BandCheck | Dead Like Juliet

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Max Silbernagl im BandCheck!

Max Silbernagl interviewt für euch Bands und junge Künstler in ganz Südtirol und teilt mit euch seine Passion.

Angefangen als Akustikband haben sich Dead like Juliet in den letzten zwölf Jahren zu einer der großen Hardcore Bands in Südtirol und weit darüber hinaus hochgearbeitet. Die sympathische Truppe bestehend aus Alexander Thurner, am Gesang, Michael Arquin am Bass, Thomas Neulichedl an der Rhythmusgitarre und Vocals, Martin Mayr an der Leadgitarre und Vocals, Markus Innerhofer Keyboard, Synth und, Vocals und Maximilian Erler am Schlagzeug schaffen es immer wieder mit eingängigen Melodien und sehr gut eingearbeiteten politischen Statements ihr Publikum, das sich mittlerweile über ganz Europa erstreckt, zu fesseln und mitzureißen.

Mit dem Album Stranger Shores,das vor mittlerweile 4 Jahren erschienen ist  haben sie ihren Musikstil endgültig gefunden und sind dadurch den Hardcore Himmel ein gutes Stück näher gekommen.

Ich habe mich vor kurzen mit Leadsänger Alexander Thurner in Innsbruck getroffen und wir haben über die nächsten Ziele der Band gesprochen, sowie auf das, was sie besonders stolz sind, das verrückteste Bühnenoutfit und vieles mehr.

Bleibt gespannt.

Max Silbernagl interviewt Alexander Thurner im BandCheck!

M: „Hallo Ale, vielen Dank dass du dir Zeit genommen hast für dieses Interview. Ihr habt vor kurzen, den Song Your Song rausgebracht, dieser Song klingt für mich wie eine Liebeserklärung an eure Fans, wie wichtig sind euch eure Fans?“

A: „Scheiß egal, wer braucht schon Fans (lacht). Nein Scherz beiseite unsere Fans sind uns sehr, sehr wichtig,aber ich mag das Wort „Fans“ nicht besonders, da es für mich eine Trennung darstellt. Auf der Bühne ist die Band und im Publikum die Fans, die sie umjubeln. Dieses Bild gefällt mir nicht besonders. Uns ist es wichtig diese Barriere abzubrechen und einfach nur Spaß zu haben. Mit der Musik und generell mit all den Auftritten, die ich und wir zusammen absolviert haben, haben wir das große Glück, dass wir mittlerweile sagen können, egal ob wir jetzt in Südtirol, Deutschland oder sonst irgendwo touren, es kommt einfach immer ein großer Haufen Freunde, die mit uns feiern und Spaß haben. Daraus entstehen dann immer wieder Geschichten, die unbezahlbar sind und es motiviert uns immer wieder ungemein unseren Weg weiter zu gehen, an neuem Material zu arbeiten, neue Songs zu schreiben und das zu machen, was wir eben machen. Ohne unsere Fans bräuchten wir auch keine Musik machen! Danke dafür.“


M: „Gab es auch schon Momente, wo andere Bands zu euch gekommen sind und gesagt haben ihr seid einer der Gründe, weshalb wir angefangen haben Musik zu machen und wie reagiert ihr auf ein solches Kompliment?“

A: „Ma, ich muss sagen, es kommt immer mal wieder vor aber ich weiß nicht immer wie ich damit umgehen soll, in dieser Hinsicht bin ich ein bisschen gschamig. (lacht) Man fühlt sich natürlich extrem geschmeichelt, und es freut uns auch immer wieder. Mittlerweile ist es ein bisschen so, dass sich viele junge Südtiroler Bands von unserer Herangehensweise und von unserer Message etwas abschauen oder uns immer wieder Komplimente machen und das schmeichelt uns natürlich sehr, weil nichtsdestotrotz sind wir einfach nur Louter, die machen was ihnen Freude macht und die ihre Leidenschaft ausleben dürfen.

