Mobbing: Was kannst DU dagegen tun?

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Mobbing kann jede*n treffen.

z.B. in der Schule, auf dem Schulweg, in Vereinen und zusätzlich online auf Social Media. Um diesen Zusammenhang deutlich zu machen, benutzen wir die Schreibweise Cyber|Mobbing.

Für die betroffene Person bedeutet Cyber|Mobbing Einsamkeit, Ohnmacht und Leid. Es kann das Selbstwertgefühl und die Lebensfreude zerstören.

Aber auch für die gesamte Gruppe hat Cyber|Mobbing negative Auswirkungen: Das Vertrauen und das Gemeinschaftsgefühl leiden, und es entsteht eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit.

Cyber|Mobbing hat also für alle negative Folgen. Deshalb ist es wichtig, dass du aktiv dagegen vorgehst und hilfst, es zu stoppen.

Hier erfährst du, wie du dazu beitragen kannst, Cyber|Mobbing zu erkennen und zu beenden. Konkrete Tipps findest du am Ende des Artikels!

Die Informationen für diesen Artikel stammen vom Forum Prävention - Fachstelle Gewalt.

Was ist Cyber|Mobbing und wer ist beteiligt?

Ein Konflikt bzw. ein Streit oder eine Meinungsverschiedenheit sind noch kein Mobbing!

Die Fähigkeit Konflikte konstruktiv auszutragen, wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Sozialkompetenzen und der Persönlichkeit aus.

Wenn sich Konflikte allerdings verhärten bzw. nicht konstruktiv mit ihnen umgegangen wird, kann sich Cyber|Mobbing entwickeln. Dies bringt immer Leid mit sich und es ergeben sich daraus weder Lern- noch Entwicklungsmöglichkeiten.

Mobbing veursacht immer Einsamkeit, Ohnmacht und Leid.

Cyber|Mobbing ist eine Form physischer und/oder psychischer Gewalt. Meist demütigen, erniedrigen oder verletzen dabei mehrere Personen eine andere – gezielt, auf unterschiedliche Weise und über einen längeren Zeitraum hinweg.

Dazu gehören auch viele scheinbar „kleine“ Gemeinheiten, ständige Sticheleien oder das Verbreiten von Gerüchten.

Ohne Unterstützung von außen gelingt es der betroffenen Person häufig nicht, sich aus dieser Situation zu befreien.

Mobbing kann an den unterschiedlichsten Orten stattfinden, z.B. in der Schule, auf dem Schulweg, in Vereinen, aber auch zusätzlich online auf Social Media.
Cyber|Mobbing führt dazu, dass die betroffene Person davon bis nach Hause verfolgt wird und schließlich keinen Rückzugsort mehr hat, um sich zu erholen. Um diesen Zusammenhang deutlich zu machen, benutzen wir die Schreibweise Cyber|Mobbing.

Im Artikel Cybermobbing findest du Tipps und Anlaufstellen!

Cyber|Mobbing findet immer in einer Gruppe statt und wird von der Mehrheit geduldet. Es gibt also nicht nur Akteur*innen und die betroffene Person, sondern auch andere Rollen, die dazu beitragen, dass Mobbing geschieht:

  • Akteur*innen, sind die Personen, die mobben und dadurch ihr Bedürfnis nach Macht und Ansehen befriedigen.

  • Assistent*innen sind Personen, die die Akteur*innen aktiv unterstützen und sich am Mobbing beteiligen.

  • Verstärker*innen mobben zwar nicht selbst, stacheln aber Akteur*innen und Assistent*innen weiter an, weil sie ein interessiertes Publikum bilden und z.B. mitlachen.

  • Außenstehende sind diejenigen, die sich raushalten und nichts tun. Was als stillschweigende Zustimmung gesehen werden kann.

Denen gegenüber stehen:

  • Die betroffene Person, ist diejenige, die gemobbt wird und unter der Situation leidet.

  • Verteidiger*innen sind Personen, die sich aktiv gegen das Mobbing einsetzen und die betroffene Person unterstützen.

