Wahlkreis Nord-Ost und wählt insgesamt 15 Abgeordnete.

Wählen kannst du eine Liste und du kannst bis zu 3 Vorzugsstimmen vergeben.

Die Listen und Kandidat*innen findest du hier.

Dafür wird das Listenzeichen angekreuzt und in den Zeilen daneben können 1-3 Kandidat*innen gewählt werden.
Achtung:

  • Die gewählten Kandidat*innen müssen der Liste angehören, die du angekreuzt hast.
  • Du musst min. den Nachname der Person aufschreiben, falls mehrere Kandidat*innen den selben Nachnamen haben, zusätzlich auch den Vornamen.
  • Wenn du zwei oder drei Vorzugsstimmen vergibst, müssen diese Personen unterschiedlichen Geschlechts sein, andernfalls wird die letzte Präferenz bzw. die letzten beiden automatisch gestrichen.
  • Wenn du eine Liste einer Sprachminderheit wählst, darf nur eine Vorzugsstimme vergeben werden.
Facsimile Stimmzettel Wahlkreis Nord-Ost

Und dann? Was beeinflusst meine Stimme? Wie werden die Sitze vergeben?
Es gilt das Verhältniswahlsystem. Das heißt bekommt eine Liste 20% der Stimmen, bekommt sie auch 20% der Sitze, die für den Wahlkreis vorgesehen sind. Es gilt allerdings die 4%-Hürde zu überschreiten. Also erst wenn eine Liste mehr als 4% der Stimmen erreicht, ist sie auch berechtigt einen Sitz zu bekommen.

Welche*r Kandidat*in die Sitze bekommt, entscheiden die Vorzugsstimmen. Erhält eine Partei also 2 Sitze, bekommen diese Sitze jene zwei Kandidat*innen, die am meisten und zweitmeisten Vorzugsstimmen erhalten haben.

Besonderheit in Südtirol

Für Sprachminderheiten wie Südtirol gibt es eine besondere Regelung. Minderheitenlisten aus Südtirol können sich mit einer nationalen Parteienliste zusammenschließen, um die 4%-Hürde überschreiten zu können. Wenn die Parteienliste mehr als 4% der Stimmen und der/die Kandidat*in der Minderheitenliste mindestens 50.000 Vorzugsstimmen erhält, dann bekommt diese Person den Sitz im EU Parlament.

Bei der EU-Wahl 2024 gibt es eine Minderheitenliste aus Südtirol, die SVP. Die Südtiroler Volkspartei ist somit die einzige Südtiroler Partei, die mit eigenem Listenzeichen und nicht im Verbund auf dem Stimmzettel zu finden sein wird.

Achtung: Wenn du eine Minderheitenliste wählst, darf nur eine Vorzugsstimme abgegeben werden.

Für die anderen Südtiroler Kandidat*innen gilt die Minderheitenregelung nicht. Damit sie es in das EU-Parlament schaffen, müssen sie die meisten Vorzugsstimmen erhalten und ihre Listen müssen die 4%-Hürde überschreiten.

Südtiroler Kandidat*innen

Sieben Kandidat*innen aus Südtirol stellen sich der EU-Wahl am 8. und 9. Juni:

  • Brigitte Foppa Bündnis Alleanza Verdi – Sinistra

  • Diego Nicolini von Movimento 5 Stelle

  • Herbert Dorfmann für die SVP, welche mit der Liste Forza Italia verbunden ist

  • Luigi Gallo für die Liste Pace, Terra, Dignitá

  • Matteo Gazzini von Forza Italia

  • Paul Köllensperger von Team K mit der Liste Azione

  • Sabine Gruber mit der Liste Alternativa Popolare

Die SVP ist die einzige Minderheitenliste in Südtirol. Dafür gelten besondere Regelungen: Die SVP hat sich mit der nationalen Liste von Forza Italia zusammengeschlossen, erhält diese Liste mehr als 4% der Stimmen und der Kandidat mehr als 50.000 Vorzugsstimmen, ist ihm ein Sitz sicher.

Für die anderen Südtiroler Kandidat*innen gilt diese Regelung nicht. Damit sie es in das EU-Parlament schaffen, müssen sie die meisten Vorzugsstimmen erhalten und ihre Listen müssen die 4%-Hürde überschreiten.

