Was passiert, wenn Rap, Hip-Hop, und Trap, zusammen mit guten Beats und Südtiroler Dialekt, gemischt wird? Ganz genau, Scamige Buben!
Die Scamigen Buben, das sind Gabriel Mauroner, Konstantin Künig und Benjamin Gasser aka Lingo, Gio und Cappa d’íllusione.
Sie bezeichnen sich selbst gerne als „moderne Minnesänger“ und haben mit ihrer 2023 erschienenen EP MINNETAPES Volume I ein starkes erstes Zeichen gesetzt.
Was es damit auf sich hat und was ihre Pläne für die Zukunft sind, das erzählen euch die sympathischen Musiker im Interview.
Scamige Buben, was macht ihr für Sound? Wie würdet ihr euren Stil beschreiben?
Gabriel: Boah, schwierig … Muasn-Trap vielleicht.
Ja, haha Muasn-Trap klingt geil
Benjamin: Ja, haha Muasn Trap klingt geil. Wir haben mit Sicherheit sehr viel Einfluss vom Hip-Hop/Trap Genre, aber wir haben auch andere, noch unveröffentlichte Songs, bei denen wir ganz was anderes machen. Das so festzumachen, ist immer schwierig.
Ein Merkmal eurer Musik ist, dass ihr die Texte im Südtiroler Dialekt schreibt. Wie kam es dazu?
Am Anfang wollten wir englische Lieder aufnehmen, doch dann bemerkten wir, dass der Dialekt uns allen natürlicher von den Lippen geht und dass wir dadurch authentischer sein können. Der Schreibprozess verkürzt sich eindeutig und es ist einfach die Sprache, mit der wir aufgewachsen sind. Wir denken in Dialekt, wir reden in Dialekt, also warum nicht auch in Dialekt singen, bzw. rappen? Unser Dialekt hat sehr viele alte Worte, Wortwendungen oder auch Sprichwörter, die einfach geil klingen.
Wir denken in Dialekt, wir reden in Dialekt, also warum nicht auch in Dialekt singen bzw. rappen?
Trotzdem wollen wir uns nicht auf eine Sprache festlegen, deshalb mixen wir auch immer wieder englische, italienische und dialekte Wortwendungen in unsere Songs. Wenn uns ein Wort einfällt, dann hauen wir es so in den Song, egal ob es dann englisch, italienisch oder Dialekt ist.
Dieser Salat, aus Worten, Sätzen und Versen, bei denen die Zuhörer*innen ein zweites Mal hinhören müssen, um den Sinn zu verstehen, der macht uns einzigartig.
Wie entstehen eure Songs? Wie geht ihr da vor?
Meistens suchen wir nach Samples oder programmieren selbst, das meiste digital oder mit Synthesizern. Benny kennt ein paar Produzenten und bekommt immer wieder Beats, mit denen wir uns dann austoben, Texte, Schlagzeug, Effekte, drüberlegen.
Aus den verschiedensten Gedankenfetzen, die jeder für sich mitbringt, entsteht ein Song. Wir sind meist selbst überrascht, was dabei oft so rauskommt!
Und die Texte entstehen meist im Prozess. Wir kommen nicht mit einem vorgefertigten Text ins Studio und singen diesen ein. Der Erste, der ans Mikro kommt, fängt an und singt drauflos. Dann wird gewechselt und aus den verschiedensten Gedankenfetzen, die jeder für sich mitbringt, entsteht ein Song. Wir sind meist selbst überrascht, was dabei oft so rauskommt (lacht).
Worum geht es beispielsweise in eurem Song Pflasterle?
Gabriel: Es geht um Gefühle, die nicht erwidert wurden. Es ist ein Lovesong. Als wir das Lied aufgenommen haben, war es eine Momentaufnahme von meinem Inneren. Aber generell versuchen wir die Texte so zu schreiben, dass der/die Hörer*in sich in die Person oder das Thema hineinversetzen kann.
Auf eurem Album Cover ist Oswald von Wolkenstein zu sehen, was ist die Geschichte dahinter?
Mit MINNETAPES Volume I wollten wir ein liebesthematisches Album aufnehmen und sahen uns als moderne Minnesänger. Folglich kamen wir auf Oswald von Wolkenstein. Am Ende wurde das Album dann doch nicht mehr so eindeutig liebesthematisch. Dennoch passt der Vergleich mit den modernen Minnesängern immer noch.
