Investieren und Traden

Immer mehr junge Menschen träumen davon, schnell reich zu werden durch Investieren und Traden.

Doch was bedeutet das eigentlich und wie realistisch ist es? Was musst du beachten und welche Fallen gibt es?

Hier findest du die wichtigsten Infos und Tipps zusammengefasst.

Was versteht man unter Investieren?

Beim Investieren wird Geld in verschiedenen Dingen angelegt, wie z.B. Aktien, Immobilien, Kryptowährungen oder Rohstoffe wie Gold.

Dabei hofft man, dass man mit dem angelegten Geld einen Gewinn macht. Dass man z.B. die Aktien/Immobilien/… teurer wieder verkaufen kann, als man sie gekauft hat.

Das ist mit einem gewissen Risiko verbunden, da es natürlich auch sein kann, dass man dadurch sein Geld verliert.

Von Investieren spricht man dann, wenn man darauf setzt, auf mittelfristige oder lange Sicht einen Gewinn zu erzielen. Die gekaufte Geldanlage wird also möglichst lange gehalten, um von Kurssteigerungen zu profitieren. Beim Investieren in Aktien z.B. liegt die von vielen Finanzexpert*innen empfohlene Haltedauer bei mindestens 10 Jahren.

VORTEILENACHTEILE
Bei gelungenen Investitionen sind vor allem langfristig gesehen hohe Gewinne möglich.Es besteht die Möglichkeit des Verlustes.
Sehr große Auswahl an Anlage- und Investitionsmöglichkeiten.Es ist Knowhow und Fachwissen, aber auch Glück notwendig.
Das angelegte Geld ist oft über längere Zeit fest gebunden und daher nicht verfügbar.

Es gibt verschiedene Arten von Vermögenswerten, in die man investieren kann. Hier ein kleiner Überblick:

AKTIEN
Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Kaufst du Aktien, besitzt du einen kleinen Teil des Unternehmens. Steigt der Wert der Aktie oder zahlt das Unternehmen Dividenden aus, machst du Gewinn. Allerdings kannst du auch Verluste erleiden, wenn der Aktienkurs fällt.

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Aktien sind (kleine) Anteile an einem Unternehmen. Wenn du Aktien eines Unternehmens kaufst, also in ein Unternehmen investierst, bist du AktionärIn dieses Unternehmens und besitzt einen kleinen Teil des Unternehmens.

Wenn das Unternehmen einen Gewinn erzielt, profitierst du ebenfalls davon.
Wie? Es gibt 2 Wege, um mit Aktien Geld zu verdienen:

  • Du machst einen Gewinn, wenn der Wert deiner Aktien (Aktienpreis oder Aktienkurs) steigt. Wird eine Aktie stark nachgefragt, steigt deren Wert; möchten die meisten AnlegerInnen eine Aktie verkaufen, sinkt der Kurs der Aktie. Der Wert einer Aktie wird also durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Aktien werden dabei an der Börse gehandelt.
    Kurz gesagt: Du verdienst das Geld, indem du Aktien kaufst und sie in der Zukunft zu einem höheren Aktienkurs verkaufst. Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist dabei dein Gewinn.

  • Das Unternehmen, von dem du Aktien hältst, zahlt einen Teil seines Gewinns an seine AktionärInnen aus. Dies nennt man eine Dividende.

Auf der anderen Seite machst du aber eben auch Verluste, wenn es im Unternehmen nicht gut läuft und der Aktienpreis sinkt.

FONDS
Ein Fonds funktioniert kurz gesagt so: Du legst dein Geld zusammen mit dem vieler anderer Anleger*innen in einen Topf. Ein Fondsmanager investiert dieses Geld dann in mehrere verschiedene Vermögenswerte (du investiertst z.B. also nicht nur eine eine einzige Aktie, wodurch das Risiko Verluste zu machen sinkt).

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Ein Fonds ist wie ein gemeinsamer Geldtopf, in den viele Leute ihr Geld einzahlen. Dieses Geld wird dann von Experten verwaltet. Sie investieren das Geld in verschiedene Dinge, zum Beispiel in Aktien, Immobilien oder Anleihen. Dadurch verteilt sich das Risiko, denn es ist unwahrscheinlicher, dass alle Investitionen gleichzeitig schlecht laufen.