Natürlich musst du keine Südtiroler Kandidat*innen wählen. Alle Kandidat*innen des Wahlkreis Nord Ost, stehen dir zur Verfügung und du kannst auch nur eine Liste wählen, also keine Vorzugsstimmen vergeben.

Was soll ich wählen?

Nachdem du nun weißt, wie die Wahl abläuft, fragst du dich vielleicht, was und wen du nun wählen sollst.

Zunächst soll gesagt sein: Indem du dich informierst und das hier liest, hast du bereits einen wichtigen Schritt gemacht. Denn, wählen ist wichtig!

Immerhin kannst du dadurch mitentscheiden, wer die nächsten fünf Jahre im EU-Parlament Entscheidungen trifft, die sicherlich auch dich betreffen werden. Umso entscheidender ist es deshalb, jener Liste bzw. jenen Personen deine Stimme zu geben, die deine Interessen am besten vertreten. Du fragst dich, wie du das herausfinden sollst? 

  • Südtiroler Kandidat*innen haben wir zum EU-Quiz und bei Bullshit getroffen. Schau dir die Videos an und mach dir einen Eindruck von ihnen.

  • Vielleicht hast du anschließend bereits einen Favoriten oder kannst einige Optionen ausschließen. Informiere dich etwas genauer über die Listen bzw. Kandidat*innen, welche für dich interessant sind.

  • Manchmal hilft es auch sich mit Freunden und Familie auszutauschen und unterschiedliche Meinungen einzuholen. Halte dir aber vor Augen: Die Wahl ist persönlich. Lass dich also nicht zu sehr von anderen beeinflussen, sondern triff die Entscheidung, die sich für dich richtig anfühlt.

Nach der Wahl

Die Ergebnisse findest du hier.

Doch wie geht es dann weiter?

Nachdem feststeht, wer ins EU-Parlament gewählt wurde, werden die gewählten Abgeordneten daran arbeiten, Fraktionen zu bilden.

Die EU-Abgeordneten werden zwar in den Mitgliedsstaaten gewählt, anschließend schließen sie sich allerdings, je nach politischer Ausrichtung, zu Fraktionen zusammen und sind nicht nach Staatsangehörigkeit organisiert. Aktuell gibt es sieben Fraktionen. In einer Fraktion wird über Themen debattiert, um einen gemeinsamen Standpunkt zu erarbeiten. Einige Abgeordnete gehören keiner Fraktion an und werden als fraktionslos bezeichnet.

Bei der ersten Plenartagung kommen alle Abgeordneten zusammen und wählen einen Präsidenten oder eine Präsidentin. In einer weiteren Sitzung wird das Parlament den neuen Präsidenten oder die neue Präsidentin der Europäischen Kommission wählen und später das gesamte Kollegium der Kommissionsmitglieder prüfen und bestätigen.

Mehr zu den aktuellen Fraktionen im Europäischen Parlament

Was ist das Europäische Parlament

Das EU-Parlament beschließt die Gesetze, die von der EU-Kommission vorgeschlagen wurden und entscheidet gemeinsam mit dem Rat der EU über den Haushalt (EU-Gelder). Außerdem kontrolliert es alle Organe und Organisationen der EU.

Das Parlament repräsentiert die Bürgerinnen und Bürger und ist jene Institution, die wir am 8. Und 9. Juni neu wählen.

Wenn du dich genauer über die EU und die EU-Parlamentswahlen informieren willst, empfehlen wir dir die neuste Folge von Polit-Appdate.

Alle Infos, Videos, Quiz, Podcast usw findest du auf deinewahl.it

Aussehen, Körperbild und Essstörungen

Du fühlst dich mit deinem Körper nicht wohl? Vergleichst du dich mit Influencer*innen oder fragst dich, ob dein Essverhalten noch „normal“ ist?

Hier findest du Infos, Tipps und Anlaufstellen

Aussehen wie ein*e Influencer*in

Wir alle vergleichen uns manchmal mit Influencer*innen und möchten gerne sein wie sie. Wenn die Realität mit dem Ideal nicht übereinstimmt, kann das am Selbstwert kratzen…

Remember: Die vermeintlich perfekte Welt auf Social Media repräsentiert meist nicht das echte Leben!

