NACHGEFRAGT BEI… Brigitte Foppa, Verdi Grüne Vërc

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Für das Projekt deinewahl.it haben wir mit den Spitzenkandidat*innen bzw. einer Vertretung jeder Partei über jugendrelevante Themen gesprochen.

Das Interview mit Brigitte Foppa findest du hier:

5 weitere Fragen

Neben den Fragen im Interview, haben wir den Kandidat*innen noch fünf Zusatzfragen gestellt:

1. Was hat Ihre Partei in den letzten Jahren für junge Menschen gemacht?

Unsere Young Greens waren engagiert bei der Klimabewegung Fridays for future dabei und haben sich in erster Person allen Medienberichten hierzu gestellt. In den letzten Jahren haben sich die Young Greens entsprechend gestärkt – das Klimathema ist das Thema dieser Zeit. 

In der grünen Fraktion haben wir uns für mehr Heimplätze, eine gerechtere Zuweisung und die Abschaffung des Click-Day für die Heimplätze stark gemacht (letzteres wird jetzt endlich umgesetzt).  

Das Gesetz, das den Zugang zum Wahlrecht ab 16 zumindest bei Volksbefragungen zulässt, stammt aus unserer Feder. Unser Einsatz für leistbares Wohnen, insbesondere für mehr Mietwohnungen, war konstant, leider wurden alle Vorschläge abgelehnt.  

Anderes Thema: die Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung. Wir möchten zumindest die „Strafen“ abschaffen, für jene, die sie zu spät abgeben oder Sprachgruppe wechseln. 

2. Wie sollte das Schulsystem reformiert werden?

Wir sind auf jeden Fall für die Aufhebung der strengen Trennung zwischen dem deutschen und italienischen Bildungssystem. Es hat dazu geführt, dass die Hälfte der Jugendlichen Angst, Scham oder Hemmung hat, die jeweils andere Sprache zu sprechen. Unser Vorschlag, der als Gesetzentwurf vorliegt (und immer abgelehnt wurde): Immer dann, wenn genügend Einschreibungen vorliegen, wird in einer Schule oder einem Kindergarten eine mehrsprachige Abteilung eingerichtet.  

Vom Sprachenthema abgesehen finden wir, dass das Schulsystem entstresst und flexibilisiert werden muss. Für übergreifende Themen und Projekte (Sexualpädagogik, Politische Bildung, Bildung zur Nachhaltigkeit, Präventionsprojekte, Kunst, Musik, Sport…) sollte mehr Raum geschaffen werden, ebenso die Verbindung zur Arbeitswelt. 

3. Jugendgewalt und Vandalismus waren letzthin ein Thema in den Medien – Wie sehen Sie die Situation?

Ein wichtiges Thema. Alle Menschen in Südtirol sollen sich sicher fühlen können, das ist ein Grundrecht und eine Grundvoraussetzung. Wenn es zu Gewalt kommt, haben Sicherungsmechanismen versagt. Fehlende oder mangelhafte Inklusion, soziale Ungleichheit, Ausgrenzung, toxische Männlichkeit – das sind Ausgangslagen für Gewalt, an denen man arbeiten muss. Häufung von Problemsituationen in einzelnen Schulen oder Wohnvierteln muss vermieden werden. Wir sehen, wie wichtig es ist, hier bereichsübergreifend zu denken: Wohn-, Bildung- und Sozialpolitik müssen ineinandergreifen. Der Gewalt von Einzelnen muss immer ein Netz gegenüberstehen: Netzwerke zur Prävention und Bekämpfung, und eine Gesellschaft, die klar und deutlich sagt: Nein zu Gewalt. 

4. Das Leben wird teuer – die Löhne bleiben gleich. Was muss sich lohntechnisch in Zukunft ändern?

Vor Jahren war es normal, dass eine Familie mit einem einzigen Gehalt auskam, jetzt ist es so, dass zwei Gehälter kaum mehr reichen. So kann das nicht weitergehen. Es bräuchte eine Reform der Einkommenssteuer, die derzeit ja die Hälfte des Gehaltes „auffrisst“. Mit höherer Besteuerung von hohen Einkommen, und Entlastung der kleinen Einkommen und Renten könnte eine Verbesserung geschaffen werden – das ist halt Zuständigkeit des Staates.

Lokal können wir auf jeden Fall bei den Löhnen etwas tun. Beginnend beim öffentlichen Dienst, der dann auch die restlichen Löhne „mitziehen“ müsste. Auch lokale Zusatzverträge sollten helfen, wieder zu gerechteren Löhnen zurückzufinden. Vergessen wir außerdem nicht die Wachsamkeit gegenüber dem Gender Pay Gap. Frauen verdienen immer noch 17% weniger, in der Privatwirtschaft ist der Gap noch höher. Altersarmut von Frauen ist vorprogrammiert und wird in den nächsten Jahrzehnten dramatische Auswirkungen haben. 

5. Vor den Wahlen wird viel versprochen – Was halten Sie ein?

Mein persönliches Motto lautet: Was zählt, ist die Haltung. Das bedeutet für mich in erster Linie Klarheit in der Äußerung und den Versuch, Dinge zu verstehen und den Menschen zuzuhören. Als ganzer und echter Mensch in der Politik sein, nie eine Figur werden, die blendet oder verheißt. Ich kann versprechen, dies auch weiterhin zu sein. Und mein ganzes Ich zu geben für eine bessere und gerechtere Welt. 

Informationen zur Landtagswahl am 22. Oktober 2023, alle Interviews, den Podcast und eine Wahlhilfe findest du unter deinewahl.it

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