Natürlich gibt es auch bei Fonds keine Garantie, dass du immer Gewinn machst. Der Wert des Fonds kann steigen, aber auch fallen. Trotzdem sind Fonds eine beliebte Möglichkeit, um Geld über längere Zeit anzulegen und es eventuell zu vermehren.

ETFs
ETFs, also Exchange Traded Funds, sind eine spezielle Art von Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Der Unterschied zu klassischen Fonds ist, dass ETFs meistens einen bestimmten Index nachbilden und passiv (= ohne Fondsmanager) verwaltet werden.

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ETFs, also Exchange Traded Funds (auf Deutsch börsengehandelte Fonds), sind eine spezielle Art von Fonds. Ein ETF funktioniert ähnlich wie ein normaler Fonds, indem er Geld von vielen Anleger*innen sammelt und in verschiedene Wertpapiere investiert, zum Beispiel in Aktien oder Anleihen.

Der Unterschied zu einem klassischen Fonds ist, dass ETFs meistens einen bestimmten Index nachbilden. Ein Index ist eine Gruppe von Aktien, die eine bestimmte Region, Branche oder den ganzen Markt abbilden. Wenn du einen ETF kaufst, investierst du also automatisch in alle Aktien, die in diesem Index enthalten sind.

ETFs sind oft günstiger sind als traditionelle Fonds, da sie passiv verwaltet werden. Das heißt, es gibt keinen Fondsmanager, der entscheidet, welche Aktien gekauft oder verkauft werden. Stattdessen folgt der ETF einfach dem Index, den er nachbildet.

ANLEIHEN
Anleihen sind wie ein Kredit, den du einem Unternehmen oder Staat gibst. Im Gegenzug erhältst du Zinsen. Am Ende der Laufzeit bekommst du dein Geld zurück. Anleihen gelten oft als sicherere Investition als Aktien, haben aber normalerweise auch eine geringere Rendite.

Mehr Infos zu Anleihen

Anleihen sind eine Art von Kredit, den du einem Unternehmen, einem Staat oder einer anderen Institution gibst. Im Gegenzug für dein Geld verspricht dir der Herausgeber der Anleihe, dir regelmäßig Zinsen zu zahlen und am Ende der Laufzeit den ursprünglichen Betrag zurückzuzahlen.

Stell dir vor, eine Firma oder ein Staat braucht Geld, um ein Projekt zu finanzieren. Anstatt sich das Geld von der Bank zu leihen, gibt sie Anleihen heraus. Du und andere Anleger*innen können diese Anleihen kaufen. Während der Laufzeit der Anleihe bekommst du dann regelmäßig Zinsen. Am Ende der Laufzeit, die zum Beispiel 5, 10 oder 30 Jahre betragen kann, erhältst du dein investiertes Geld zurück.

Anleihen gelten oft als sicherere Anlageform im Vergleich zu Aktien, weil du schon vorher weißt, wie viel Zinsen du bekommst und wann du dein Geld zurückbekommst. Allerdings ist auch das Risiko bei Anleihen nicht gleich null. Wenn zum Beispiel das Unternehmen pleitegeht oder der Staat nicht mehr zahlen kann, kann es sein, dass du dein Geld nicht zurückbekommst.

KRYPTOWÄHRUNGEN
Kryptowährungen sind digitale Währungen. Coins können online erworben und gehandelt werden.

Mehr Infos zu Kryptowährungen

ROHSTOFFE
In Rohstoffe zu investieren bedeutet, Geld in physische Güter wie Gold, Silber, Öl, Erdgas, oder landwirtschaftliche Produkte wie Weizen, Mais und Kaffee zu stecken. Rohstoffe gelten als stabil gegenüber Inflationsschwankungen.

Es gibt natürlich noch weitere Vermögenswerte wie Immobilien, Sparprodukte, Sammlerstücke usw.

Was ist Traden?

Trading bedeutet zu Deutsch „Handel“ und beschreibt den kurzfristigen Kauf und Verkauf von Produkten wie Aktien, Wertpapieren, Währungen usw.

Trader beobachten den Markt und versuchen, ein Produkt zu einem höheren Preis zu verkaufen, als sie es gekauft haben. Sie versuchen dabei vor allem die kurzfristige Marktentwicklung vorherzusehen (auf Minuten-, Stunden- oder Tagesbasis) und dies zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Beispiel Pennystocks: Was ist das?

