Nikotin

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Nikotin – eine Substanz, die man vor allem mit Zigaretten in Verbindung bringt, aber auch in neueren Produkten wie Snus und Vapes zu finden ist.

Was Nikotin ist, wie es wirkt und worauf man achten muss, erklärt Magdalena Gatterer vom Projekt Streetlife des Forum Prävention.

Disclaimer zum Video: Die Verkaufssituation rund um Makla in Österreich ist unklar.

Was ist Nikotin und wie wirkt es?

Nikotin ist ein Nervengift, das natürlich in Tabakblättern vorkommt, aber auch synthetisch hergestellt werden kann.

Es ist einer – wenn auch der wichtigste – von über 4.000 Inhaltsstoffen (wie Teer, Kohlenmonoxid, Stickstoff, Blausäure), die im Tabak/Zigaretten vorkommen.

Nikotin wird durch das Verglimmen des Tabaks freigesetzt – das entdeckten die Native Americans in Nordamerika bereits vor Jahrhunderten. Somit waren sie vermutlich die ersten, die die psychoaktive Wirkung der Tabakpflanze verstanden.

Denn Nikotin setzt zahlreiche Neurotransmitter und Hormone, wie Adrenalin, Serotonin und Dopamin, frei, die für den Großteil der psychoaktiven Wirkung verantwortlich sind. Bereits nach 7 bis maximal 60 Sekunden erreichen die Nikotinmoleküle das Gehirn und die Wirkung wird spürbar.

Die Wirkung ist vielfältig:

  • 🙇 von stimulierend und konzentrationssteigernd

  • 🧘 bis zu beruhigend und muskelentspannend.

  • ➖ Außerdem mildert Nikotin Hunger-, Angst- und Aggressionsgefühle und

  • 🥳 kann leichte Euphorie erzeugen.

Snus, Vapes… die verschiedenen Nikotinprodukte

Da der Konsum von Zigaretten in den letzten Jahren aufgrund vermehrter Aufklärungskampagnen und Verbote zurückging, ließ sich die Tabakindustrie alle möglichen neuen Produkte einfallen, um ihre sinkenden Umsätze zu korrigieren.

Der Konsum von Zigaretten ging zurück. Um die Umsätze zu halten, brachte die Tabakindustrie neue Produkte auf den Markt.

Doch die Alternativen unterscheiden sich in ihrer Schädlichkeit kaum von der herkömmlichen Zigarette:

Nikotinbeutel sind ein relativ neues Produkt: es sind kleine Säckchen, in denen auf Trägersubstanzen (wie Salzen, getrockneten Pflanzenteilen oder Zellulose) Nikotin aufgebracht wird. Diese schiebt man sich unter die Oberlippe, wo das Nikotin langsam über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.

Nikotinbeutel gibt es in vielen ansprechenden Geschmacksrichtungen, was sie vor allem für junge Konsumentinnen und Konsumenten interessant machen soll.

Sie stinken zwar nicht nach Tabak und können unauffällig überall konsumiert werden, und auch die Werbung will gerne etwas anderes glauben lassen, doch machen auch Nikotinbeutel abhängig und schaden der Gesundheit. Vor allem die Schleimhäute im Mundbereich und die Zähne werden angegriffen und das Risiko für Krebs in der Mundhöhle steigt.

Trotzdem sind sie noch frei erhältlich und auch kaum reguliert – was sich allerdings schnell ändern könnte.

Nicht zu verwechseln sind die sogenannten Nic-Bags mit Snus. In der Erscheinung sind sie zwar gleich, Snus besteht allerdings aus fein gemahlenem Tabak, der mit Aromen, Salzen, Wasser und Feuchthaltemitteln vermengt wird.

Bis auf Schweden ist Snus in allen europäischen Ländern verboten.

Empfehlung: Wenn dich das Thema Snus und was alles damit verbunden ist interessiert, schau dir die Doku Der Snus-Schmäh an.

Anders verhält es sich mit Makla: obwohl dieser Kautabak nichts anderes ist, wie unverpacktes Snus, ist er beispielsweise in Italien nicht verboten, in Österreich ist die Verkaufssituation unklar.

Eine andere neue Konsumform von Nikotin sind sogenannte Vapes. Vapes sind Einweg E-Zigaretten, die fruchtige Geschmacksrichtungen haben und bunt gestaltet sind.

Der typische Zigarettengeschmack wird übertönt – was sie besonders gefährlich macht. Denn sie enthalten genauso Nikotin und das Abhängigkeitspotential ist groß.

Sogar Vapes, die nikotinfrei sind, produzieren beim Verdampfen der Flüssigkeit krebserregende Stoffe – zumindest lassen das erste Studien so vermuten.

