Isabels Erfahrung als Freiwillige im Ausland | Europäischer Solidaritätskorps

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Das Europäische Solidaritätskorps ist eine großartige Chance für junge Menschen, sich freiwillig für ein soziales und vielfältiges Europa zu engagieren. Das geht z.B. mit Freiwilligentätigkeiten oder eigenen lokalen Solidaritätsprojekten.

Durch ihren solidarischen Einsatz entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt in ganz Europa!

Isabels Erfahrungen im Ausland

Isabel Planer, 22 Jahre jung (Stand: September 2024) kommt aus Völs und hat in diesem Jahr zahlreiche Erfahrungen im Ausland gesammelt.

Isabel hat bei den Projekten des Europäischen Solidaritätskorps mitgemacht und wir haben mit ihr im Youth Talk darüber gesprochen.

„Wie bist du auf die Idee gekommen bei diesem Projekten mitzumachen?“

I: „Ich habe 2022 mit meiner Cousine geredet und sie hat einen langen Freiwilligen-Aufenthalt in Lettland gemacht und dann habe ich herausgefunden, dass es einen Europäischen Solidaritätskorps gibt. Ich habe mir dann ganz viele Projekte angeschaut und mich bei vielen Projekte beworben und dann bin ich 2023 nach Portugal für einen Monat und heuer bin ich nach Griechenland für fast zwei Monate.“

Spendensammeln im portugiesischen Supermarkt

„War die Bewerbung schwierig?“

I: „Nein, nicht so schwierig, man muss sich einfach ein Konto machen beim Europäischen Solidaritätskorps und dann habe ich die App heruntergeladen. Dort gibt es ganz viele Möglichkeiten. Man kann auch im Filter einstellen, von wann bis wann man Zeit hat und dann kann man sich einfach bewerben mit einem kurzen Motivationsschreiben.“

„Wie war deine Zeit in Portugal? Was hast du dort gemacht?“

I: „Es war super! Zuerst habe ich voll Angst gehabt, weil ich bin angekommen und ich hab nur gewusst, wo ich sein muss, ich hatte total wenige Informationen, Und danach bin ich mit acht anderen Europäerinnen zusammengekommen und habe logisch noch keinen gekannt. Ich habe nicht gewusst, was ich da jetzt machen soll.

Nach dem ersten Tag erklärten sie uns, was wir so machen und wir haben ganz viel verschiedenes gemacht. Wir wohnten in so einer Quinta, das ist so ein langgezogener Bauernhof mit Obstgärten und Bäumen und wir haben Feigen, Tomaten und Salat geerntet, Unkraut gejätet und Salat gepflanzt.


„Und ja, es war eine super Erfahrung.“


Wir waren auch ein paar Tage im Kindergarten und in einer Essensverteilung, die Organisation war sehr bemüht uns auch die portugiesische Kultur irgendwie näher zu bringen. Wir haben ein bisschen portugiesisch gelernt, wir waren in verschiedenen Museen, wir haben gelernt, wie man portugiesisches Brot backt und wir haben ganz viele portugiesische Strände gesehen, und ja, es war eine super Erfahrung.

Dann bin ich heimgekommen und das war wirklich glaube ich der schönste Monat von meinem Leben. Echt cool.“

„Hattes du sprachliche Probleme im Ausland? Wie ging es dir damit?“

I: „Nein das war nicht schwierig für mich. Ich war davor das erste Halbjahr in Belgien und habe die ganze zeit schon Englisch geredet und mit den Franzosen hab ich Französisch geredet und da waren zwei deutschsprachige. Also mit Englisch kommt man immer klar“


„Aber dann gibt es immer einen Punkt in meinen Reisen, wo es dann voll gut wird“


„Und wie war deine Zeit in Griechenland?“

I: „Am Anfang war es hart, aber auch in Portugal war es am Anfang nicht so einfach, die ersten paar Tage waren schwierig. Man muss die Gruppe kennenlernen, die ganze Umgebung ist neu, man ist die ganze Zeit mit Leuten. Ich glaube in Portugal war ich das erste mal in meinem Leben für einen Monat die ganze Zeit mit Menschen. Wir haben auch zu 10 in einem Zimmer geschlafen und jetzt in Griechenland waren es fast zwei Monate, wo ich wirklich Tag und Nacht ständig von Leuten umgeben war und in keiner Sekunde allein war und man muss sich einfach daran gewöhnen.