Als Pennystock bezeichnet man im Euroraum Aktien, die einen Wert unter 1 Euro haben. Pennystocks sind ein beliebtes Objekt von Tradern, da der niedrige Wert es ermöglicht, Aktien in hoher Stückzahl zu kaufen, sodass schon leichte Kursbewegungen finanziell kräftig durchschlagen. Gleichzeitig unterliegen Pennystocks oft starken Kursschwankungen. Diese können sowohl zu hohen Gewinnen, als auch zu hohen Verlusten führen. Pennystocks sind also sehr riskant, vor allem für Trading-AnfängerInnen.

Beispiel Währungshandel: Wie funktioniert das?


Forex (FX) steht für Foreign Exchange, das bedeutet Devisenhandel bzw. Währungshandel. Beim Trading mit Forex werden zwei Währungen, z.B. der Euro und der Dollar, gegeneinander gehandelt, wobei die Trader darauf setzen, dass die eine Währung im Vergleich zu der anderen stärker werden wird. Forex-Trading ist hochspekulativ und damit insbesondere für Trading-AnfängerInnen sehr gefährlich.

VORTEILENACHTEILE
Erfolgreiche Trader können von ihrem Geschäft leben, ihr Einkommen ist theoretisch unbegrenzt.In der Realität verdienen die wenigsten Trader tatsächlich etwas. Vielmehr gibt es beim Traden ein sehr hohes Risiko, schnell (viel) Geld zu verlieren.
Selbständiges und flexibles Arbeiten möglich.Man muss bei jedem Kauf und Verkauf an der Börse Gebühren zahlen. Wenn man viel handelt, zahlt man hohe Gebühren. Bevor Gewinne gemacht werden können, müssen erst einmal die Gebühren wieder reingeholt werden.
Professionelles Trading ist sehr arbeitsintensiv und stressig.

Tipps, wie du seriöse Trading-Plattformen erkennst
  • 🇪🇺 Prüfe, ob die Trading-Plattform eine EU-Lizenz besitzt, das heißt eine Lizenz von einer in der Europäischen Union ansässigen Finanzaufsicht wie z.B. der FMA, BaFIN, FCA oder CySec. Ob AnbieterInnen eine Zulassung für die EU haben, findest du auf der Unternehmensdatenbank der BaFin (Deutschland) herausfinden.

  • 📰 Prüfe Presseberichte: Sowohl über seriöse als auch über unseriöse Trading-Plattformen/Broker wird oft berichtet. Überprüfe auf jeden Fall auch, ob die Quelle vertrauenswürdig ist!

  • 🔎 Erfahrungsberichte und Warnungen: Schau in seriösen Foren nach Erfahrungsberichten anderer Nutzer*innen.

  • 🎖️ Vorsicht bei Auszeichnungen: Gerade Forex- und CFD-Broker verweisen gerne auf Auszeichnungen, die sie (scheinbar) bekommen haben, um sich als seriös darzustellen. Viele Auszeichnungen sagen jedoch nichts über die Seriosität aus. Achte deshalb darauf, ob die Auszeichnungen von bekannten Institutionen im Finanzbereich verliehen wurden und wie alt die Auszeichnungen sind.

  • 🚨 Risiko-Hinweise: Werde misstrauisch, wenn gewisse Finanzprodukte zu positiv dargestellt werden und nur die möglichen Gewinne angeführt werden, ohne auch die Risiken zu nennen.

  • 🧑‍💻 Installiere keine Software auf deinem Computer: Manchmal wollen Betrüger*innen dir angeblich mithilfe einer Software zeigen, wie leicht Trading ist. Lass das niemals zu. Denn dadurch bekommen sie Zugriff auf deinen Computer und können dein (Online-)Konto ausrauben.

  • 🧑‍💻 Prüfe, ob die Website des Anbieters ein Impressum hat. Sollte das nicht der Fall sein: Finger weg! Im Impressum müssen der Name des Unternehmens, die vollständige Adresse, ein Vertretungsberechtigter und eine Kontaktmöglichkeit, ein Verweis auf das Handelsregister mit der entsprechenden Nummer zu finden sein.
    Aber Vorsicht: Ein Impressum kann auch gefälscht sein.
    Reinen US-Webseiten haben meist keine Impressumspflicht, sie sollten aber „Corporate Information“ und Nutzungs- bzw. Geschäftsbedingungen (Terms of Service oder Terms of Use oder User Agreement) anbieten.