Cyber|Mobbing passiert auch nicht „einfach so“, sondern entwickelt sich mit der Zeit. Oft beginnt es mit einer ersten Attacke, um die Reaktion der betroffenen Person zu testen. Wenn sich die Person nicht genügend wehrt und niemand eingreift, werden die Angriffe fortgesetzt und intensiviert. Die Gruppe gewöhnt sich daran, und das Mobbing wird als „normal“ angesehen.

Deshalb, je früher eingeschritten wird, desto einfacher ist es Cyber|Mobbing zu stoppen!

Da Mobbing in der Gruppe entsteht, kann auch jede*r in der Gruppe dazu beitragen, dass Mobbing aufhört. Auch du!

Das kannst du tun!

Es ist verständlich, dass es manchmal schwierig ist, in Mobbingsituationen einzugreifen. Vielleicht hast du Angst, selbst ins Visier zu geraten oder denkst dir „Irgendwer anders wird schon was machen“ oder du redest dir ein, dass es „doch nur Spaß“ ist.

Aber denk daran: Cyber|Mobbing kann alle treffen!

Stell dir also vor, wie es dir gehen würde, wenn du gemobbt würdest und was du dir in dieser Situation wünschen würdest.

Also sein couragiert und solidarisch und greife ein:

  • 👀 Achte auf Ausgrenzungen und Gemeinheiten.

  • 🙅 Positioniere dich klar gegen Cyber|Mobbing und Gewalt. Sag deutlich, dass du das nicht okay findest.

  • 🚫 Mach nicht mit! Beteilige dich nicht daran, andere auszuschließen, nicht mit- oder auslachen. Lass dich nicht vom Gruppenzwang beeinflussen.

  • 🤝 Find Verbündete, die ebenfalls gegen Cyber|Mobbing sind und fordere andere auf, sich einzusetzen. In der Klasse könnten das beispielsweise Klassensprecher*innen sein.

  • 🫴 Biete Nähe an: Gehe auf die betroffene Person zu und zeige ihr, dass sie nicht allein ist. So zeigst du den Akteur*innen: „Die betroffene Person gehört zu uns.“ Das ist besonders wichtig, wenn Erwachsene außer Sichtweite sind, z.B. in der Pause oder Umkleidekabine.

  • 🧑 Bekräftige die betroffene Person, sich an eine erwachsene Vertrauensperson zu wenden – das ist kein Petzen, sondern notwendige Unterstützung!

Dein Einsatz kann einen großen Unterschied machen. Sei mutig und solidarisch. Zusammen kann man Mobbing stoppen und ein positives Umfeld schaffen, in dem sich jede*r wohlfühlt.

FAQ Mobbing

WAS KANN ICH TUN, WENN ICH SELBST VON CYBER|MOBBING BETROFFEN BIN?

Was du tun kannst, wenn du selbst von Cyber|Mobbing betroffen bist:

  • Behalte im Hinterkopf, dass dich keine Schuld trifft!

  • Auch wenn es dir unangenehm ist, du dich schämst oder Angst hast, zögere nicht, sondern sprich z.B. mit Freund*innen über die Ereignisse.

  • Wende dich an eine erwachsene Vertrauensperson, und erzähle, was vorgefallen ist – das ist kein Petzen! Du kannst auch eine*n Freund*in fragen, ob er*sie dich begleitet.  

Wenn du Cybermobbing erfährst, kannst du folgendes tun:

  • Reagiere nicht auf Kommentare, auch nicht, um dich zu verteidigen, denn: je mehr Interaktion desto mehr Reichweite.

  • Mache Screenshots von Kommentaren/Nachrichten und sammle diese als Beweise.

  • Melde Kommentare/Inhalte/Profile, die beleidigend oder verletzend sind – die gemeldete Person erfährt nicht, von wem sie gemeldet wurde.

  • Blockiere die Absender*innen.

  • Überprüfe deine Privatsphäre-Einstellungen, sodass Profile und Informationen privat sind/bleiben und nur Menschen, die du gut kennst, Zugang dazu haben. Es gibt z.B. die Einstellung, dass es eine Bestätigung/Freigabe braucht, bevor man von anderen auf Fotos und Videos verlinkt werden kann und ob diese dann im eigenen Profil angezeigt werden.

WAS KANN ICH TUN, WENN GUTE FREUND*INNEN GEMOBBT WERDEN?

