Safer Use: Alkohol

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Alkohol ist besonders bei uns in Südtirol allgegenwärtig: Der Aperitivo am Abend, das Feierabendbier nach der Arbeit oder auch mal etwas mehr beim Feiern am Wochenende…

  • Was ist Alkohol und was passiert dadurch in unserem Körper?

  • Was kann man machen, um die negativen Folgen und Gefahren zu verringern?

  • Und warum ist Alkohol in unserer Gesellschaft eigentlich so verwurzelt?

Das erklärt Peter Dalvai vom Projekt Streetlife des Forum Prävention!

Was ist Alkohol? Und was passiert damit im Körper?

Alkohol ist ein Zellgift, das nur in kleinen Mengen für den Menschen verträglich ist und hauptsächlich über die Leber abgebaut wird.

Eine gesunde Leber kann in der Stunde maximal 0,1 bis 0,15 Promille abbauen. Hat man also 1,3 Promille, dauert es 13 Stunden, bis man wieder ganz nüchtern wird.

ACHTUNG: Beim Autofahren ist ein Promillewert von max. 0,5 erlaubt. Führerscheinneulinge müssen 0,0 Promille haben.
Auch am Tag nachdem man Alkohol getrunken hat, kann es sein, dass man noch Alkohol im Blut hat und deshalb nicht fahren darf!

Viele Fragen sich:

Was kann ich machen, damit der Alkohol schneller abgebaut wird?

Die Antwort: Absolutly nothing!

Der Abbau des Alkohols im Körper kann nicht beschleunigt werden. Wasser, Kaffee oder eine kalte Dusche bewirken zwar, dass man sich besser fühlt, der Promillewert bleibt aber unverändert. Und auch die vielen Mittelchen, die angeblich helfen sollen schneller auszunüchtern, sind (leider) nur leere Werbeversprechen.

Alkohol kann zwar über die Haut ausgeschwitzt werden, allerdings in so geringer Prozentzahl (1 – 2 %), dass das keinen Einfluss auf den Blutalkoholspiegel hat.

Dasselbe gilt übrigens, wenn man sich übergibt: Der Alkohol ist zu diesem Zeitpunkt schon ins Blut gelangt und kann nicht durch Erbrechen wieder herausbefördert werden.

GOOD TO KNOW: Unterschied zwischen Männern und Frauen

Männer bauen Alkohol im Blut übrigens etwas schneller ab als Frauen.

Trinken eine Frau und ein Mann mit demselben Körpergewicht dieselbe Menge an Alkohol, ist der Blutalkoholgehalt bei Frauen um circa ein Fünftel höher als bei Männern. Das liegt daran, dass Männer mehr Muskelmasse haben als Frauen, welche mehr Wasser speichert als Fettgewebe. In einem männlichen Körper wird Alkohol also besser verdünnt als in einem weiblichen.

Aber natürlich spielt auch das Körpergewicht eine Rolle: je höher das ist, desto besser kann sich der Alkohol verteilen, was wiederum zu einer geringeren Blutalkoholkonzentration führt.

Aber Achtung: der Promillewert ist nicht gleichzusetzen mit der Wirkung.
Wie Alkohol auf einen wirkt, ist von Mensch zu Mensch und auch von Tag zu Tag unterschiedlich, das hat mit Sensibilität und/oder Gewohnheit zu tun.

Wie wirkt Alkohol?

Im Gehirn beeinflusst Alkohol die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Er verlangsamt die Funktion des Zentralnervensystems, was in kleinen Mengen dazu führt, dass man sich entspannt und weniger gehemmt fühlt. Das und Alkohol als Genussmittel sind wahrscheinlich die zwei häufigsten Gründe, warum Menschen überhaupt Alkohol trinken.

ABER: Dazu kommen auch eine ganze Reihe an negativen Folgen:

  • 💥 Die Reaktionszeit und Koordination verschlechtert sich, gleichzeitig wird man risikofreudiger = Unfallgefahr steigt!

  • 🫣 Das Urteilsvermögen ist beeinträchtigt – Die Gefahr etwas Unbedachtes, Peinliches zu machen, was man anschließend bereut, steigt!

