Klar, jede und jeder von uns trägt gerade Kleidung – aber hast du dir schon mal überlegt, was diese für den Planeten bedeutet? Denn deine Klamotten haben mehr mit dem Klimawandel zu tun, als du denkst. Hier kommen die Fakten, die du kennen solltest:
Fast Fashion – Mehr, schneller, billiger
In Europa kauft jede*r von uns im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Das sind knapp 26 Kilo Klamotten! Und das liegt nicht nur daran, dass wir ständig neue Trends sehen. Marken wie H&M oder Zara bringen fast wöchentlich neue Kollektionen raus. Ultra-fast-fashion-brands wie SHEIN sogar täglich. Doch bei all dem geht es nicht um Qualität, sondern nur um Quantität. Das Ergebnis? Deine neue Jeans landet irgendwann auf dem Müll, weil sie nicht mehr „in“ ist oder durch die schlechte Qualität nichts mehr taugt. Und nur 1% der Kleidung wird wirklich recycelt. Ein kleiner Teil kommt in den Second-Hand-Kreislauf und der Rest wird verbrannt oder landet auf Müllbergen – z.B. in der Atacama-Wüste in Chile.
CO2 und Umwelt
Jede Jeans verursacht in ihrer Produktion etwa 23,5 kg CO2, und das T-Shirt mehr als 11 kg. Der Transport spielt dabei eine riesige Rolle: Statt das Zeug per Schiff zu verschicken, fliegen viele Modeunternehmen die Klamotten mit dem Flugzeug um die Welt – das verursacht 40x mehr CO2 (im Vergleich zum Schiffsverkehr)! Und dann ist da noch die beliebtesten Stoffe, aus denen die meisten Klamotten gemacht sind: Baumwolle braucht tonnenweise Wasser und Synthetikfasern setzen Mikroplastik frei, das in den Ozeanen landet. Dazu kommt, dass fast und ultra fast fashion oft so schlechte Qualität hat, dass nicht mal ein Second Hand Verkauf infrage kommt und einfach nur die Umwelt damit belastet wird.
Schlechte Arbeitsbedingungen
Das sind aber nicht die einzigen Schattenseiten. Mehr als 75 Millionen Menschen arbeiten weltweit in der Textilindustrie – oft unter schlechten Bedingungen und für zu wenig Geld. Die meisten davon sind Frauen und auch ziemlich einige Kinder. Hinweise auf die diversen Ausbeutungs- und Diskriminierungsformen gibt es viele.
Warum shoppen wir trotzdem weiter?
Die Modeindustrie hat gelernt, wie sie uns zum Kaufen bringt. Sie setzt auf Dopamin – du fühlst dich gut, wenn du shoppen gehst. Und die Werbung? Sie trifft genau deinen Geschmack, dank ausgeklügelter Algorithmen. Die Preise sind so günstig, dass du einfach zuschlagen musst.
Was kannst du tun?
Lass dich nicht von den riesigen Marketing-Strategien täuschen. Überlege dir, was dir wichtig ist – jeden Tag den richtigen Trend zu treffen oder mit guten Gewissen einen überschaubaren Kleiderschrank haben? Die Frage „Brauche ich das wirklich?“ hilft in vielen Situationen, so auch beim Kleiderkauf. Und wenn du dann noch was Neues brauchst oder möchtest, gibt es Alternativen, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern dir auch helfen, smarter zu shoppen:
- Kleidung tauschen – Organisiere eine Kleidertauschparty mit deinen Freund*innen und tauscht coole Teile, die ihr nicht mehr tragt. Kostenlos an quasi neue Teile kommen, mega!
- Kleidung leihen – Brauchst du etwas für einen besonderen Anlass? Leih dir einfach was aus – von Freund*innen oder sogar aus einem Theaterfundus.
- Second-Hand shoppen – Finde einzigartige Teile, die schon ein Leben hinter sich haben, aber immer noch super in Schuss sind. Schau z.B. auf oew.org/kleidung und JOSEF Map
- Reparieren statt wegwerfen – Dein Lieblingsoutfit hat ein Loch? Kein Problem – repariere es und spar dir das Geld für was Neues. Das kannst du lernen oder dir zeigen oder z.B. im RepairCafé reparieren lassen.
- Fair einkaufen – Achte auf nachhaltige Marken, die sozial und ökologisch verantwortungsvoll arbeiten.
Du hast die Wahl! Denk nach, bevor du zuschlägst, und wähle die besseren Alternativen. Deine Klamotten können ein Statement für die Umwelt und für faire Arbeitsbedingungen setzen – wenn du es zulässt.
