Du fühlst dich mit deinem Körper nicht wohl? Vergleichst du dich mit Influencer*innen oder fragst dich, ob dein Essverhalten noch „normal“ ist?
Hier findest du Infos, Tipps und Anlaufstellen
Aussehen wie ein*e Influencer*in
Wir alle vergleichen uns manchmal mit Influencer*innen und möchten gerne sein wie sie. Wenn die Realität mit dem Ideal nicht übereinstimmt, kann das am Selbstwert kratzen…
Remember: Die vermeintlich perfekte Welt auf Social Media repräsentiert meist nicht das echte Leben!
Erinnere dich daran, dass hier eine perfekte Welt verkauft wird, all die langweiligen, unschönen oder traurigen Momente werden einfach ausgeschnitten und nicht gezeigt. Sogar die schönen Bilder werden durch Maske, Licht und Bildbearbeitung noch optimiert.
WAS MAN MACHEN KANN, WENN MAN SICH DADURCH UNTER DRUCK GESETZT FÜHLT:
- 💬 Sprich mit Vertrauenspersonen über deine Gefühle und deine Unzufriedenheit.
- 🌍 Suche dir Vorbilder in der analogen Welt, schaue dir echte Körper an.
- 🥰 Finde und benenne regelmäßig Dinge, die du an dir magst. Wir alle haben Fehler und niemand ist perfekt. Schätze deine guten Seiten und rücke diese ins Licht!
- 👩🏻🏫 V.a. über Ernährung und Sport schwirren viele Trends durchs Internet, die wissenschaftlich nicht geprüft sind. Hinterfrage die Informationen und hole dir Rat von ausgebildeten Expert*innen oder offiziellen Seiten (z.B. dge.de, bzga.de, gesundheit.gv.at).
BODY POSITIVITY UND BODY NEUTRALITY
Die beiden Bewegungen sagen unrealistischen Schönheitsidealen, die beispielsweise über Social Media verbreitet werden, den Kampf an und feiern die Vielfalt der Körper.
Jeder Körper ist schön!
Der Sloagen der Body Positivity Bewegung lautet „Jeder Körper ist schon“. Es geht darum eine positive Beziehung zum eigenen Körper zu haben, egal wie dieser aussehen mag.
Körper sind wie sie sind, wir sind dankbar für all das, was sie täglich für uns leisten
Body Neutrality ist eine Abspaltung der Body Positivity Bewegung. Die zentrale Botschaft ist: „Körper sind wie sie sind, wir sind dankbar für all das, was sie täglich für uns leisten.“ So wird die Aufmerksamkeit auf die Fähigkeiten und Funktionen des Körpers gelenkt – Aussehen und Schönheit verlieren an Bedeutung.
Picky eating, Diäten, Intervallfasten, übermäßiges Naschen … Was ist eigentlich normal?
Zwischen normalem und krankhaften Essverhalten bzw. einer Essstörung gibt es einen großen Graubereich. Eine klare Grenze zu ziehen, ist oft schwierig. Wir alle ernähren uns mehr oder weniger gesund und haben unterschiedliche Essgewohnheiten.
Ein zentrales Merkmal einer Essstörung besteht jedoch darin, dass die Gedanken und die Gefühlswelt verstärkt um die Ernährung kreisen:
- 💭 Musst du ständig an das Essen oder Nicht-Essen, deine Figur und dein Gewicht denken?
- 😣 Ist das Essen für dich ein täglicher Kampf?
- 🍱 Hast du regelmäßig Essanfälle?
- 🤔 Fällt es dir schwer, Hunger und Sättigung wahrzunehmen und ihnen nachzukommen?
Das sind Anzeichen für ein schwieriges Verhältnis zum Essen.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob du an einer Essstörung leidest, kannst du hier einen Selbsttest machen.
Du kannst dich auch an die Infes wenden und in einem Beratungsgespräch deiner Vermutung auf den Grund gehen.
Essstörung: Was ist das?
Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, d.h. die Krankheit spielt sich in der Psyche und im Körper ab.
Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, bei denen man zu viel oder zu wenig isst und dementsprechend auch ein Über- oder Untergewicht entwickeln kann. Vom Gewicht allein lässt sich allerdings kein Rückschluss auf eine zugrundeliegende Essstörung ziehen!
Betroffene ändern ihr Essverhalten im Versuch, einen viel tiefer liegenden Leidensdruck zu bewältigen.
Für Menschen mit Essstörungen bedeutet die Nahrungsaufnahme einen täglichen Kampf, alles dreht sich nur noch ums Essen oder Nicht-Essen, Schlanksein, zu Dicksein und manchmal auch um Sport und Training. Betroffene ändern ihr Essverhalten im Versuch, einen viel tiefer liegenden Leidensdruck zu bewältigen. Sie erleben sich selbst und ihren Körper als unzulänglich, sind unzufrieden und glauben, ihren Körper ändern zu müssen, um sich wertvoll zu fühlen.