Erinnere dich daran, dass hier eine perfekte Welt verkauft wird, all die langweiligen, unschönen oder traurigen Momente werden einfach ausgeschnitten und nicht gezeigt. Sogar die schönen Bilder werden durch Maske, Licht und Bildbearbeitung noch optimiert.

WAS MAN MACHEN KANN, WENN MAN SICH DADURCH UNTER DRUCK GESETZT FÜHLT:

  • 💬 Sprich mit Vertrauenspersonen über deine Gefühle und deine Unzufriedenheit.

  • 🌍 Suche dir Vorbilder in der analogen Welt, schaue dir echte Körper an.

  • 🥰 Finde und benenne regelmäßig Dinge, die du an dir magst. Wir alle haben Fehler und niemand ist perfekt. Schätze deine guten Seiten und rücke diese ins Licht!

  • 📵 Achte darauf, welche Medieninhalte dir guttun, und schließe jene aus, die dir nicht guttun.

  • 👩🏻‍🏫 V.a. über Ernährung und Sport schwirren viele Trends durchs Internet, die wissenschaftlich nicht geprüft sind. Hinterfrage die Informationen und hole dir Rat von ausgebildeten Expert*innen oder offiziellen Seiten (z.B. dge.de, bzga.de, gesundheit.gv.at).

BODY POSITIVITY UND BODY NEUTRALITY

Die beiden Bewegungen sagen unrealistischen Schönheitsidealen, die beispielsweise über Social Media verbreitet werden, den Kampf an und feiern die Vielfalt der Körper.

Jeder Körper ist schön!

Der Sloagen der Body Positivity Bewegung lautet „Jeder Körper ist schon“. Es geht darum eine positive Beziehung zum eigenen Körper zu haben, egal wie dieser aussehen mag.

Körper sind wie sie sind, wir sind dankbar für all das, was sie täglich für uns leisten

Body Neutrality ist eine Abspaltung der Body Positivity Bewegung. Die zentrale Botschaft ist: „Körper sind wie sie sind, wir sind dankbar für all das, was sie täglich für uns leisten.“ So wird die Aufmerksamkeit auf die Fähigkeiten und Funktionen des Körpers gelenkt – Aussehen und Schönheit verlieren an Bedeutung.

Picky eating, Diäten, Intervallfasten, übermäßiges Naschen … Was ist eigentlich normal?

Zwischen normalem und krankhaften Essverhalten bzw. einer Essstörung gibt es einen großen Graubereich. Eine klare Grenze zu ziehen, ist oft schwierig. Wir alle ernähren uns mehr oder weniger gesund und haben unterschiedliche Essgewohnheiten.

Ein zentrales Merkmal einer Essstörung besteht jedoch darin, dass die Gedanken und die Gefühlswelt verstärkt um die Ernährung kreisen:

  • 💭 Musst du ständig an das Essen oder Nicht-Essen, deine Figur und dein Gewicht denken?

  • 😣 Ist das Essen für dich ein täglicher Kampf?

  • 🍱 Hast du regelmäßig Essanfälle?

  • 🤔 Fällt es dir schwer, Hunger und Sättigung wahrzunehmen und ihnen nachzukommen?

Das sind Anzeichen für ein schwieriges Verhältnis zum Essen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du an einer Essstörung leidest, kannst du hier einen Selbsttest machen.

Du kannst dich auch an die Infes wenden und in einem Beratungsgespräch deiner Vermutung auf den Grund gehen.

Essstörung: Was ist das?

Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, d.h. die Krankheit spielt sich in der Psyche und im Körper ab.

Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, bei denen man zu viel oder zu wenig isst und dementsprechend auch ein Über- oder Untergewicht entwickeln kann. Vom Gewicht allein lässt sich allerdings kein Rückschluss auf eine zugrundeliegende Essstörung ziehen!

Betroffene ändern ihr Essverhalten im Versuch, einen viel tiefer liegenden Leidensdruck zu bewältigen.

Für Menschen mit Essstörungen bedeutet die Nahrungsaufnahme einen täglichen Kampf, alles dreht sich nur noch ums Essen oder Nicht-Essen, Schlanksein, zu Dicksein und manchmal auch um Sport und Training. Betroffene ändern ihr Essverhalten im Versuch, einen viel tiefer liegenden Leidensdruck zu bewältigen. Sie erleben sich selbst und ihren Körper als unzulänglich, sind unzufrieden und glauben, ihren Körper ändern zu müssen, um sich wertvoll zu fühlen.

