Du hast studiert oder bist gerade mitten im Studium und fragst dich, wie das eigentlich später mit der Rente läuft? Gute Frage – denn deine Studienzeit zählt erstmal nicht automatisch für die Rente mit.
Aber: In Italien gibt’s eine Möglichkeit, das zu ändern – du kannst deine Studienjahre „zurückkaufen“. Das klingt erstmal komisch, heißt aber einfach: Du zahlst jetzt etwas ein, damit deine Studienzeit später bei der Rente berücksichtigt wird.
Ob sich das lohnt, was es kostet und wie du das machen kannst – das erfährst du in diesem Beitrag
Was bedeutet „Studienjahre zurückkaufen“?
Viele Studierende arbeiten während ihrer Studienzeit nicht – daher zahlen sie auch keine Rentenbeiträge ein.
Das heißt: Diese Jahre zählen später nicht automatisch zur Rente.
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Mit dem Rückkauf der Studienjahre (ital. „riscatto della laurea ai fini pensionistici/previdenziali”) kannst du das aber nachholen. Du zahlst freiwillig Beiträge für diese Zeit ein – und bekommst sie so für deine Rente angerechnet.
Ziel: Die meisten Personen möchten mit dem Rückkauf die Beitragszeit erhöhen, um früher in Rente zu gehen und/oder mehr Rente zu erhalten. Ob das effektiv zutrifft, hängt von der eigenen Situation ab.
Was kann zurückgekauft werden?
Für den Rückkauf können die meisten Hochschulabschlüsse (z. B. Bachelor, Master, PhD) geltend gemacht werden.
Allerdings kannst du nur jene Zeiträume zurückkaufen, die innerhalb der Regelstudiendauer liegen und in denen du nicht in die Rente eingezahlt hast. Wenn du z. B. im Sommer gearbeitet hast und für diese Tätigkeit auch Rentenbeiträge eingezahlt wurden, kannst du diese Zeiträume nicht geltend machen.
Deine Position kannst du übrigens ganz einfach auf der Seite des INPS überprüfen. Suche dafür nach „Einsehen des Beitragskontoauszug der Sozialversicherungsposition“ (bzw. „Consultazione Estratto conto contributivo/previdenziale“) und steig mit SPID oder CIE ein.
Wie funktioniert der Rückkauf?
Der Antrag wird über das INPS gestellt, daraufhin wird deine Situation beurteilt, du bekommst eine Antwort und kannst dann entscheiden, ob du den Nachkauf machen willst.
Die Patronate helfen dir bei der Antragstellung.
In der Regel benötigst du:
- 📆 dein Immatrikulationsdatum
- 🧑🎓 dein Abschlussdiplom
- ⏳ die gesetzliche Dauer des Studiengangs
Wenn du im Ausland studiert hast, geht das auch – du musst dann nur zusätzliche Dokumente vorlegen. Am besten lässt du dich in diesem Fall direkt vom INPS oder einem Patronat beraten.
Es gibt zwei verschiedene Formen des Rückkaufs:
- Der „riscatto ordinario“ ist die Standardform des Rückkaufs. Um diese Art des Rückkaufs zu nutzen, muss man bereits in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Grundlage für die Berechnung bildet nämlich das Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate.
- Der „riscatto agevolato“ ist zumeist günstiger, im Jahr 2025 zahlt man pauschal ca. 6.130 Euro pro Studienjahr. Da sich dieser Betrag am Mindestbesteuerungseinkommen der Selbständigen orientiert und dieses jährlich steigt, steigen auch die Kosten für den Rückkauf. Für die Berechnung wird der zum Zeitpunkt der Antragstellung gültige Betrag hergenommen.
Nach der Antragstellung musst du auf die Antwort des INPS warten und kannst anschließend entscheiden, ob du die Zahlungen starten willst oder nicht.
Der Betrag kann in einer einmaligen Zahlung oder in max. 120 Raten zurückgezahlt werden.
Die Zahlungen können auch von der Steuer (19% des Betrags) abgeschrieben werden.
Lohnt sich also der Nachkauf?
Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, ob sich der Rückkauf der Studienjahre lohnt oder nicht, deswegen lautet unsere Empfehlung, deine individuelle Rentenposition zu berechnen und dann die für dich beste Entscheidung zu treffen.
ANLAUFSTELLE: sh.asus
Die Südtiroler Hochschüler*innenschaft (sh.asus) ist die wichtigste Südtiroler Studierendenvertretung.
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Weitere nützliche Anlaufstellen
- 👉 Patronate oder Gewerkschaften
- 👉 INPS
