Max Silbernagl im BandCheck!
Max Silbernagl interviewt für euch Bands und junge Künstler in ganz Südtirol und teilt mit euch seine Passion.
Die Geschichte
Wir schreiben das Jahr 1999. Ein ziemlich in sich gekehrter, junger Gitarrist namens Nathan Kortleitner, mittlerweile eine Grunge und Punklegende aus Bozen, schreibt zu Hause seine eigenen Songs und bekommt von seiner damaligen Freundin den Tipp, dass vier Klassenkameraden von ihr gerne eine Band gründen würden und er solle doch einmal dort vorspielen.
Gesagt, getan.
Im Oktober des gleichen Jahres, fährt Nathan Kortleitner nach Eppan in dem Proberaum von Philipp Madeiski, wo er einige seiner selbst geschriebenen Songs, sowie Cover von Nirvana zum besten gibt. Die Chemie stimmt und man beschließt sogleich auch die nächsten Proben.
Nach einem Jahr beschließt man, nach einen Fiebertraum von Gitarrist Philipp Madeiski , den Bandnamen von Siman auf Meddycrayed zu wechseln und man beginnt die erste Demo aufzunehmen.
Schmuckstücke, wie zum Beispiel „Forever“, „Lie and Lie“, „Fallen Angels“, „May Day“, „Something’s wrong“ und „Sacred Heart“, sind auf dieser Demo aus der Anfangszeit der Band zu finden, die aktuell leider als verschollen gilt.
Das vierköpfige Gespann, bestehend aus Felix Tutzer, Philipp Tutzer, Philipp Madeiski,und Nathan Kortleitner, hat immer wieder mit Wechseln zu kämpfen, spielen aber bis 2003 in einer mehr oder weniger konstanten Besetzung.
2003 geht Nathan in Therapie nach Bregenz, weshalb sich die Band Meddycrayed eine einjährige Ruhepause gönnt. Nach einem Jahr Pause, probt Nathan mit Fabian Rainer und Manuel Brancalion und holt nach und nach die längste konstante Besetzung bestehend aus Fabian Rainer am Bass, Willy Theil an der Lead Gitarre, Andreas Romen am Schlagzeug und sich selbst an der Rhythmus Gitarre und als Sänger mit ins Boot.
In dieser Besetzung besteht die Band von 2012-2020 und viele Konzerte sind in diesen Jahren angesagt.
Max Silbernagl interviewt Nathan Kortleitner im BandCheck!
M: „Nathan du bist auch solo unterwegs, du hast vor ungefähr zwei Jahren ein Doppelalbum mit 48 Akustiksongs herausgebracht, sind diese auch für die Band Meddycrayed gedacht oder stehen sie für sich selbst?“
N: „Ma, ich sehe das nicht so eng, das gehört alles zusammen, das ist ein Paket das zusammengehört. Ich unterscheide nicht zwischen das ist jetzt ein Song für Meddycrayed und das ist ein Song, für Nathan Kortleitner, das gibt es für mich nicht.“
M: „Meddycrayed hat jetzt seit einem Jahr eine Neubesetzung, wie kam es dazu?“
N: „Ja das hat einen ganz einfachen Grund, ich habe während der Coronazeit ziemlich viel geschrieben, für mein Akustikalbum und wollte einfach, neue Songs aufnehmen und schneller vorankommen.
Ich habe dann mit Fabian Rainer gesprochen, ob es für ihn ein Problem wäre, wenn ich Besetzung wechseln würde. Er hat daraufhin das o. k. gegeben und so kam es, dass Harald Reich am Schlagzeug und Fabian Jung am Bass neuen Wind in die Formation brachten.“
M: „Hat der Besetzungswechsel für Meddycrayed eine Auswirkung im Stil gezeigt?“
N: „Nein, es ist immer noch, der alte Stil geblieben, die Songs sind alle von mir akustisch, wie auch für die Band. Die einzigste Neuerung ist, dass wir jetzt ziemlich viel neue Songs arrangiert haben und neue Leute dabei sind, doch das hat keinerlei Auswirkung auf den Stil gehabt.“
M: „Wenn jetzt ein Jugendlicher, diese App öffnet und diesen Artikel liest, welches Lied von dir würdest du ihm ans Herz legen von dir anzuhören, mit welchem Lied bist du am meisten zufrieden?“
N: „Das ist schwierig zu sagen, meistens gefallen mir die zwei letzten Songs die ich geschrieben habe, am besten…
- Might be your friend
- Vanished Appearance
- Bevond Recall
- The Year without Fall
- Monday Child
- Apocalyptic Madonna
Doch jeder hat einen eigenen Geschmack und soll sich bitte selbst eine Meinung bilden.“
M: „Gibt es hier in Südtirol für dich eine Grungeszene oder eine große Musikszene?“
N: „Das Problem ist, dass in Südtirol meiner Meinung nach jeder ein bisschen angeben will mit der Szene der er/ sie angehört und dadurch nicht so viel genreübergreifendes Arbeiten zustande kommen, wie eigentlich möglich. Zum Beispiel eine Rap-Gruppe wird nicht so gern mit einer Punkband zusammenarbeiten und umgekehrt, weil sie eben noch zu viel auf diese verschiedenartigen Genres versteift sind. Dadurch wird die Undergroundszene ein bisschen zu oberflächlich. Das finde ich ein bisschen schade.“
M: „Auf was freust du dich und was vermisst du am meisten? Gibt es einen Unterschied, zwischen der Musik Szene vor Corona und nach Corona?“
N: „Ich freue mich, dass ich jetzt wieder mit Meddycrayed mehr spielen darf und mir ist aufgefallen, dass die Eintrittskarten für Konzerte seit Corona teurer geworden sind, das tut mir persönlich am meisten leid.“
M: „Wo nimmst du deine Inspiration bzw. deine Inhalte für deine Songtexte her?“
N: „Meine Inspiration bastle ich aus meinen Gedanken, meinen Erlebnissen, aus das was mich umgibt und aus dem Weltgeschehen zusammen, wobei ich sagen muss, dass es für mich keine Grenzen gibt. Das was der Titel aussagt ist meistens auch der Sinn vom jeweiligen Lied.“
M: „Wie würdest du deine Musikstil beschreiben und wer sind deine musikalischen Vorbilder?“
N: „Ich würde meinen Musikstil, eher als melodischen Punkrock bezeichnen, und mich selbst, als Singer-Songwriter.
Viele schieben mich in die Grunge Szene, was ich auch verstehe. Dort fühle ich mich trotzdem nicht ganz zu Hause.
Meiner Meinung nach ist Grunge eher eine Musikrichtung die an die Westküste der USA, besonders an den Ort Seattle gebunden ist. Mit dieser Szene habe ich, Nathan Kortleitner, im kleinen Bozen nicht viel gemein und will mich daher auch nicht zu dieser Szene dazuzählen.
Mich persönlich haben die Band Melvins, Mudhoney, Nirvana, Black Sabbath, Led Zeppelin und viele andere in meiner Musik geprägt.“
M: „Danke Nathan für dieses ausführliche und interessante Interview! Was möchtest du unseren Fans und Lesern noch sagen?“
N: „Wenn du merkst, dass du ein Talent hast, bleibe dran es zahlt sich aus! Ansonsten noch Punkrock, nix Faschismus, Klimasicherheit, (lacht) freie Liebe und zu guter letzt Sex, Drugs and Rockn Roll.“