  • 🔒 Sicherheit: Ist z.B. gegenüber Hackerangriffen sehr wichtig. Eine verschlüsselte Übertragung /SSL-Verschlüsselung ist das Minimum. Ist weder das Schlosssymbol noch das „https“ am Beginn der Adresse zu sehen, solltest du auf der Website keine persönlichen Daten eingeben. Noch besser ist, wenn es eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) gibt.

  • 💳 Zahlungsmethoden: Je mehr und je gängigere Zahlungsmöglichkeiten wie beispielsweise SEPA-Überweisungen, Sofortüberweisungen, PayPal oder Kreditkarten angeboten werden, desto besser.
    Unseriöse Broker bevorzugen die Einzahlung mit Western Union oder Paysafecard.

  • 🧑‍💻 Kunden-Support: Ein seriöser Kunden-Support ist werktags auf verschiedenen Wegen erreichbar (Telefon, E-Mail, Live Chat).

  • ☎️ (Keine) Angabe der Rufnummer: Beim Registrieren auf unseriösen Trading-Plattformen muss man oft eine Telefonnummer angeben. Man erhält dann sehr bald einen Anruf von einem angeblichen Broker – oft über Rufnummern aus dem Ausland, die in der Regel nicht zurückgerufen werden können. Bei solchen Anrufen auf jeden Fall nicht investieren.

Unterschied zwischen Investieren und Traden:
Investieren zielt auf langfristige Gewinne ab, während Traden auf kurzfristige Gewinne spekuliert. Investitionen sind in der Regel weniger stressig, während Traden viel Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. Innerhalb kurzer Zeiträume und häufiger als bei Investments werden Positionen eröffnet und geschlossen, also eingekauft und wieder verkauft.

Du willst investieren/traden?
Das gilt es zu beachten!

  • 💰 Investiere nur Geld, das du nicht dringend brauchst: Das Risiko besteht immer, dass du Geld verlierst.

  • 📉 Hohe Gewinne bedeuten auch hohes Risiko: Grundsätzlich gilt – je höher der in Aussicht gestellte Gewinn, desto höher ist auch das Risiko, Geld zu verlieren.

  • 💭 Verstehe, worin du investierst: Anlageprodukte solltest du nur kaufen, wenn du verstehst, wie diese funktionieren. Dabei ist es hilfreich, eine Expertin / einen Experten an der Seite zu haben.

  • 🧐 Trading erfordert viel Fachwissen und Zeit: Um gut zu traden, braucht es jede Menge Fachwissen, Zeit und die nötige Portion Glück. Dadurch, dass Privatanleger*innen meistens nicht die Zeit haben, sich mit der Börsenlage laufend zu beschäftigen, und Fachwissen fehlt, haben viele ein (sehr) schlechtes Timing. Zahlreiche Studien zeigen: 85% – 98% der Trader verlieren Geld.

  • 📱 Vorsicht bei Trading-Plattformen & -Apps! Die hohe Userfreundlichkeit und die spielerischen Elemente lassen die Hemmschwelle sinken und Nutzer*innen werden verleitet, häufig zu handeln/traden und sich eher auf hochspekulative und riskante Geschäfte einzulassen – Verlier die Ernsthaftigkeit nicht aus den Augen!

  • ⬜️ Sei vorsichtig bei Anlagen am grauen Kapitalmarkt: Dieser bezeichnet einen nicht regulierten, aber legalen Teil des Kapitalmarkts, dessen Anbieter nicht unter staatlicher Aufsicht stehen. Das Angebot an unseriösen Geldanlagen ist deutlich höher.

  • 🧑‍💻 Sei misstrauisch, wenn du unaufgefordert über ein Investment informiert wirst – in diesem Fall keinesfalls Geschäfte abschließen.

  • 🙍 Vorsicht bei Berater*innen, die zum Abschluss drängen: Erst wenn du dir sicher bist, die richtige Form der Geldanlage gefunden zu haben, sollst du unterschreiben.

  • 💶 Sei misstrauisch, wenn ein Vorschuss verlangt wird, z.B. Gebühren für Geldtransaktionen – das ist unseriös.

Wo Geld ist, lauern auch Fallen!

Wenn es um Investment und Trading geht, gibt es auch Personen, die dich mit betrügerischer Absicht in Fallen locken möchten.

Um dem vorzubeugen, ist es wichtig, die gängigsten Fallen zu kennen!