WIE KOMMT ES DAZU?

Man kann die Entstehung einer Essstörung gut mit einem Fass vergleichen: Es kann voll von unterschiedlichen Gründen sein und irgendwann durch ein belastendes Einzelereignis zum Überlaufen gebracht werden. Ein Faktor, der oft unterschätzt wird, sind die unrealistischen Schönheitsideale unserer Gesellschaft, die v.a. auf junge Frauen großen Druck ausüben. Zudem spielen biologische, persönliche, familiäre und soziale Faktoren eine Rolle.

Essen oder Nicht-Essen kann zur Belohnung, Beruhigung oder Bewältigung von Stress genutzt werden. Ab und zu machen wir das alle – aber bei einer Essstörung entwickeln sich diese veränderten Ernährungsgewohnheiten zu einem täglichen Zwang, den die Betroffenen nicht mehr unter Kontrolle haben.

WIE WERDEN ESSSTÖRUNGEN BEHANDELT?

Essstörungen sind heilbar!

Hierfür benötigt es professionelle Betreuung und Behandlung auf drei Säulen: Medizin, Psychotherapie und Ernährungstherapie.

Es gibt verschiedene ambulante und stationäre Einrichtungen in Südtirol, die Betroffene und ihre Angehörigen unterstützen.

FAQ

Was ist Bodyshaming?

Setzt sich aus den Begriffen „body“ (=Körper) und „shaming“ (=beschämen) zusammen. Es meint die Beleidigung, Demütigung, Ausgrenzung oder das Cyber|Mobbing einer Person aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Dabei werden oft abwertende Kommentare über das Aussehen gemacht oder die Person als Ganzes abgewertet. Häufig bezieht sich das Bodyshaming auf das Übergewicht einer Person, dann spricht man von Fatshaming. Bodyshaming ist nicht ok und kann in manchen Fällen auch rechtliche Konsequenzen haben.

Welche Symptome treten bei einer Essstörung auf?

Eine Essstörung kann sich durch kontrolliertes Essverhalten äußern:

  • 😣 Das Gefühl zu dick zu sein, trotz Untergewicht
  • 🙊 Eingeschränkte Nahrungsaufnahme und viel Bewegung
  • ⚖️ Strenge Gewichtskontrolle und Gewichtsverlust
  • 🚥 Lebensmittel werden in „gut“ und „schlecht/ gefährlich“ eingeteilt
  • 🤚 sozialer Rückzug

Oder durch unkontrolliertes Essverhalten:

  • 🍫 Essanfälle finden mehrmals wöchentlich statt und werden z.T. geplant
  • 🤷 Hunger und Sättigung werden kaum gespürt oder erkannt
  • ⚖️ Übermäßiges Essen dient der Gefühlsregulierung
  • 😓 Scham über den eignen Körper, ständige Beschäftigung mit der Figur
  • 🏃 Manche Betroffene versuchen die Essanfälle zu kompensieren, indem sie erbrechen, Abführmittel schlucken, fasten oder exzessiv Sport betreiben

Ich mache mir Sorgen um meine*n Freund*in, was kann ich tun?

Indem du dich über die Krankheit informierst, machst du schon vieles richtig!

Suche einen Moment, indem ihr in Ruhe reden könnt und sprich deine Sorgen klar an. Achte hierbei darauf, dass du nicht Vorwürfe oder abwertende Bemerkungen über das Essverhalten oder das Gewicht deiner Freundin/deines Freundes machst.

Anstatt direkt mit der Tür ins Haus zu fallen, ist es besser, über das Wohlergehen und die Stimmung der Person zu sprechen – und interessiert nachzufragen, wie es ihr tatsächlich geht.

z.B. Ich merke du ziehst dich immer mehr zurück, ich mache mir Sorgen, ob es dir gut geht…

Ich habe das Gefühl, du hast nicht mehr so große Lebensfreude, ist alles ok bei dir?

Gerne kannst du ein Beratungsgespräch der Infes nutzen, um dich auf das Gespräch mit deiner Freundin/deinem Freund vorzubereiten. Oder du schlägst vor, dass ihr gemeinsam zum Beratungsgespräch geht.