WIE KOMMT ES DAZU?
Man kann die Entstehung einer Essstörung gut mit einem Fass vergleichen: Es kann voll von unterschiedlichen Gründen sein und irgendwann durch ein belastendes Einzelereignis zum Überlaufen gebracht werden. Ein Faktor, der oft unterschätzt wird, sind die unrealistischen Schönheitsideale unserer Gesellschaft, die v.a. auf junge Frauen großen Druck ausüben. Zudem spielen biologische, persönliche, familiäre und soziale Faktoren eine Rolle.
Essen oder Nicht-Essen kann zur Belohnung, Beruhigung oder Bewältigung von Stress genutzt werden. Ab und zu machen wir das alle – aber bei einer Essstörung entwickeln sich diese veränderten Ernährungsgewohnheiten zu einem täglichen Zwang, den die Betroffenen nicht mehr unter Kontrolle haben.
WIE WERDEN ESSSTÖRUNGEN BEHANDELT?
Essstörungen sind heilbar!
Hierfür benötigt es professionelle Betreuung und Behandlung auf drei Säulen: Medizin, Psychotherapie und Ernährungstherapie.
Es gibt verschiedene ambulante und stationäre Einrichtungen in Südtirol, die Betroffene und ihre Angehörigen unterstützen.
FAQ
Was ist Bodyshaming?
Setzt sich aus den Begriffen „body“ (=Körper) und „shaming“ (=beschämen) zusammen. Es meint die Beleidigung, Demütigung, Ausgrenzung oder das Cyber|Mobbing einer Person aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Dabei werden oft abwertende Kommentare über das Aussehen gemacht oder die Person als Ganzes abgewertet. Häufig bezieht sich das Bodyshaming auf das Übergewicht einer Person, dann spricht man von Fatshaming. Bodyshaming ist nicht ok und kann in manchen Fällen auch rechtliche Konsequenzen haben.
Welche Symptome treten bei einer Essstörung auf?
Eine Essstörung kann sich durch kontrolliertes Essverhalten äußern:
- 😣 Das Gefühl zu dick zu sein, trotz Untergewicht
- 🙊 Eingeschränkte Nahrungsaufnahme und viel Bewegung
- ⚖️ Strenge Gewichtskontrolle und Gewichtsverlust
- 🚥 Lebensmittel werden in „gut“ und „schlecht/ gefährlich“ eingeteilt
- 🤚 sozialer Rückzug
Oder durch unkontrolliertes Essverhalten:
- 🍫 Essanfälle finden mehrmals wöchentlich statt und werden z.T. geplant
- 🤷 Hunger und Sättigung werden kaum gespürt oder erkannt
- ⚖️ Übermäßiges Essen dient der Gefühlsregulierung
- 😓 Scham über den eignen Körper, ständige Beschäftigung mit der Figur
- 🏃 Manche Betroffene versuchen die Essanfälle zu kompensieren, indem sie erbrechen, Abführmittel schlucken, fasten oder exzessiv Sport betreiben
Ich mache mir Sorgen um meine*n Freund*in, was kann ich tun?
Indem du dich über die Krankheit informierst, machst du schon vieles richtig!
Suche einen Moment, indem ihr in Ruhe reden könnt und sprich deine Sorgen klar an. Achte hierbei darauf, dass du nicht Vorwürfe oder abwertende Bemerkungen über das Essverhalten oder das Gewicht deiner Freundin/deines Freundes machst.
Anstatt direkt mit der Tür ins Haus zu fallen, ist es besser, über das Wohlergehen und die Stimmung der Person zu sprechen – und interessiert nachzufragen, wie es ihr tatsächlich geht.
z.B. Ich merke du ziehst dich immer mehr zurück, ich mache mir Sorgen, ob es dir gut geht…
Ich habe das Gefühl, du hast nicht mehr so große Lebensfreude, ist alles ok bei dir?
Gerne kannst du ein Beratungsgespräch der Infes nutzen, um dich auf das Gespräch mit deiner Freundin/deinem Freund vorzubereiten. Oder du schlägst vor, dass ihr gemeinsam zum Beratungsgespräch geht.
ANLAUFSTELLE: Infes – Fachstelle Essstörungen
Seit 1994 ist INFES die Fachstelle, an die du dich wenden kannst, wenn du Fragen zum Thema Essstörungen hast. Sie beraten Betroffene, Eltern, Geschwister, Freund*innen, Partner*innen und Lehrpersonen im persönlichen Gespräch, oder am Telefon oder via Mail. Außerdem bieten sie Gruppen für Angehörige sowie Workshops für Jugendliche und Fortbildungen für Fachpersonal an.
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