Vapes sind aber auch ein riesiges Problem für die Umwelt, denn sie bestehen aus Plastik, Aluminium und einem Lithium-Ionen-Akku. Eigentlich wären sie Elektroschrott, doch landen sie fast immer im Restmüll – ihr Akku kann also nicht recycelt werden.

Anders als bei Vapes kann die Flüssigkeit in E-Zigaretten, die Liquid genannt wird, ausgetauscht werden und der Akku aufgeladen.

Dies macht E-Zigaretten zwar für die Umwelt weniger schädlich, aber nicht für den Körper. Erste Studien deuten vor allem auf Schäden in der Lunge und im Herz-Kreislauf-System hin.

Also besser ohne?

Nikotin erzeugt ein Wohlgefühl und steigert die Stimmung. Es gibt einem das Gefühl fit und wach zu sein, regt an, beruhigt aber auch.

ABER: Rauchen, Nic-Bags und Co. werden schnell zur Gewohnheit!

So ist die Zigarette oder der Vape zum Kaffee oder in Stresssituationen nicht mehr wegzudenken. Und je stärker der Konsum, desto größer ist das Risiko für schwerwiegende gesundheitlichen Folgen.

Verzichtet man auf die Produkte, beginnt sich der Körper zu regenerieren:

  • 💗 Bereits nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf normale Werte und Hände und Füße wärmen sich wieder auf.

  • 😮‍💨 Nach 8 Stunden steigt der Sauerstoffspiegel auf normale Höhe, das giftige Kohlenmonoxid verschwindet aus dem Blut.

  • 👃 Geruchs- und Geschmackssinn, die durch das Rauchen vermindert werden, verbessern sich nach 48 Stunden, da sich die Nervenenden beginnen zu regenerieren.

  • 🫁 Nach 3 Monaten verbessert sich die Lungenkapazität um bis zu 30 Prozent.

  • 🦀 Das Risiko für Lungenkrebs verringert sich nach 5 Jahren um die Hälfte.

ANLAUFSTELLE: streetlife.bz

streetlife.bz ist ein Safer Nightlife Projekt, das direkt in den Nacht- und Freizeitszenen in ganz Südtirol präsent ist. Als mobile Interventionsform sensibilisiert streetlife.bz die Besucher*innen von diversen Veranstaltungen zu den Thematiken des legalen und illegalisierten Substanzkonsums, sexuell übertragbaren Krankheiten, das Verhalten im Nachtleben und die Vorbeugung von Notfällen im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum.

Mehr Informationen gibt’s auf der Webseite von streetlife.bz.

Weitere Anlaufstellen

Forum Prävention: Fachstelle Sucht

Das Forum Prävention ist eine Stiftung aus Bozen, die dafür sorgt, dass Menschen jeden Alters gesund leben und sich gut entwickeln können. Insbesondere setzt sich das Forum mit den Themen Sucht, digitalen Lebenswelten, Essstörungen, mit dem Erwachsenwerden und mit Familienthemen auseinander. 

Webseitewww.forum-p.it
Projekte für junge Leuteafzack.com
Instagramforump_bz
E-Mailinfo@forum-p.it
Telefonnummer +39 0471 324801
AdresseTalfergasse 4, Bozen

young&direct: Jugendberatungsstelle

Young+Direct nimmt jedes Problem und jede Frage ernst. Egal, was dich beschäftigt, ob Fragen zu Konflikten mit deinen Eltern, oder zu Themen wie Sucht, Abhängigkeit und psychischen Belastungen… mit Young+Direct kannst du über alles reden oder schreiben. Anonym und kostenlos.

WhatsApp345 0817 056
Jugendtelelfon0471 155 1 551
E-Mailonline@young-direct.it
Instagram@younganddirect
Webseitewww.young-direct.it
AdresseJohann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42 Bozen

Dienst für Abhängigkeitserkrankungen

Beratung, ambulante Behandlung und Prävention von Abhängigkeitserkrankungen.

Webseitewww.sabes.it/de/dienst-fuer-abhaengigkeitserkrankungen
E-Mailsert-dfa@sabes.it
Telefonnummer+39 0471 437 070

Rauchberatung und Rauchentwohnung

Beratung und Unterstützung für Personen, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

Webseitehome.sabes.it/gesundheitsvorsorge/leben-ohne-tabak
E-Mailpneumot.bz@sabes.it
TelefonnummerBozen: 0471 909 600
Neumarkt: 0471 829 255
Meran: 0473 251 380
Schlanders: 0473 735 140
Brixen: 0472 813 090
Bruneck: 0474 586 240

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