BROKER-BETRUG

Im Internet locken Betrüger*innen mit falschen Werbeanzeigen und unrealistischen Gewinnversprechungen, um den Personen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie funktioniert Broker-Betrug?

Broker = eine Person, die für dich an der Börse handelt.

Broker-Betrug ist im Internet und auf Social Media weit verbreitet. Die Masche, die dabei eingesetzt wird, ist simpel, aber effektiv: Betrüger*innen schalten täuschend echte Werbeanzeigen (Fake-Ads), die dich zu falschen Online-Brokern locken:

  • 📲 Falsche Werbung: Du siehst eine Anzeige oder erhältst eine Nachricht (E-Mail oder Social Media) von einem scheinbar seriösen Broker. Dieser verwickelt einen in einen Chat, bei dem es sehr schnell darum geht, dass man sein Geld innerhalb kürzester Zeit vervielfachen kann.

  • 🗣️ Unrealistische Versprechen: Mit dem Versprechen, dass du dein Geld schnell vervielfachen kannst, wirst du motiviert, eine möglichst hohe Summe einzuzahlen.

  • 🤑 Erste Gewinne: Nach deiner Einzahlung werden scheinbare Gewinne in deinem Kundenkonto angezeigt. Hierdurch soll man vom Finanzprodukt überzeugt werden und weitere Investitionen tätigen.

  • 🤥 Täuschung: Mithilfe einer Betrugssoftware täuschen die Plattformbetreiber*innen die Kontobewegungen und Gewinne nur vor. Tatsächlich findet gar kein Handel statt. Stattdessen überweisen die Betrüger*innen das eingezahlte Guthaben auf ausländische Konten.

  • 💸 Probleme bei der Auszahlung: Wer sich seinen angeblichen Gewinn schlussendlich auszahlen lassen möchte, wird von den „Brokern“ hingehalten oder sogar aufgefordert, zuerst angebliche Bearbeitungsgebühren und Steuern zu bezahlen. Irgendwann bricht der Kontakt vollständig ab und das eingezahlte Geld ist weg.

Kein seriöser Broker wird dir einen bestimmten Gewinn versprechen oder dich aktiv auffordern, eine bestimmte Summe einzuzahlen.


AKTIENSPAM

Aktienspam ist der massenhafte Versand von Werbung für eine Aktie, um deren Kurs künstlich zu steigern. Fällt man darauf herein, kauft die Aktie und verkauft nicht rechtzeitig, bleibt man oft auf wertlosen Aktien sitzen.

Wie funktioniert Aktienspam?

Beim Aktienspam wird versucht, den Aktienkurs künstlich zu steigern, wobei die Versender*innen Gewinn machen, diejenigen, die darauf reinfallen, allerdings verlieren:

  • 📧 Spam: Es wird massenhaft Werbung für eine Aktie (meist Pennystocks – siehe weiter oben) verschickt.

  • 🧐 Insiderwissen: Die Versenderin / der Versender gibt dabei an, Insiderwissen zu haben, und sagt eine hohe Kurssteigerung voraus, weil das Unternehmen angeblich in Kürze „gute Nachrichten“ veröffentlichen wird.

  • 🪙 Günstiger Aktienkauf: Die Versenderin / der Versender des Aktienspam kauft vor dem Versenden die Aktien, die zu diesem Zeitpunkt oftmals weniger als 10 Cent kosten.

  • 📈 Börsenkurs steigt: Wenn viele Menschen auf den Spam hereinfallen und die beworbene Aktie kaufen, dann steigt der Börsenkurs der Aktie sehr schnell sehr stark an. Eine Verdopplung oder sogar Vervielfachung des Kurswertes ist dabei nichts Außergewöhnliches.

  • 📉 Drastischer Kursabfall: Sobald jedoch einige AktionärInnen – und dabei ganz sicher auch die Versenderin / der Versender des Spam – ihre Aktien verkaufen, fällt der Kurs wieder stark. Zum Teil werden dann sogar Kurswerte erreicht, die unter dem Kurs vor dem Spam-Versand liegen.

  • 💸 Du bleibst auf wertlosen Aktien sitzen: Alle, die nicht rechtzeitig verkauft haben, bleiben dann auf fast wertlosen Aktien sitzen.

Manche Aktien, vor allem ausländische, werden sogar nur beworben, damit die Versenderin / der Versender sie verkaufen kann. Diese Aktien kann man nie mehr verkaufen.