Ich möchte jeden und jede dazu motivieren, dieses Gefühl einmal auszukosten, fangt ohne Angst vor Scheitern, Missgunst oder sonst irgendwelche Hindernisse an, Musik zu machen.Ein Instrument zu lernen oder etwas auszuprobieren ist keine Hexerei und es gibt einem so viel und man erlebt so viele coole Sachen, dass ich es jedem Menschen nur empfehlen kann.“


M: „Seit fünf Jahren habt ihr diesen Stil und diese Konstellation, auf was seit ihr bis jetzt am meisten stolz und was sind die Pläne für die Zukunft?“

A: „Wir sind stolz auf die Musik die wir bis jetzt gemacht haben. Auf dem Album Stranger Shores und auf die Singles, die gefolgt sind. Seit dem Stranger Shores Album, das vor vier Jahren erschienen ist, haben wir es geschafft eine Hörerschaft in Europa zu etablieren, die gerne unseren Sound hört, weshalb wir auch angefangen haben Touren zu organisieren und durch Europa zu touren. Seither sind wir durch 25 Länder getourt unter anderem Großbritannien, zweimal Russland, Finnland, Schweden, wobei man dazu sagen muss, dass wir uns bei diesen Touren ziemlich im Underground bewegt haben, mit Ausnahme einiger Festivals.

Diesen Sommer haben wir zum Beispiel auch in Stockholm gespielt, beim High Five Festival die Adresse in Schweden für Hardcore und Metal Fans. Wir hatten volle Hütte und es war bis jetzt das beste Festival auf den wir gespielt haben. Wenn wir in Südtirol spielen, zurzeit leider nur zwei-dreimal im Jahr, sind wir immer wieder überwältigt und froh so treue Fans zu haben. Mittlerweile kann man sich die Auftritte in Südtirol, wie eine Riesenfamilienfeier vorstellen und das freut uns wirklich sehr.

2023 kommt der nächste große Release von Dead like Juliet und wir spielen auf ein paar richtig coolen Festivals.“


M: „Was war das verrückteste Bühnenoutfit, das du je getragen hast?“

A: „Oh schwierige Frage, da gibt es viele, Zombiearzt, Black Metal Gesicht, Flipflops mit Socken, da ich so Blasen an den Füßen hatte, dass ich keine Chance hatte Schuhe anzuziehen. Das bescheuertste oder verrückteste Bühnenoutfit war eindeutig so achtziger Aerobic Style mit lila Schweißband. Dieses Outfit hatte ich bei dem Videodreh von “ What Remains“ von Cementery Drive an und die Single kam 2017 heraus. Kurz danach hatten wir, Dead like Juliet, einen Auftritt im Ost-West Club Meran und dort hatte ich, dieses schicke Outfit an. (Lacht). Falls es dich interessiert, ich habe einmal während einer Liveshow, eine Banane gegessen (lacht) und einmal in Wörgl, das erste Bühnenbier bestellt. Unsere Fans haben uns so lieb, dass sie uns bei den Stage Dives in die unmöglichsten Ecken, des Lokals hintragen.

Einmal bis zur Theke und wieder zurück auf die Bühne, das ist manchmal sehr bewundernswert (lacht).“


M: „Wie siehst du die Musikszene in Südtirol vor Corona und nach Corona, was sind die größten Unterschiede für dich?“

A: „Die letzten zwei Sommer konnte man festivalmäßig viel erleben, da die Maßnahmen für Corona gelockert wurden oder nicht so streng waren. Was mir aufgefallen ist, ist das viele Läden, die vor Corona Konzerte organisiert haben, das jetzt nicht mehr machen und sich Veranstalter generell schwerer tun oder es schwieriger haben, Konzerte zu organisieren. Aus der Sicht von mir, als Veranstalter vom Jugendzentrum Kuba Kaltern muss ich jedoch sagen, dass die Menschen schon motiviert sind auf Konzert zu gehen und auch sehr froh sind, dass wieder welche stattfinden können.