ANLAUFSTELLE: Infes – Fachstelle Essstörungen

Seit 1994 ist INFES die Fachstelle, an die du dich wenden kannst, wenn du Fragen zum Thema Essstörungen hast. Sie beraten Betroffene, Eltern, Geschwister, Freund*innen, Partner*innen und Lehrpersonen im persönlichen Gespräch, oder am Telefon oder via Mail. Außerdem bieten sie Gruppen für Angehörige sowie Workshops für Jugendliche und Fortbildungen für Fachpersonal an.

Instagraminfes_bz
E-Mailinfo@infes.it
Telefonnummer+39 0471 970039
AdresseTalfergasse 4, Bozen

Ausbildungs-, Studien- und Berufsberatung

Du weißt nicht, was du machen sollst? Fragst dich, welcher Beruf zu dir passt und welche Ausbildung dafür nötig ist?

Die Ausbildung, Studien- und Berufsberatung bietet dir kostenlos Unterstützung und Orientierungshilfen:

  • 💬 individuelle Beratung und Information zu Schule, Studium und Beruf

  • 🧭 Unterstützung in der Entscheidungsfindung bei der Ausbildungs-, Studien- und Berufswahl

Zu den Dienstleistungen der Ausbildungs-, Studien- und Berufsberatung zählen die Berufsberatung, die Potenzialanalyse und die Studieninformation

Berufsberatung

Die Berufsberatung bietet dir persönliche Gespräche an, um deine Fähigkeiten, Interessen und Wünsche zu klären und gibt dir Informationen zu Ausbildungen, Studium und Berufen.

Sie kann dir helfen, wenn du unsicher bist bei der Wahl von Schule oder Ausbildung, der Entscheidung für eine Studienrichtung oder wenn du einen beruflichen Neustart wagen möchtest.

Egal ob du auf der Mittel-, Ober- oder Berufsschule bist, eine Lehre machst, studierst, arbeitslos bist oder erwachsen bist, die Beratung steht dir kostenlos zur Verfügung.

Hier bekommst du einen allgemeinen Überblick über verschiedene Berufe und deren Ausbildungsweg.

Potenzialanalyse

Die Beratung mit Potenzialanalyse (PA) kombiniert verschiedene computergestützte Testverfahren, um deine schulischen und beruflichen Interessen, Begabungen, Fähigkeiten, Leistungsmotivation, Arbeitsverhalten sowie Aufmerksamkeit und Konzentration zu erfassen.

Davon ausgehend wird ein Profil über deine Interessen, Stärken, und Persönlichkeitsmerkmale erstellt. Dieses kostenlose Angebot richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren, die die 2. Klasse der Mittelschule abgeschlossen haben, sowie an Erwachsene, die eine berufliche Neuorientierung suchen.

Melde dich telefonisch oder über das Online-Formular an und vereinbare vorab ein Gespräch an der Beratungsstelle, die am nächsten zu deinem Wohnort liegt. Testorte sind in Bozen, Meran und Bruneck.

Studieninformation

Die Studieninformation Südtirol in Bozen gibt dir Auskunft zu Themen wie der Anerkennung deines Studientitels, der Möglichkeit eines Studien- oder Hochschulortswechsels, dem Erhalt eines gültigen Studientitels für Wettbewerbe oder Lehrtätigkeiten an Schulen sowie zu Pflichtpraktika und Staatsprüfungen.

Zusätzlich zu ihrem Hauptsitz in Bozen bietet die Studieninformation Informationsstellen und Kontaktpersonen in verschiedenen österreichischen Städten, wie Innsbruck, Salzburg oder Graz.

Berufsberatungsstellen in Südtirol

In Südtirol gibt es insgesamt zehn Berufsberatungsstellen.