Aber danach gibt es immer einen Punkt in meinen Reisen, nach meiner Erfahrung, wo es dann voll gut wird. Das ist dann so meistens nach einer Woche, wo wir uns ein bisschen eingewöhnt haben, wo ich es dann voll genießen kann.“

Freiwillige in Hopeland

„Was hast du in Griechenland so gemacht mit der Organisation?“

I: „Wir haben eine moderne Odyssee für siebeneinhalb Wochen durch Griechenland gemacht. Jeden Sonntag haben wir Ort gewechselt. Das Hauptthema waren Permakulturen und sozioökologische Gemeinschaften.

Wir haben ganz viel Verschiedenes getan. Wir haben viele natürliche Bauten gebaut. Das erste war, dass wir Malta aus einer Mauer gekratzt haben und dann haben wir neue Malta eingefüllt. Zusätzlich haben wir ein Lehmhaus gebaut. Und dann haben wir noch eine Komposttoilette gebaut von null auf. Und wir haben ganz viel gegraben mit den Schaufeln unter der griechischen Sonne, total heiß, 50 Grad.

Entstehung eines Wanderwegs

In der Gegend haben sie immer wieder mit Wasserproblemen zu kämpfen. Wir haben teilweise am Nachmittag kein Wasser gehabt und dann mussten wir da graben und graben. War schon ein bisschen anstrengend, aber es war halt total spaßig und wir haben ganz viel gelernt. Z.B. da waren halt so Flächen, die nicht total grob waren. Und wenn da ein Baum war, dann haben wir so einen Ring gebaut, weil in Griechenland, wenn es regnet, regnet es ganz stark und dann wird das Wasser von dem Graben aufgefangen. Und danach haben wir das nur gefüllt mit getrockneten Pferdemist und getrockneten Olivenblättern und Stroh, das ist ein natürliches Bewässerungssystem.

Ich glaube, während dem Projekt ist mir gar nicht bewusst gewesen, wie viel ich da eigentlich über Permakultur lerne, weil es irgendwie total tröpfchenweise gekommen ist. Aber jetzt habe ich schon das Gefühl, dass ich viel mehr weiß und jetzt bin ich viel achtsamer im Umgang mit verschiedensten Materialien.“

„Wie haben dich diese Erfahrungen verändert?“

I: „Ja, als ich zurückgekommen bin, war ich ganz geschockt, wie wir eigentlich leben, so sauber und luxuriös.Wir haben manchmal keine Waschmaschine gehabt und haben mit Hand gewaschen und haben oft in Zelten geschlafen. In unserer Freizeit haben wir manchmal auf dem Strand geschlafen in einem Schlafsack.

Schlafen am Strand

Doch das war alles nicht schlimm für mich. Die Leute haben auch die Erfahrung ausgemacht am Ende, die Gruppe und was wir für eine tolle Gruppendynamik entwickelt haben mit der Zeit. Ja, das Leben war ganz einfach.

Das Essen war einfach, wenn wir gekocht haben, haben wir halt so für dreißig Leute auf einmal gekocht und man hat gelernt, aufeinander aufzupassen als Gruppe.

Auf der Sonntagsreise zu einer neuen Ökokommune

„Man merkt, was man alles eigentlich nicht braucht.“


Ich glaube vor allem von den Menschen, die ich getroffen habe im Ausland, habe ich sehr viel gelernt und auch die Projekte selber haben mich sehr verändert. Ich habe über Themen nachgedacht, über die ich wahrscheinlich gar nicht nachgedacht hätte, wenn ich da geblieben wäre.

Man kommt halt mit ganz anderen Realitäten in Kontakt und sieht, wie andere Leute leben und dann trifft man Leute, die einen ganzen Monat, oder ganze Jahre auf dem Strand leben und im Grunde ganz einfach leben. Dann ist man halt auch viel dankbarer für das daheim was man hat und für die Sauberkeit daheim und für den Platz und dass man einfach so wenig Sorgen hat im Grunde.“

Vor der Akropolis

„Was hat dich dieses Projekt gekostet?“

I: „Es ist gratis. Man muss nur seine Zeit, seinen Willen und seine Energie investieren.

Man bekommt die Kostenrückerstattung für die Reise, das wird kalkuliert mit der Entfernung von Heimatort. Ich habe so um €275 zurückbekommen. Meistens hat es gereicht, also wenn man früh genug bucht reicht es sowieso.

Dazu kriegt man ein Essengeld von €5 am Tag. Aber das macht jede Organisation verschieden. Das war bei mir jetzt so. In Portugal hab ich fürs Wochenende das Geld bekommen und unter der Woche haben sie für uns gekocht.

In Griechenland haben sie uns die Sachen eingekauft und wir haben miteinander gekocht. Dann kriegt man noch €6 Taschengeld pro Tag.“

Abschiedstag

Mehr Informationen

Mehr Informationen über die Freiwilligentätigkeit beim Europäischen Solidaritätskorps bekommst du beim Amt für Jugendarbeit.

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