  • 🤬 Alkohol kann die Hemmschwelle senken und Aggressionen verstärken, was zu Streitigkeiten und sogar körperlichen Auseinandersetzungen führen kann.

  • 😵‍💫 Es kann zu Sprachstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Gedächtnislücken kommen.

  • 🤮 Alkohol kann den Magen reizen, was oft zu Übelkeit und Erbrechen führt.

  • 🫨 Hohe Mengen Alkohol können zu Verwirrung und Desorientierung führen, sodass du möglicherweise nicht mehr weißt, wo du bist oder wie du nach Hause kommst.

  • 😵 Bei übermäßigem Konsum kann es zu einer Alkoholvergiftung kommen, die lebensbedrohlich sein kann. Symptome sind extreme Verwirrung, Erbrechen, Krampfanfälle, langsame oder unregelmäßige Atmung und Bewusstlosigkeit.

  • ⛓️ Über längeren Zeitraum kann es zu Sucht, Abhängigkeit und langfristigen körperlichen Schäden kommen

Auch der Kater am nächsten Tag ist nicht gerade angenehmem: Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Dehydration und Durst, Zittern, Schwindel, Schwitzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Gedächtnislücken, Angst und negative Gefühle,… sind mögliche Symptome.

Forscher stellten fest: Alkohol ist die weitaus gefährlichste aller psychoaktiven Substanzen. Trotzdem ist er legal und weit verbreitet.

Nun ist es doch so, dass sich wohl keine/r, der/die Alkohol trinkt, diese Folgen wünscht…

Was kann man also machen, um diese Gefahren zu verringern?

Die sicherste Möglichkeit ist sicherlich keinen Alkohol zu trinken.

Wenn man sich aber trotzdem dafür entscheidet, gibt es ein paar Safer Use Regeln, die man einhalten sollte.

GOOD TO KNOW: Warum ist Alkohol eigentlich so weit verbreitet?

Obwohl die schädlichen Auswirkungen von Alkohol auf unseren Körper und unsere Psyche schon lange bekannt sind, ist die Substanz legal und weltweit verbreitet.

Gleichzeitig ist es wohl die älteste, von Menschen gemachte, psychoaktive Substanz (wahrscheinlich brauten bereits die Sumerer vor 6.000 Jahren Bier).

FRÜHER: Die Stellung von Alkohol, besonders in unserer westlichen Gesellschaft, ist eng mit unserer Kulturgeschichte verbunden: In der Antike wurde Alkohol vor allem für medizinische und religiöse Zwecke eingesetzt, im Mittelalter tranken ihn die Menschen vermehrt, da er sauberer und sicherer war als Wasser. So verbreiteten sich alkoholische Getränke schnell unter der Bevölkerung, später reagierten Staaten darauf mit der Reglementierung.

HEUTE: Besonders in der heutigen Zeit steht hinter Alkohol eine enorme Lobby, die weltweit riesige Gewinne macht. Sie pusht den Verkauf und ihr Einfluss macht es schwer, ihrer Argumentation und Lobbyarbeit etwas entgegenzusetzen. Obwohl der Forscher David Nutt 2007/2010 gemeinsam mit einem Team feststellte, dass Alkohol die weitaus gefährlichste aller psychoaktiven Substanzen ist, ist er – zumindest in nicht-islamischen Ländern – weitgehend frei erhältlich, der Konsum ist sogar fester Bestandteil bei gesellschaftlichen Anlässen.

Safer Use: Alkohol

Wenn du dich trotz der negativen Auswirkungen dazu entscheidest, Alkohol zu trinken, haben wir einige Safer Use Regeln für dich:

  • 🍝 Vorher Essen: Hilft dem Körper, den Alkohol besser zu verarbeiten.

  • Wirkung abwarten, nicht zu schnell trinken: Hilft dir, die Kontrolle zu behalten und die Situation besser abzuschätzen.

  • 🥛 Immer wieder Wasser trinken: Hilft gegen Dehydrierung, Kopfschmerzen…

  • 🔀 Nicht mischen: Der Körper kommt besser zurecht, wenn er sich nur mit einer Substanz beschäftigen muss!