StelleAdresseKontakt
BozenAndreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen0471 413350
Brixen, Villa AdeleRegensburger Allee 18, 39042 Brixen0472 821281
Bruneck Rathausplatz 10, 39031 Bruneck0474 582381
MeranSandplatz 10, 39012 Meran0473 252270
MalsMarktgasse 4, 39024 Mals0473 830246
Neumarkt, Landhaus UnterlandFranz-Bonatti-Platz 2/3, 39044 Neumarkt0471 824150
St. Martin in ThurnPikolein 22, 39030 St. Martin in Thurn0474 524087
SchlandersSchlandersburgerstraße 6, 39028 Schlanders 0473 736180
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ANLAUFSTELLE: Amt für Ausbildungs- und Berufsberatung

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Telefonnummer0471 413350
E-Mailberufsberatung.bozen@provinz.bz.it
AdresseLandhaus 7, Andreas-Hofer-Straße 18 39100 Bozen
Webseiteberufsberatung-studieninfo.provinz.bz.it/de
Instagram@berufsberatung_orientamento

Was minderjährige Arbeiter*innen wissen müssen

Ab wann man in Südtirol arbeiten darf und was minderjährige Arbeiter*innen sonst noch wissen sollten, findest du hier.

Mit wie vielen Jahren darf man in Südtirol arbeiten?

Die Schulpflicht dauert in Italien zehn Jahre, beginnend mit 6. Bis man 16 Jahre ist, muss man also zur Schule gehen. Die Bildungspflicht dauert sogar bis zum 18. Lebensjahr. Bedeutet das, dass man erst arbeiten darf, wenn man volljährig ist?

Nein, es gibt verschiedene Beschäftigungsformen, die man mit 15 bzw. mit 16 Jahren machen darf.

Ab 15 Jahren darfst du:

  • 😎 Während der Schulferien ein Sommerpraktikum absolvieren

  • 🏫 Jederzeit ein Praktikum machen, das der Lehrplan deiner Schule (Mittelschule, Oberschule, Berufsfachschule) explizit vorsieht und deshalb Teil der curricularen Unterrichtstätigkeit ist (bereits ab 14 Jahren möglich)

  • ⚒️ Als Lehrling über einen Lehrvetrag arbeiten (= „traditionelle Lehre“, d.h. duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule)

Ab 16 Jahren darfst du:

  • 😎 Einen Sommerjob machen, bei dem du über einen Ferialvertrag angestellt bist

  • 💼 In deiner schulfreien Zeit (z.B. in den Ferien oder nach der Schule) arbeiten, sofern die Schul- und Bildungspflicht erfüllt wird und die Summe der Schul- plus Arbeitsstunden nicht mehr als 40 pro Woche beträgt

GIBT ES AUSNAHMEN?

Gewisse Ausnahmen gibt es bei bestimmten Formen der betrieblichen Ausbildung sowie bei bestimmten leichten Arbeiten.

Es ist beispielsweise möglich, mit 14 Jahren ein curriculares Praktikum zu absolvieren, wenn es Teil der schulischen Ausbildung ist.

Ausnahmen gibt es außerdem für bestimmte Bereiche wie Kultur, Kunst und Werbung, also z.B. schauspielerische Tätigkeit in Film und Fernsehen sowie im sportlichen Bereich (für
solche Ausnahmegenehmigungen muss immer das Arbeitsinspektorat kontaktiert werden).

Jugendschutzbestimmungen: Diese Regeln gelten für Arbeiter*innen unter 18

  • ARBEITSZEIT: 16-18-Jährige dürfen max. 8 h am Tag und 40 h in der Woche arbeiten und unter 16 Jahren darf man max. 7 h am Tag und 35 h in der Woche arbeiten (immer inklusive Schulstunden in Schule oder Berufsschule).

  • 😴 RUHETAGE: Zwei möglichst zusammenhängende Ruhetage in der Woche, wobei einer davon der Sonntag sein muss, sind vorgesehen (außer in den Bereichen der Kultur, der Kunst, des Sports, der Werbung, des Schauspielwesens und im Gastgewerbe). In Ausnahmefällen können diese auch auf 36 aufeinanderfolgende Stunden reduziert werden.

  • 🌘 NACHTARBEIT: ist grundsätzlich nicht erlaubt. Für über 16-Jährige und in den Bereichen der Kultur, der Kunst, der Werbung und des Schauspielwesens gibt es Ausnahmefälle.

  • ⏸️ TÄGLICHE RUHEPAUSE: Müssen mindestens 12 zusammenhängende Stunden sein und entweder den Zeitraum von entweder 22 – 6 Uhr oder 23 – 7 Uhr beinhalten.