Diese Anregungen beziehen sich auf gute/enge Freund*innen, die z.B. in einer anderen Klasse oder Schule sind oder die du aus deiner Freizeit kennst und die von Mobbing betroffen sind.

  • Wenn du vermutest, dass dein*e Freund*in von Cyber|Mobbing betroffen ist, sprich sie*ihn darauf an.

  • Bedanke dich für sein*ihr Vertrauen, es ist nicht einfach darüber zu sprechen.

  • Mache keine Vorwürfe, sei sparsam mit „gut gemeinten“ Ratschlägen. Versichere deiner Freundin*deinem Freund, dass er*sie keine Schuld an der Situation hat und dass es Auswege aus der Situation gibt.

  • Bestärke sie*ihn, sich an eine erwachsene Vertrauensperson zu wenden, begleite ihn*sie dabei und erzähle, was du weißt – das ist kein Petzen, sondern notwendige Unterstützung!

  • Tu allerdings nichts gegen den Willen der betroffenen Person, keine Alleingänge zu Außenstehenden ohne Absprache.

  • Überlegt gemeinsam, wie er*sie auf bestimmte Verhaltensweisen von anderen reagieren könnte – das kann deiner*deinem Freund*in Zuversicht geben, um die schwierige Situation zu bewältigen.


WAS KANN ICH TUN, WENN ICH CYBERMOBBING SEHE?

Diese Anregungen beziehen sich auf das, was du tun kannst, wenn du siehst, dass andere Personen online gemobbt werden.

  • Reagiere nicht auf Kommentare und leite keine Videos/Beiträge auf Social Media weiter, denn: je mehr Interaktion, desto mehr Reichweite. Du kannst der betroffenen Person allerdings eine private Nachricht schreiben/sie persönlich ansprechen und ihr sagen, dass du es nicht okay findest, was ihr passiert.

  • Wenn Cybermobbing in Gruppenchats stattfindet, positioniere dich zuerst im Chat dagegen und warte die Rückmeldungen der anderen ab. Wenn weiter gemobbt wird, tritt aus der Gruppe aus – so zeigst du den anderen, dass du damit nichts zu tun haben willst.

  • Weise die betroffene Person darauf hin, Screenshots von Kommentaren/Nachrichten zu machen und als Beweise zu sammeln.

  • Biete deine Unterstützung und dein Wissen an, wie und wo solche Inhalte gemeldet und blockiert werden können und an wen man sich wenden kann.

  • Meldet gemeinsam Kommentare/Inhalte/Profile, die beleidigend oder verletzend sind – die gemeldete Person erfährt nicht, von wem sie gemeldet wurde.

  • Rate der betroffenen Person, die Absender*innen zu blockieren.

  • Erinnere die betroffene Person daran, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen, sodass Profile und Informationen privat sind/bleiben und nur Menschen, die man gut kennt, Zugang dazu haben. Es gibt z.B. die Einstellung, dass es eine Bestätigung/Freigabe braucht, bevor man von anderen auf Fotos und Videos verlinkt werden kann und ob diese dann im eigenen Profil angezeigt werden.

  • Teile Informationen über Cyber|Mobbing und dessen Auswirkungen, um Bewusstsein zu schaffen und andere für das Thema zu sensibilisieren.

Bei besonders schweren Fällen wende dich an die Post- und Kommunikationspolizei und/oder an eine Facheinrichtung.

Mehr Infos über Cybermobbing gibt es hier.

WARUM IST MOBBING SO SCHLECHT FÜR DIE GANZE GRUPPE/KLASSE?

Mobbing hat gravierende Folgen und das nicht nur für Betroffene und Akteur*innen, sondern für die ganze Gruppe. Angst, Misstrauen und Unwohlsein sind u.a. die Folge. Das Gemeinschaftsgefühl leidet und es werden Strukturen gestärkt, in denen Anerkennung durch Abwertung erreicht wird. In Schulklassen wirkt sich Mobbing zudem negativ aufs Lernklima und die Leistungsbereitschaft aus. Ein freies Entfalten der eigenen Persönlichkeit, Interessen und Stärken ist kaum möglich.