  • 👀 Look at your friends: Geht es allen gut? Braucht jemand Hilfe? Achte darauf und schreite gegebenenfalls ein!

Wenn du weniger oder weniger häufig trinkst, hat das sogar positive Auswirkungen auf alle:

  • 👍 Unfallvermeidung

  • 👍 Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

  • 👍 Gewaltvermeidung

  • 👍 Bessere Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden

Du leistest also einen Beitrag, um unsere Gesellschaft sicherer, fitter und gesünder zu machen 😊


ANLAUFSTELLE: streetlife.bz

streetlife.bz ist ein Safer Nightlife Projekt, das direkt in den Nacht- und Freizeitszenen in ganz Südtirol präsent ist. Als mobile Interventionsform sensibilisiert streetlife.bz die Besucher*innen von diversen Veranstaltungen zu den Thematiken des legalen und illegalisierten Substanzkonsums, sexuell übertragbaren Krankheiten, das Verhalten im Nachtleben und die Vorbeugung von Notfällen im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum.

Mehr Informationen gibt’s auf der Webseite von streetlife.bz.

Weitere Anlaufstellen

Forum Prävention: Fachstelle Sucht

Das Forum Prävention ist eine Stiftung aus Bozen, die dafür sorgt, dass Menschen jeden Alters gesund leben und sich gut entwickeln können. Insbesondere setzt sich das Forum mit den Themen Sucht, digitalen Lebenswelten, Essstörungen, mit dem Erwachsenwerden und mit Familienthemen auseinander. 

Webseitewww.forum-p.it
Projekte für junge Leuteafzack.com
Instagramforump_bz
E-Mailinfo@forum-p.it
Telefonnummer +39 0471 324801
AdresseTalfergasse 4, Bozen

young&direct: Jugendberatungsstelle

Young+Direct nimmt jedes Problem und jede Frage ernst. Egal, was dich beschäftigt, ob Fragen zu Konflikten mit deinen Eltern, oder zu Themen wie Sucht, Abhängigkeit und psychischen Belastungen… mit Young+Direct kannst du über alles reden oder schreiben. Anonym und kostenlos.

WhatsApp345 0817 056
Jugendtelelfon0471 155 1 551
E-Mailonline@young-direct.it
Instagram@younganddirect
Webseitewww.young-direct.it
AdresseJohann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42 Bozen

Hands & younghands: Therapiezentrum

Das Therapiezentrum hilft Menschen mit Abhängigkeitsproblemen mit Alkohol, Medikamenten, Glücksspiel sowie Computerspiel oder anderen Suchtformen. Außerdem ist HANDS Anlaufstelle für die Familienangehörigen und Freunde von Betroffenen.

Webseitewww.hands-bz.it
E-Mailinfo@hands-bz.it
Telefonnummer0471 270924
AdresseDuca d’Aosta Allee 100 | 39100 Bozen

Young HANDS ist die Anlaufstelle für Jugendliche mit Suchtverhalten: Alkohol, Medikamente, Glücksspiel, Gaming, Social-Media

Webseitewww.young-hands.it
Grüne Nummer800720762
E-Mailinfo@hands-bz.it
Telefonnummer0471 270924
AdresseDuca-d’Aosta-Allee, 100, 39100 Bozen

Dienst für Abhängigkeitserkrankungen

Beratung, ambulante Behandlung und Prävention von Abhängigkeitserkrankungen.

Webseitewww.sabes.it/de/dienst-fuer-abhaengigkeitserkrankungen
E-Mailsert-dfa@sabes.it
Telefonnummer+39 0471 437 070

Bach Badgart: Therapieeinrichtung

Stationäre Therapie bei psychischen Erkrankungen wie Depression, Essstörungen oder Abhängigkeiten.

Webseitewww.sabes.it/de/bad-bachgart
E-Mailbadbachgart@sabes.it
Telefonnummer+39 0472 887 600
AdresseSt. Pauls 56, 39030 Rodeneck

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