  • ☕️ PAUSEN: Nach einer durchgehenden Arbeitszeit von 4,5 Stunden haben minderjährige Arbeitnehmer:innen Anrecht auf eine Pause von mindestens einer Stunde.

  • 🏖️ URLAUB: Unter 16-Jährige haben Anrecht auf 30 Tage bezahlten Urlaub im Jahr; für 16 – 18-Jährige ist der Jahresurlaub derselbe wie für volljährige Beschäftigte (je nach Kollektivvertrag, meistens 4 Wochen).

Praktikums-, Lehrlings-, Ferial- und Arbeitsvertrag: Was sind die Unterschiede?

PRAKTIKUMSVERTRAG

ZielEin Praktikum dient zur beruflichen Orientierung, dabei steht die Arbeitsleistung nicht im Vordergrund.
Alter und Zugangsvoraussetzungen– ab 15 Jahren
– man muss die Schule/Uni besuchen oder vor nicht
mehr als 12 Monaten abgeschlossen haben
– man darf nicht bereits Praktika von insgesamt mehr als 10 Monate gemacht haben
– Man darf nicht bereits in einem Bereich mit denselben Aufgaben gearbeitet haben.
DauerFür Schüler*innen: 2 Wochen bis 3 Monate (kann in Ausnahmefällen auf 4 Monate erhöht werden)
Für Studierende: 2 Wochen bis 6 Monate (in Ausnahmefällen bis zu 10 Monate)
EntlohnungEs kann ein monatliches Taschengeld vereinbart werden (die Abteilung Arbeit empfiehlt einen Bruttolohn von 600 Euro).

Weitere Infos findest du im Flyer der YoungSGBCISL.

FERIALVERTRAG

ZielEs ist ein befristeter Arbeitsvertrag mit Ausbildungszweck, mit dem Ziel theoretische Kenntnisse in der Praxis umzusetzen. Deshalb muss die Tätigkeit einen Bezug zur besuchten Schule/Studienrichtung haben.
Alter und Zugangsvoraussetzungen– ab 16 Jahren
– Abschluss der ersten Oberschulklasse
Dauer6 bis 14 Wochen (von Juni bis Oktober)
EntlohnungJe nach Bildungsstufe erhält man den prozentualen Anteil der kollektivvertraglichen Entlohnung:
55% bei Abschluss der 1. Oberschule
65% bei Abschluss der 2. Oberschule
75% bei Abschluss der weiteren Schuljahre
85% für Universitätsstudenten/innen

Weitere Infos findest du im Flyer der YoungSGBCISL.

LEHRLINGSVERTRAG

ZielDer Lehrvertrag ist eine Sonderform des Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisses und regelt die Beschäftigungsform zwischen Lehrling und Betrieb.
Alter und Zugangsvoraussetzungen– ab 15 Jahren
– bis max. 25 Jahren
DauerJe nach Berufswahl 3 oder 4 Jahre (36 oder 48 Monate). Kann bis zu einem Jahr verlängert werden, wenn ein Lehrling die Berufsschule nicht beendet oder die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden hat.
EntlohnungDer Lehrlingslohn ist anteilig am Lohn des Facharbeiters ausgerichtet. Mehr dazu findest du hier.

Weitere Infos findest du im Lehrlingskalender des Arbeitsförderungsinstituts.

ARBEITSVERTRAG

ZielRegelt das Verhältnis zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer*in. Verschiedene Arten von Arbeitsverträgen findest du hier.
Alter und Zugangsvoraussetzungen– ab 16, sofern die Bildungspflicht erfüllt wird
– ab 18 Jahren
DauerEine ordentliche Vollzeit-Arbeitswoche umfasst laut nationalem Recht 40 h.
Überstunden sind nur für Volljährige erlaubt und müssen entsprechend vergolten werden, max. 250 Überstunden pro Jahr.
EntlohnungWird von den nationalen Kollektivverträgen, falls vorhanden von den Landes- und Betriebsabkommen und durch individuelle Vereinbarungen festgesetzt. In der Regel darf der kollektivvertragliche Mindestlohn nicht unterschritten werden.

Weitere Infos findest du hier.

FAQ

Kann ich zur Schule gehen und nebenher arbeiten?