AFFILIATE MARKETING

Wenn Beraterinnen dir unaufgefordert empfehlen, möglichst hohe Summen zu investieren/traden, verdient er*sie durch deine Einzahlung vermutlich Provision.

Mehr zu Affiliate Marketing!

Sei kritisch, wenn eine Beraterin / ein Berater dir unaufgefordert empfiehlt, auf einer ganz bestimmten Plattform zu investieren/traden und dir einen Link schickt. In dem Fall bekommt sie*er vermutlich eine Provision, z.B. einen prozentualen Anteil von deiner ersten Einzahlung oder dem Trade, den du tätigst.

Die Beraterin / der Berater will dich auch in diesem Fall vor allem zum Traden in möglichst großer Höhe bringen, egal ob du dabei gewinnst oder verlierst.

Allerdings gibt es auch manche, die ein Interesse daran haben, dass du erfolgreich tradest, vor allem wenn sie dann weiterhin Provisionen vom Broker erhalten.


UNSERIÖSE TRADING-COACHING-VIDEOS

Sei misstrauisch bei Trading-Coaching-Videos, die schnelle Profite und große Einnahmen versprechen. Die Trainings und Materialien sind meist teuer und der Outcome so gut wie wertlos.

Mehr zu unseriösen Trading-Coachings!

Sei vor allem dann sehr misstrauisch, wenn versprochen wird, dass man mit dem Online-Training/den Videos innerhalb kürzester Zeit zu einem Profi-Trader wird und mehrere Zehntausend Euro in einem Monat verdienen kann.

Auch wenn die Einstiegskurse meistens kostenlos zur Verfügung gestellt werden, muss man für die eigentlichen Trainings und Materialien viel bezahlen. Bei den Trainingsinhalten ist dann meistens nichts dahinter und für die beworbenen Resultate gibt es keine richtigen Beweise.

Oder man übermittelt seine Kreditkarten- oder Kontodaten und wird auf andere Weise abgezockt.

Wie du unseriöse Finanzangebote erkennst!

Besonders bei Werbeanzeigen im Internet oder auf Social Media oder bei Kundenwerbung per Telefon solltest du skeptisch sein und die Angebote genau unter die Lupe nehmen!

Hier ein paar Tipps, um unseriöse Finanzangebote zu entlarven!

  • 🧑‍💻 Online-Recherche: Google das Unternehmen und achte auf Presseberichte, Schlagzeilen, Bewertungen, Erfahrungsberichte etc. Schau auch auf offiziellen Seiten nach, ob das Unternehmen dort gelistet ist.
    Wird das Unternehmen evtl. sogar als betrügerisch gelistet? Schau auf www.watchlist-internet.at, wo Internet-Betrüger, Fallen und Fakes entlarvt werden. Oder schau auf den Seiten der Finanzaufsichtsbehörden nach in Italien z.B. Autoritá italiana per la vigilanza dei mercati finanziari

  • 💻 Impressum überprüfen: Auf der Website der Firma im Impressum sollten Rechtsform, Kontaktadresse und Verantwortliche namentlich angegeben sein. Google die Verantwortlichen und überprüfe die angegebenen Namen und Adressen.

  • 📍 Firmensitz überprüfen: Achtung bei Firmen mit Firmensitz außerhalb von Europa – hier ist es im Nachhinein oft schwierig, Kosten rückzuerstatten oder rechtlich gegen unangemessene Kosten vorzugehen.

  • 🏦 Zahlungsinformationen prüfen: Handelt es sich um eine ausländische Bankverbindung, solltest du skeptischer sein. Außerdem bieten seriöse Unternehmen mehrere gängige Zahlungsweisen wie SEPA-Überweisungen oder Kreditkarten an. Vorsicht wenn Western Union oder Paysafecard die einzigen Zahlungsmöglichkeiten sind.

  • 💼 Geschäftsmodell hinterfragen: Schau auf der Webseite des Unternehmens nach, wie es ihr Geld verdient. Sind die Gewinnversprechen realistisch im Vergleich zum Risiko? Wird das Thema Risiko überhaupt angesprochen?
Quelle: Die Infos für diesen Artikel stammen von Jugendportal.at aus der Kampagne Finanzwissen 2021
Angepasst an Südtiroler Gegebenheiten und ergänzt durch die Abschnitte Fonds bis Rohstoffe von Youth App

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