Es geht darum, bekanntes mit Neuem zu vermischen, um wiederum Neues entstehen zu lassen
Und außerdem haben wir nach einem Bezug zu daheim gesucht. Wir haben Oswald von Wolkenstein ausgewählt, weil wir den Heimatsbezug unserer Musik untermalen wollten. Wir haben dann beim Porträt von Oswald ein paar Gesichtstattoos und weitere Details ergänzt, die zu unserem Style passen und die Oswald moderner erscheinen lassen. Es geht darum, bekanntes mit Neuem zu vermischen, um wiederum Neues entstehen zu lassen, so wie bei unserer Musik.
Wie haben sich die Scamigen Buabm eigentlich gefunden und wie ist es zum Namen gekommen?
Seit 2021 wohnen wir alle in Berlin und vor etwa einem Jahr haben wir angefangen zusammen aufzunehmen, abzurunden und zu veröffentlichen. Am 01.01.2023 haben wir unsere erste EP Minnetapes Volume I herausgebracht.
Der Name, ja der Name, der ist uns in den Sinn gekommen, als wir den ersten Song fertig hatten und bemerkten, dass wir viel zu gschamig waren, unsere Songs anderen Leuten zu zeigen oder vor fremden Leuten zu rappen. Da wir sonst im Leben eher nicht so schüchtern sind, haben wir beschlossen uns den Namen Scamige Buben zu geben, um beim Auftreten und Aufnehmen nicht mehr so gschamig zu sein.
Scamig zu sein bedeutet für uns immer wieder die Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren.
Wann fand dann euer erster Live-Auftritt statt und wart ihr da auch gschamig?
Unser erstes Konzert war am 1. Juli 2023 beim Schloss Gaudifestival auf Schloss Prösels. Wir haben nach Mothers Cake, einer richtig fetten Band aus Innsbruck, gespielt. Da ging uns schon die Muffe, doch als wir angefangen haben, ist die Anspannung verflogen und wir hatten einfach nur Spaß.
Viele Leute, wirklich sehr viele Leute sind wegen uns gekommen und das hat uns sehr gefreut. Besonders dass Leute mitgetanzt haben, die sonst nicht so in diesem Musikgenre zuzuordnen sind, hat uns sehr gefreut und noch mehr motiviert.
Sind Auftritte für die Zukunft in Südtirol oder Berlin geplant?
Wir hatten Anfragen aus Südtirol, aber leider ist es immer schwierig für uns die Zeit zu finden, um zusammen nach Südtirol zu kommen.
Generell würden wir es aber feiern, Konzerte in Berlin oder auch in Südtirol zu machen. In Deutschland ist es etwas schwieriger mit den Texten auf Dialekt, alla fine sind wir in Berlin aber genau am richtigen Platz. Ein paar Fans haben wir hier schon, mal schauen, wie es weitergeht.
Jedenfalls haben wir am 2. Mai 2024 ein Konzert bei den Stanglehofsessions in Völs am Schlern, auf das wir uns schon sehr freuen, auch weil wir unsere Songs das erste Mal mit einer Liveband zusammen arrangieren.
Wir freuen uns über Anfragen, also schreibt uns an!
Ansonsten sind wir zurzeit bei der Planung für den Sommer und freuen uns auf jeden Fall über Anfragen.
Schreibt uns an, wir freuen uns darauf!
Was ist sonst noch geplant? Worauf können sich die Fans, der Scamigen Buben in Zukunft freuen?
Zunächst einmal auf unser brandneues und erstes Musikvideo.
Und dann kommt sicher auch neue Mucke. Vielleicht auch eine Erweiterung von MINNETAPES. Bleibt auf jeden Fall gespannt!
Gibt Künstler, die euch inspirieren oder mit denen ihr mal auftreten möchtet?
Jeder von uns hat Künstler, die uns inspirieren, z.B. Young Thug oder auch Pierre Bourne Type Beat. Eine Zusammenarbeit mit Chief Keef wäre crazy, man darf ja große Träume haben.
Habt ihr sonst ein Ziel, das ihr unbedingt erreichen möchtet?
Boah, schwierige Frage, einen Grammy (lacht)
Ja, das wäre ein guter Anfang … (lacht)
Was schon ziemlich geil wäre, wäre ein Album zu droppen
Was schon ziemlich geil wäre, wäre ein Album zu droppen, mit Konzept und rotem Faden, richtig fanatisch, mit Übergängen und den richtigen Art Work usw.
Das letzte Wort gehört euch, was wollt ihr euren Fans und den Leser*innen noch sagen?
Ihr habt nur ein Leben, genießt es und macht das Beste draus!
Mehr zu Scamige Buben findest du auf Instagram @scamige_buben, Spotify und YouTube.