Das Problem, oder besser gesagt was ich sehr schade finde ist, dass sich  viele Bands während Corona aufgelöst oder sie in ihrer Entwicklung oder Plänen zurückgeworfen worden sind, uns inklusive und ich hoffe, dass es bald wieder anders wird. Neue Bands sich gründen und alte Bands sich wieder aufraffen und weitermachen. Was ich noch loswerden will, was mir auf dem Herzen liegt ist, dass in Deutschland aber auch in ganz Europa, veranstaltungsmäßig ein bisschen ein Teufelskreis begonnen hat. Die Leute kaufen kaum mehr Vorverkaufstickets, da sie von den bei der Rückerstattung der Tickets, wegen Ansteckungangst oder Absage des Veranstalters oftmals nur mehr die Hälfte des Einkaufspreises des Tickets zurückerstattet bekommen haben. Viele denken sich, wenn dann nur mehr Abendkasse und sonst bleibe ich zu Haus.Was ich auch gut verstehen kann, da es in letzter Zeit leider wenig Sicherheit in dieser Sache gab.

Das Problem ist nur, dass der Veranstalter anhand von dem Vorverkaufstickets seine Kosten ein bisschen einschätzen kann. Das gleiche gilt für die Bands. So kam es, dass viele große Bands ihre Touren in Europa abgesagt haben, da ihnen die Kostenfrage zu riskant erschien, ebenso die Veranstalter. Wir von Dead like Juliet haben zum Glück nicht so hohe Fixkosten und haben deshalb beschlossen, die Auslandtouren, vor allem nach Deutschland durchzuziehen und Spaß zu haben.

Deshalb, liebe Freunde, liebe Fans, liebe Musikbegeisterte kauft die Vorverkaufstickets und helft somit eurem Lieblingsfestival neue Konzerte zu organisieren und eurer Lieblingsband für euch immer neue Konzerte zu spielen.“


M: „Du hast gesagt, dass euch/dir die Underground Szene in Südtirol und generell ziemlich am Herzen liegt. Was ist der größte Unterschied zwischen Underground Schows und Festivals für dich?“

A: „Alles ist cool, uns ist es egal, ob wir auf einem Festival vor 100 Leuten oder 1000 Leuten spielen. Wir haben immer unseren Spaß. Das Feeling bei einer Undergroundshow, ist im Unterschied zum Festivalkonzert viel intimer und wir schaffen es mittlerweile ziemlich gut mit dem Publikum zu interreagieren.Mir gefällt es einfach in einem kleinen Raum zu stehen und zu sehen, wie die Leute Spaß haben und abgehen.

In einem kleinen Raum, der rammelvoll mit Menschen ist, das ist einfach noch einmal ein ganz anderes Gefühl, ein Konzert zu spielen. Leute rennen auf die Bühne, schnappen sich dein Mikrofon, brüllen hinein und tauchen auf der anderen Seite wieder in die Menge, das ist einfach ein anderes Gefühl, wie wenn man die Band nur von beiden auf einen Monitor auf der Festivalbühne sieht. Deshalb liebe Leute gebt dem Underground eine Chance und geht auch auf kleinere Liveshows.“


M: „Lieber Ale, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview, was möchtest du den Lesern, der Youth App noch sagen, was ist dir noch wichtig?“

A: „Macht etwas was euch Freude macht und hab nicht den Gedanken etwas falsch zu machen oder nicht gut genug zu sein. Macht Musik, probiert es einfach. Ich zum Beispiel habe mit einer alten Gitarre meiner Mutter angefangen zu üben, es braucht nicht viel. Trefft euch mit Freunden, probiert Sachen aus, gründet eine Band, geht auf Konzerte, lernt Leute kennen, tauscht euch aus, gründet eine Szene und zeigt den alten Bands wie´s geht, dann müssen sie sich nämlich auch mehr anstrengen und das ist nie schlecht.“ (Lacht)

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