Ja, ab 16 Jahren darfst du in deiner schulfreien Zeit (z.B. in den Ferien oder nach der Schule) arbeiten, sofern die Schul- und Bildungspflicht erfüllt wird und die Summe der Schul- plus Arbeitsstunden nicht mehr als 40 pro Woche beträgt. Für unter 18-Jährige gelten außerdem spezielle Jugendschutzbestimmungen.

Kann ich ab 16 jeden Job machen oder gibt es verbotene Tätigkeiten?

Gewisse Tätigkeiten sind verboten! Es handelt sich dabei um solche, bei denen die Minderjährigen mit gewissen Substanzen, Stäuben, Metallen, Maschinen u.ä. in Kontakt kommen. Auch dürfen Minderjährige nicht für mehr als 4 Stunden schwere Lasten tragen. Ausnahmen können genehmigt werden, falls die Tätigkeit der Ausbildung dient (nähere Infos hierzu gibt es beim Arbeitsinspektorat).

Müssen meine Eltern den Arbeitsvertrag (mit)unterschreiben, wenn ich noch nicht 18 bin?

Jugendliche, die die Schulpflicht (10 Jahre schulische Ausbildung) erfüllt und zudem das 16. Lebensjahr vollendet haben, können einen Arbeitsvertrag selbstständig unterzeichnen. Die Zustimmung der Eltern ist somit in diesem Fall nicht erforderlich. Es besteht eine Ausnahme bei der Ausübung von Tätigkeiten mit kulturellem oder künstlerischem Charakter, in der Werbebranche oder im Unterhaltungssektor, sowie das Mitwirken bei sportlichen Veranstaltungen durch Personen, die jünger sind als 16 Jahre.

In diesen Fällen ist die vorherige Genehmigung des territorial zuständigen Arbeitsinspektorats erforderlich. Notwendige Voraussetzung dafür ist die schriftliche Zustimmung der Eltern bzw. Erziehungsverantwortlichen. Außerdem muss die psychophysische Unversehrtheit des, bzw. der Minderjährigen bei Ausübung Tätigkeit gesichert sein. Bei Fragen bezüglich Jugendschutzbestimmungen kann die Kinder- und Jugendanwaltschaft behilflich sein.

Ab wann kann ich mich selbstständig machen?

Um selbstständig zu werden, muss man prinzipiell volljährig sein.

Minderjährige können nur selbstständig werden, falls:

  • Sie aus der elterlichen Gewalt entlassen sind (“minorenni emancipati”) beispielsweise bei Heirat.
  • Sie Tätigkeiten ausüben mit kulturellem, künstlerischem oder sportlichem Charakter.

Bei Fragen zum Thema Selbstständigkeit kann die Handelskammer behilflich sein.

ANLAUFSTELLE: YOUNG SGBCISL

YOUNG SGBCISL ist die Jugendgruppe des SGBCISL und will sich als Sprachrohr für Jugendthemen und als Anlaufstelle für die Anliegen, Interessen und Rechte der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt stark machen. Zielgruppe sind dabei nicht nur Berufstätige, sondern auch jene, die noch in der Ausbildung bzw. vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen.

Sie bieten Erstberatungen für junge Arbeitnehmer*innen bezüglich arbeitsrechtlichen Anliegen an.

Instagram@young_sgbcisl
E-Mailyoung@sgbcisl.it
Telefonnummer0471 568461

ANLAUFSTELLE: Kinder- und Jugendanwaltschaft

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft berät dich, klärt dich über deine Rechte (und Pflichten) auf, kann zwischen dir, deinen Eltern, Arbeitgeber*innen, Schule und anderen beteiligten Personen vermitteln und nennt dir eventuell andere Anlaufstellen.

Alle Leistungen der Kinder- und Jugendanwaltschaft sind kostenlos und vertraulich.

Melde dich bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft!

Instagram@kinder_jugendanwaltschaft_bz
Telefonnummer0471 946050
WhatsApp331 1738847
E-Mailinfo@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org

ANLAUFSTELLE: Arbeitsinspektorat

Das Arbeitsinspektorat gibt dir Auskunft über rechtliche Angelegenheiten in Verbindung mit Arbeit und kann Ausnahmen genehmigen.

Telefonnummer:0471 418540
E-Mail:arbeitsinspektorat@provinz.bz.it
Adresse: Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, Bozen
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