Ein Gruppenklima, in dem gegenseitige Wertschätzung, Respekt und Rücksicht gelebt werden, kann dazu beitragen, die Entstehung von Cyber|Mobbing zu verringern. Nimm dir Zeit und:

  • sei aufmerksam und sensibel, um erste Ausgrenzungstendenzen zu erkennen und denen entschieden entgegenwirken zu können.

  • Hinterfrage, ob der Umgang miteinander dem entspricht, was du dir wünschst, und tausche dich dazu mit anderen aus.


An wen kannst du dich wenden?

Bei Mobbing in der Schule sind Schulsozialarbeiter*innen oder Schulpsycholog*innen eine gute Anlaufstelle.

Du kannst dich auch einer anderen Person wie Eltern, Verwandte, Lehrpersonen… anvertrauen, bei denen du dich wohlfühlst.

Außerdem gibt es verschiedene Institutionen, bei denen du professionelle Unterstützung findest:

ANLAUFSTELLE: Forum Prävention

Das Forum Prävention ist eine Stiftung aus Bozen, die dafür sorgt, dass Menschen jeden Alters gesund leben und sich gut entwickeln können. Insbesondere setzt sich das Forum mit den Themen Sucht, Gewalt, Mobbing, digitalen Lebenswelten, Essstörungen, mit dem Erwachsenwerden und mit Familienthemen auseinander. 

Webseitewww.forum-p.it
Projekte für junge Leuteafzack.com
Instagramforump_bz
E-Mailinfo@forum-p.it
Telefonnummer +39 0471 324801
AdresseTalfergasse 4, Bozen

Weitere Anlaufstellen

young&direct

Geht’s dir auch manchmal so: du möchtest über ein Problem, eine Frage oder einen Zweifel reden, aber es ist niemand da, der dich versteht? 

Young+Direct nimmt jedes Problem und jede Frage ernst. Egal, was dich beschäftigt, ob Fragen zu Konflikten mit deinen Eltern, Zweifel, Trauer, Gewalt… mit Young+Direct kannst du über alles reden oder schreiben.

Anonym und kostenlos.

Die Jugendberater*innen haben eine Schweigepflicht, das bedeutet alles, was du ihnen schreibst oder erzählst, bleibt unter euch.

WhatsApp345 0817 056
Jugendtelefon0471 155 1 551
E-Mailonline@young-direct.it
Instagram@younganddirect
Webseitewww.young-direct.it
AdresseJohann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 42 Bozen

Kinder- und Jugendanwaltschaft

Die Kinder- und Jugendanwältin wird aktiv, wenn sie merkt, dass die Rechte von Kindern verletzt werden, interveniert, wendet sich an andere Behörden, Einrichtungen und Dienste oder auch an die Politik.

WebseiteKinder- und Jugendanwaltschaft
Instagram@kinder_jugendanwaltschaft_bz
Telefonnummer0471 946050
WhatsApp331 1738847
E-Mailinfo@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org

Post- und Kommunikationspolizei

Die Post- und Kommunikationspolizei ist eine Sondereinheit der Staatspolizei, die sich mit jeder Art von EDV-Kriminalität beschäftigt (Cybermobbing, Online-Betrug, Kontrolle der sozialen Netzwerke, Hacking…).

Webseite www.poliziadistato.it
E-Mailpolpost.bz@poliziadistato.it
Telefonnummer0471 531410
AdresseReschenstraße, 190, Bozen

La Strada: Il germoglio – der Sonnenschein

Das Kompetenzzentrum „Il Germoglio – Der Sonnenschein“ bietet Präventionsprojekte gegen Gewalt an Minderjährigen, psychologische Unterstützung für Familien in Krisensituationen und für minderjährige Gewalt- und Missbrauchsopfer und deren Familien.

Webseitewww.lastrada-derweg.org
E-Mail-Adressesonnenschein@lastrada-derweg.org
Grüne Nummer800 832 842
Telefonnummer0471 061400
AdresseDantestraße 12 C, Bozen

dubistnichtallein.it

Auf der Webseite www.dubistnichtalleine.it findest du Unterstützung, um deine Gefühle einordnen zu können, Tipps, um damit umzugehen und Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst.

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